Titel-Traum! Was für Kerber spricht

Titel-Traum! Was für Kerber spricht

Angelique Kerber steht erneut im Halbfinale von Wimbledon. Deutschlands Tennis-Star besiegt eine Tschechin souverän - und erinnert an alte Glanzzeiten.
Vom 28. Juni bis zum 11. Juli findet in Wimbledon das dritte und wohl wichtigste Grand-Slam-Turnier des Jahres statt. Alle wichtigen Infos zum Kult-Turnier.
Wimbledon: Der besondere Charme des Kult-Turniers
02:17
. SID
von SID
am 6. Juli

Angelique Kerber brauchte inmitten des tosenden Jubels einen kurzen Moment, um ihre nächste Meisterleistung zu begreifen. (NEWS: Alles zu Wimbledon)

Ungläubig legte sie sich die Hand vor die Augen - doch dann warf sie strahlend Küsschen ins Publikum, ging in die Knie und schrie ihre ganze Freude heraus.

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Mit einer weiteren souveränen Vorstellung ist die 33-Jährige in ihr viertes Halbfinale in Wimbledon gerauscht. Nach schwierigen Monaten mit vielen Enttäuschungen ist der sensationelle zweite Titel auf dem "heiligen Rasen" nach 2018 auf einmal ganz nah - und "die Reise ist noch nicht zu Ende", betonte Kerber.

"Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich es zurückschaffen kann", sagte Kerber nach dem hochverdienten 6:2, 6:3 gegen die Tschechin Karolina Muchova: "Es waren keine leichten Zeiten, aber ich habe nie den Glauben an mich und mein Team verloren."

Direkt nach der Partie hatte sie den Fans auf dem fast vollbesetzten Court No. 1 zugerufen, sie "genieße jeden Moment hier" und habe ihr "Herz auf dem Court gelassen". (Wimbledon: Alle Spiele und Ergebnisse)

Die Hürde vor ihrem dritten Wimbledon-Endspiel könnte aber höher nicht sein: Kerber trifft am Donnerstag auf die starke Weltranglistenerste Ashleigh Barty, die ihre australische Landsfrau Ajla Tomljanovic 6:1, 6:3 bezwang.

"Ich werde alles dafür geben, das Match gegen Ash gut zu spielen und am Ende für mich zu entscheiden", sagte die deutsche Nummer eins: "Ich weiß, dass ich gegen sie mein bestes Tennis spielen muss. Ich muss das Match in meine Hände nehmen."

Kerber wieder im Wimbledon-Halbfinale

Für Kerber spricht im Rennen um den Titel auf jeden Fall die Erfahrung - als einzige verbliebene Spielerin im Feld hat sie an der Church Road schon triumphiert, zudem ist sie die einzige Ü30-Akteurin.

Die beiden bisherigen Vergleiche mit Muchova hatte Kerber gewonnen, doch sie war gewarnt.

Die Tschechin, in der Weltrangliste sechs Plätze vor der Kielerin klassiert, hatte im Februar bereits mit ihrem Halbfinaleinzug bei den Australian Open für Aufsehen gesorgt. "Aber ich muss mich auf mein Spiel konzentrieren und aggressiv bleiben", sagte Kerber vor dem Match. (NEWS: Alles zum Tennis)

Nach dem Ausfall letztes Jahr ist das älteste Tennisturnier der Welt in vollem Gange. Welche Damen drücken den Herren in Weiß die Daumen?
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So heiß ist Wimbledon

Kerber straft Kritiker Lügen

Dass sie es überhaupt nochmals in ihr elftes Grand-Slam-Viertelfinale, ihr fünftes in Wimbledon, schaffte, hatten ihr noch vor wenigen Wochen nicht viele zugetraut.

Doch nach harten Monaten mit vielen Niederlagen tankte Kerber mit dem Turniergewinn in Bad Homburg neues Selbstvertrauen - und das wuchs in Wimbledon mit jedem Match weiter an. (die WTA-Weltrangliste)

Das bewies die frühere Nummer eins der Welt, nach dem Achtelfinal-Aus von Alexander Zverev die letzte deutsche Hoffnung, auch am Dienstag unter dem geschlossenen Dach des Court No. 1 eindrucksvoll.

Kerber war vom ersten Ballwechsel an hochkonzentriert und agierte mit guter Körpersprache. Sie attackierte Muchova immer wieder auf der schwächeren Vorhand und schnappte sich sofort ein Break. Auch eine erste brenzlige Situation bei eigenem Aufschlag (4:2) überstand sie, nach 34 Minuten gehörte Satz eins ihr.

Leichte Wackler - aber Kerber bleibt cool

Doch auf einmal schlichen sich bei Kerber leichte Fehler ein. Zu Beginn des zweiten Durchgangs wehrte sie noch drei Breakbälle nervenstark ab, in ihrem folgenden Aufschlagspiel konnte sie sich aus gleicher Bedrängnis nicht mehr befreien.

Die Schwächephase dauerte aber nur kurz, mit ihren berüchtigten Kämpferqualitäten gelang Kerber sofort das Rebreak.

Die vielen vergebenen Chancen schienen bei Muchova Wirkung zu zeigen, und Kerber witterte ihre Chance. Eiskalt packte sie zum vorentscheidenden 4:2 zu, nach 1:15 Stunden machte sie den Halbfinaleinzug mit ihrem zweiten Matchball perfekt.