Warum Medvedev von Gamern gefeiert wird

Warum Medvedev von Gamern gefeiert wird

Daniil Medvedev begeistert nach seinem US-Open-Triumph gegen Novak Djokovic die FIFA-Zocker - und verhindert Ärger mit seiner Frau.
Djokovic kann sich seinen Traum vom Grand Slam nicht erfüllen und unterliegt im US-Open-Finale dem Russen Medvedev in 3 Sätzen.
"Wenigstens menschlich gewachsen" - Wird Djokovic jetzt doch zum Fan-Liebling?
05:27
. SPORT1
von SPORT1
am 13. Sept

Daniil Medvedev ließ sich nach dem größten Triumph seiner Karriere einfach fallen, streckte die Zunge raus und verharrte.

Für einen kurzen Moment konnte man meinen, es wäre ein Fall der Erleichterung, Erschöpfung oder Freude gewesen, wie es bei vielen Gewinnern und Gewinnerinnen schon zu sehen war.

Doch Medvedev, das hat der Russe in den vergangenen Jahren zu Genüge bewiesen, ist anders.

Das steckt hinter Medvedevs Jubel

Und so wurde spätestens nach dem Siegerinterview klar, dass er bei seinem Jubel seine zweitgrößte Leidenschaft im Sinn hatte. „Alle Legenden werden es verstehen: Was ich nach dem Match gemacht habe, war L2+links“, erklärte Medvedev.

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Für viele sprach er in Rätseln, besonders Gamer feierten den Triumphator aber sofort.

Denn mit der genannten Tastenkombination wird im Videospiel FIFA die Jubelpose „Toter Fisch“ ausgeführt. Auch auf dem Twitter-Account der US Open wurde Medvedev als Legende bezeichnet.

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Medvedev: „Ich wollte es legendär machen“

Er habe bereits während Wimbledon, als er nicht einschlafen konnte, darüber nachgedacht, „etwas Besonderes“ zu machen. Denn normalerweise feiert der einstige Tennis-Rüpel seine Siege nicht mehr – als Reaktionen auf Probleme mit den Fans.

„Ich mag es, FIFA und Playstation zu spielen“, verriet Medvedev auf der Pressekonferenz: „Der Jubel wird „Toter Fisch“ genannt. Wenn du deinen Gegner bei FIFA nerven willst, benutzt du ihn nach Toren häufig.“

Er habe mit jungen Leuten in der Kabine gesprochen, die FIFA spielen: „Und sie haben gesagt: ‚Das ist legendär.‘“

Medvedev führte aus: „Ich wollte es legendär machen – für mich. Es ging mir nicht darum, in den Schlagzeilen zu stehen.“ Er habe sich sogar ein wenig wehgetan: „Es ist nicht einfach auf dem Hartplatz.“

Medvedev ist Bayern-Fan

Die Liebe zur Konsole begleitet Medvedev schon lange, mit 14 nahm er laut Laola1 einst an einer russischen Meisterschaft teil. „Ich war sogar sehr gut, bis ich so 17, 18 Jahre alt war, meinte er bei Spox: „Dann habe ich angefangen, meine Tenniskarriere etwas professioneller anzugehen und mehr Turniere zu spielen. Aber davor war ich auf dem gleichen Level unterwegs wie die besten FIFA-Spieler in Russland.“

In einem Interview mit dem russischen Verband erklärte er: „Mein perfektes Wochenende wäre, den ganzen Tag Playstation zu spielen.“

„Als er bei den Bayern spielte, hat er so großartige Leistungen gezeigt - ich habe ihn so sehr geliebt“, sagte er im August bei Spox: „Ich verfolge den FC Bayern täglich, auch wenn ich auf der Tour unterwegs bin.“

Kein Wunder, dass der deutsche Rekordmeister es sich nicht nehmen ließ, Medvedev zu gratulieren.

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Legende verneigt sich vor Medvedev

Nicht nur die Zockergemeinde und Bayern feierten Medvedev nach dem Finale, mit seiner spielerischen Qualität überzeugte er auch die Größen seines Sports.

„Einfach unglaublich, Daniil Medvedev, du hast heute Abend einen der Größten gestoppt. Seinen ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes, gegen einen Champion wie Novak Djokovic zu gewinnen, umso mehr“, schrieb Legende Rod Laver, der es 1969 zuletzt geschafft hatte, vier Grand-Slam-Turniere in einem Jahr zu gewinnen.

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„Was für eine Leistung“, twitterte Dominic Thiem gratulierend. Juan Martin del Potro meinte: Es gibt keine Worte, die beschreiben können, wie es sich anfühlt, das erste Mal die US Open zu gewinnen - aber ich wette, du bist gerade der glücklichste Mann der Welt!“

Und auch Djokovic, der bereits während der Partie ungewohnt viele menschliche Züge zeigte, verneigte sich: „Wenn jemand den Titel verdient hat, dann bist du es.“

Medvedevs Geschenk zum Hochzeitstag

Mit seinem großen Sieg machte Medvedev auch seine Frau Daria am dritten Hochzeitstag glücklich.

„Ich habe mir gedacht: Wenn ich verliere, habe ich keine Zeit mehr, um ein Geschenk zu kaufen. Deswegen musste ich gewinnen“, erzählte Medvedev vor den Augen seiner berührten Gattin: „Ich liebe dich, Dasha.“

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Womöglich wird er den Triumph auch gemeinsam mit ihr begossen habe. Er kündigte zumindest an: " Russen wissen, wie man feiert ... hoffentlich komme ich nicht in die Nachrichten.“