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Urteil im Fall Djokovic gefallen

Urteil im Fall Djokovic gefallen

Novak Djokovic feiert einen Sieg vor Gericht. Der serbische Tennis-Star darf nach Australien einreisen. Offen ist, ob er die Australian Open spielt.
Überraschender Teilsieg für Novak Djokovic, der Tennis-Weltranglistenerste ist in Australien auf freiem Fuß - zumindest vorerst.
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von SPORT1

Überraschender Teilsieg für Novak Djokovic, der Tennis-Weltranglistenerste ist in Australien auf freiem Fuß - zumindest vorerst. (NEWS: Alles Wichtige zum Tennis)

Der serbische Topstar hat im juristischen Tauziehen um seine Einreise am Montag von einem Gericht in Melbourne Recht bekommen. Dass er sich nun sorgenfrei auf die Australian Open vorbereiten kann, bedeutet die Entscheidung aber nicht.

Die Anwälte von Djokovic waren gegen die Annullierung seines Visums durch die Grenzschutzbehörden nach der Ankunft des Weltranglistenersten vorgegangen.

Djokovic noch nicht aus dem Schneider

Die australische Regierung kündigte vertreten durch ihren Anwalt unmittelbar nach dem Richterspruch an, eine erneute Aufhebung von Djokovics Visum prüfen zu wollen. Der Minister für Einwanderung, Alex Hawke, behalte sich entsprechende Schritte vor.

Der Anwalt der Regierung, Christopher Tran, erklärte jedoch, dass Australien noch von seinen ministeriellen Befugnissen Gebrauch machen und Djokovics Ausreise anordnen könnte. Damit dürfte der Tennis-Spieler drei Jahre lang nicht mehr einreisen. (DATEN: Kalender der ATP-Saison)

Bei Djokovics Familie und Fans sorgte der erste Erfolg in der Online-Anhörung mit technischen Problemen für Erleichterung.

Panne sorgt für Verzögerung bei Verhandlung

Das Verfahren verzögerte sich immer wieder, da das Online-System zur Live-Übertragung des Gerichts aufgrund des großen Interesses zusammenbrach. Auch vor dem „Federal Circuit and Family Court of Australia“ hatten sich am Montag Anhänger des 20-maligen Grand-Slam-Siegers eingefunden.

Der Ton rund um die verweigerte Einreise von Novak Djokovic wird rauer: Vor dem serbischen Parlament wirft Djokovics Vater Australien vor, seinen Sohn ins Gefängnis zu stecken.
01:02
Djokovics Vater versammelt hunderte Menschen vor Parlament

Djokovic verfolgte die Anhörung an einem unbekannten Ort, er hatte das Park Hotel verlassen dürfen, in das ihn die Behörden nach Verwehren der Einreise gebracht hatten. Als ein weißer Van aus der Tiefgarage fuhr, umringten Fotografen und Kamerateams das Auto mit getönten Scheiben.

Djokovics Anwälte stützen sich in ihrer Argumentation darauf, dass ihrem Mandanten eine Ausnahmegenehmigung von der Impfung durch zwei unabhängige medizinische Gremien genehmigt worden war. (DATEN: Aktuelle Tennis-Weltrangliste der Herren)

Kelly erteilt Djokovic Freigang

Der laut Gerichtsakten ungeimpfte Athlet habe „absolut alles“ für die Einreise nach Australien getan. Dies erkannte Richter Anthony Kelly an und stellte die Frage „Was mehr hätte dieser Mann noch tun können?“ in den Raum.

Der Sportstar soll am 16. Dezember positiv auf das Coronavirus getestet worden sein und gilt damit als genesen. Er sollte nach dem Richterspruch unverzüglich seinen Pass und persönliche Gegenstände zurückbekommen.

Vorausgegangen war ein tagelanges juristisches Tauziehen, das Beobachter in der ganzen Welt bewegte. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic sprach von einer „Belästigung“ Djokovics, dessen Vater bei Protesten in Belgrad noch schärfere Töne anschlug. Der australische Premierminister Scott Morrison wehrte sich und betonte, dass niemand über dem Gesetz stehe.

Voracova verließ Australien in ähnlichem Fall

Djokovic war spät am Mittwoch in Melbourne angekommen, um als Titelverteidiger ab dem 17. Januar beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres an den Start zu gehen. Dann überschlugen sich die Ereignisse und die sportlichen Ambitionen des Belgraders gerieten in der Hintergrund.

Es ist damit zu rechnen, dass weitere juristische Auseinandersetzungen folgen werden.

Novak Djokovic wurde nach seiner verweigerten Einreise von den australischen Behörden in ein Quarantäne-Hotel verlegt. Seine Mutter übt nun harsche Kritik am Vorgehen von Australien.
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Djokovics Mutter klagt an: “Sie halten ihn als Gefangenen”

Sie war ebenso wie der Weltranglistenerste aus Serbien von den australischen Grenzschutzbehörden festgesetzt worden. Das Visum der 38-Jährigen wurde nach Angaben der tschechischen Regierung widerrufen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)