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Sechs Monate nach Ende der Chemo: Semechin mit Bestzeit ins WM-Finale

Schwimmerin mit Sensationsleistung

Para-Schwimmerin Elena Semechin greift nur sechs Monate nach dem letzten Zyklus ihrer Chemotherapie bei der WM in Manchester nach der Goldmedaille.
Mit Bestzeit im Finale: Elena Semechin
Mit Bestzeit im Finale: Elena Semechin
© IMAGO/nordphoto GmbH / Engler/SID/IMAGO/nordphoto GmbH / Engler
Para-Schwimmerin Elena Semechin greift nur sechs Monate nach dem letzten Zyklus ihrer Chemotherapie bei der WM in Manchester nach der Goldmedaille.

Para-Schwimmerin Elena Semechin greift nur sechs Monate nach dem letzten Zyklus ihrer Chemotherapie bei der WM in Manchester nach der Goldmedaille. Die 29-Jährige war in den Vorläufen über 100 m Brust bei den Sehbehinderten über dreieinhalb Sekunden schneller als die Zweitplatzierte und qualifizierte sich mühelos fürs Finale am Abend (19.11 Uhr MEZ). Mit einer Zeit von 1:14,56 Minuten fehlten nur knapp zwei Sekunden zu ihrem 2019 aufgestellten Weltrekord der Startklasse SB12.

"Ich bin es etwas ruhiger angegangen, um für heute Abend Körner zu sparen", sagte Semechin: "Die erste Bahn war fast zu entspannt: 17 Züge, das war ja wie im Training. Aber die Zeit ist insgesamt ganz in Ordnung, ich fühle mich gut." Nachdem der sehbehinderten Schwimmerin nur Monate nach ihrem Paralympicssieg im November 2021 ein Gehirntumor entfernt worden war, schloss sie im Februar den 13. und letzten Zyklus einer Chemotherapie ab.

Zwischen zwei Zyklen war sie im Vorjahr bei der WM auf Madeira bereits Zweite geworden. Beim abschließenden WM-Trainingslager in der spanischen Höhe bekam sie kürzlich allerdings eine Angstattacke. "Da ging nichts mehr. Ich war in einem labilen Zustand. Da kam zum ersten Mal die Sorge, die Angst, ich könnte wieder Krebs haben. Es ist ein Auf und Ab", erzählte Semechin im SID-Gespräch. Bei der WM scheint sie nun in Topform zu sein.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) steht bislang in Manchester bei neun Medaillen. Bei der vergangenen WM im Vorjahr auf Madeira holten die deutschen Schwimmer 14 Medaillen (4x Gold, 6x Silber, 4x Bronze). Insgesamt gehen in Manchester bis Sonntag zwölf Athletinnen und Athleten für den DBS an den Start.