Tischtennis>

Historischer TT-Doppelpack: Berlin & Düsseldorf schreiben Geschichte

Tischtennis-Novum: Double Header von Männern und Frauen

Erstmals finden Spiele aus beiden Bundesligen im Rahmen eines Events statt. Die Topteams aus Düsseldorf und Berlin sind die Zugnummern.
Düsseldorfs Manager Andreas Preuß
Düsseldorfs Manager Andreas Preuß
© IMAGO/HMB-Media /SID/Joaquim Ferreira
Erstmals finden Spiele aus beiden Bundesligen im Rahmen eines Events statt. Die Topteams aus Düsseldorf und Berlin sind die Zugnummern.

Mit zusammen 108 Titeln in der Vereinschronik schreiben Borussia Düsseldorf und ttc berlin eastside am Sonntag gemeinsam deutsche Tischtennis-Geschichte. Beim „Champions-Doppelpack“ richten Männer-Rekordmeister Düsseldorf und Gastgeber Berlin als erfolgreichstes Frauen-Team der vergangenen Jahre in Deutschland erstmals Spiele der beiden Bundesligen in einem gemeinsamen Event aus.

Play-off-Fight der Borussen, Spitzenreiter Berlin vor Pflichtaufgabe

Die Borussen mit dem deutschen Spitzenspieler Dang Qiu spielen dabei gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell um Punkte im Play-off-Rennen (15.30 Uhr/Dyn). Zuvor trifft Champions-League-Sieger Berlin mit seinen Team-Europameisterinnen Nina Mittelham und Mia Griesel als Spitzenreiter auf Schlusslicht ESV Weil (10.30).

TTBL trifft Frauen-Bundesliga: Signal für neue Wege

Die organisatorische Mammutaufgabe soll auch ein sportliches Signal sein. „Wir bringen unsere TTBL und die Frauen-Bundesliga näher aneinander“, sagte Düsseldorfs Manager Andreas Preuß in einem Interview auf der Homepage des eigenständigen Männer-Oberhauses zum Hintergrund des Projektes. Als „Angebot und Denkanstoß für die anderen Bundesligisten, neue Wege zu gehen, um sich attraktiver zu präsentieren“, beschreiben die Frauen auf der Internetseite des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) den tieferen Zweck der innovativen Veranstaltung.

Eigene Liga? Hains Fahrplan zur Unabhängigkeit

Trotz des Rückstands des Frauen-Lagers in Fragen der Professionalisierung strebt Berlins Manager und Liga-Ressortchef Andreas Hain sogar schon kurzfristig nach dem TTBL-Vorbild die Unabhängigkeit vom derzeit zuständigen Verband an. „Ich gehe davon aus“, hatte Hain bei einem Medientermin im vorigen Herbst gesagt, „dass beim DTTB-Bundestag Ende 2026 entsprechende Anträge vorliegen werden.“

Preuß tritt auf die Bremse: Kooperation weiter offen

Preuß, der mit Düsseldorf vor mehreren Jahren bereits eine Tradition zur Ausrichtung von Heimspielen in Regionen ohne Männer-Weltklassentischtennis begründet hat, betrachtet die Ambitionen der Frauen zurückhaltend. „Wir sind am Start von guten Gesprächen“, bestätigte der TTBL-Aufsichtsratsvorsitzende. Aus Sicht von Preuß verlaufen die Konferenzen allerdings bisher ergebnisoffen: „Ein mögliches Ziel ist, enger zu kooperieren, aber wohin es tatsächlich führt, muss man abwarten.“

Boll kehrt an Titelort zurück: Double-Header weckt Neugier

Das abgetretene Idol Timo Boll sieht die Double-Header-Premiere, für die der Rekordeuropameister als Borussen- und DTTB-Botschafter an den Schauplatz seines DM-Titelgewinns von 2018 zurückkehrt, als interessantes Experiment. „Wir machen jetzt mal einen Anfang mit einer gemeinsamen Veranstaltung von Männern und Frauen“, sagte Boll im Vorfeld, „und ich bin gespannt, wie das angenommen wird.“