Bayerns Plan mit Upamecano

Bayerns Plan mit Upamecano

Der FC Bayern entscheidet den Poker um Dayot Upamecano für sich. Hasan Salihamidzic bestätigt den Deal mit dem Verteidiger von RB Leipzig.
Die Zukunft von Dayot Upamecano ist offiziell geklärt. Der 22-Jährige wechselt von RB Leipzig zum FC Bayern und wird dort einen Fünfjahresvertrag bis 2026 unterschreiben.
Upamecano-Wechsel zu Bayern fix
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Robin Wigger
von Robin Wigger
am 13. Feb

Die Zukunft von Dayot Upamecano ist offiziell geklärt.

Zunächst hatten französische Medien übereinstimmend berichtet, dass der 22-Jährige von RB Leipzig zum FC Bayern wechselt (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga).

Bayerns Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic bestätigte am Abend die Meldungen. "Darüber freuen wir uns beim FC Bayern sehr. Wir haben über viele Monate sehr gute, intensive und professionelle Gespräche mit Dayot und seinem Berater Volker Struth geführt", sagte Salihamidzic in der Bild.

Upamecano wird einen Fünfjahresvertrag bis 2026 an der Säbener Straße unterschreiben.

Upamecano bei Leipzig nur auf der Bank

Der französische Nationalspieler, der im Januar 2017 für zehn Millionen Euro konzernintern von Salzburg nach Leipzig gewechselt war und im Sommer seinen Vertrag bei RB bis 2023 verlängert hatte, saß im Freitagsspiel der Bundesliga gegen den FC Augsburg (2:1) nur auf der Bank.

Markus Krösche hatte sich in der Halbzeitpause noch bedeckt gehalten. "Grundsätzlich ist es so, dass er eine Ausstiegsklausel hat und wir nicht im Driver's Seat sitzen, mehr kann ich dazu nicht sagen", meinte der RB-Sportdirektor Markus Krösche am DAZN-Mikro.

Upamecano spiele nicht von Anfang an, "weil wir ein Champions-League-Spiel nächste Woche haben, das hat nichts mit anderen Dingen zu tun".

Bayern überzeugt Upamecano

Salihamidzic erklärte: "Wir wussten, dass wir sehr starke Konkurrenz hatten. Upamecano ist ein junger Spieler, 22, dessen Qualitäten bereits außergewöhnlich entwickelt sind. Ich war immer überzeugt, dass wir ein gutes Konzept vorgelegt haben."

Die Verantwortlichen "haben ihm unsere Vision seiner Laufbahn beim FC Bayern präsentiert. Während der vergangenen Woche in Doha habe ich noch einmal mit allen Beteiligten gesprochen."

Der CHECK24 Doppelpass mit Arne Friedrich und Karl-Heinz Riedle - am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Am Ende eines langen Prozesses "waren Spieler, Familie und Management überzeugt, dass der FC Bayern der richtige Partner ist."

Bayern reagiert auf Alaba-Abgang

Die Bayern reagierten damit auf den bevorstehenden Abgang David Alabas, den Karl-Heinz Rummenigge im SPORT1-Interview zuletzt bestätigt hatte.

"Das Abschiedsspiel hätten wir ihm geschenkt, wenn er seine Karriere hier beendet hätte", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender.

Mit dem bisherigen Leipziger, Nationalspieler Niklas Süle und Weltmeister Lucas Hernández haben die Bayern für die kommende Saison drei gestandene Innenverteidiger. Dazu kommt das Talent Tanguy Nianzou, auf das Trainer Hansi Flick große Stücke hält. Noch offen ist die Zukunft von Jérôme Boateng, dessen Vertrag ausläuft.

Nach Hernández, Nianzou, Corentin Tolisso, Benjamin Pavard, Kingsley Coman und Bouna Sarr wird Upamecano der siebte Franzose im Bayern-Kader.

Davies lobte Upamecano: "Biest"

Upamecano hatte Angebote mehrerer Top-Klubs - unter anderem von Chelsea und Liverpool (SERVICE: Tabelle der Bundesliga).

Volker Struth spricht im Doppelpass über seinen Klienten Dayot Upamecano. Der Spielerberater bestätigt die fixe Ausstiegsklausel, für die der FC Bayern den RB-Verteidiger im Sommer holen kann.
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Berater bestätigt: So weit sind Bayerns Verhandlungen mit Upamecano

Im zweiten Anlauf klappte es mit dem Franzosen - bereits als Talent wollten die Bayern ihn zu sich locken. "Leider hat er sich das damals noch nicht ganz zugetraut und hat dann bei Salzburg und Leipzig eine gute Entwicklung hingelegt", meinte Rummenigge zuletzt in der Bild.

Ex-Bayern-Verteidiger Markus Babbel hatte im SPORT1-Interview auf einen Deal der Münchner mit Upamecano gehofft: "Er kann helfen. Ich wäre sehr froh, wenn er nach München kommt und damit der Bundesliga erhalten bleibt."

Upamecanos baldiger Mitspieler Alphonso Davies bezeichnete den Defensivspieler in einem Clubhouse-Talk zuletzt als "Biest".

FC Bayern bezahlt Ausstiegsklausel

Für den Abwehrmann müssen die Bayern tief in die Tasche greifen. Seine Ausstiegsklausel beträgt 42,5 Millionen Euro, wie Struth kürzlich im CHECK24 Doppelpass verriet.

"Die Ausstiegsklausel wurde vereinbart, weil der Spieler entschieden hat, irgendwann den nächsten Schritt machen zu wollen", sagte Struth bei SPORT1.

Über die Gespräche mit Bayern hatte er sich lobend geäußert: "Hasan Salihamidzic gibt sich wirklich Mühe und hat die richtige Temperatur in den Gesprächen gefunden. Da ist nicht zu viel Druck drin. Dennoch wurde unterstrichen, dass man sich sehr für ihn interessiert."

Muss Süle weichen?

Die Bemühungen um - und nun der Transfer von - Upamecano seien kein Beweis dafür, dass Niklas Süle keine Rolle mehr in Bayerns Planungen spiele, meinte Struth, der auch den deutschen Nationalspieler vertritt.

Ein Klub wie Bayern habe "nicht nur zwei gute Innenverteidiger, sondern vier oder fünf. Davon verlieren sie jetzt einige."

Die Lücke in der Innenverteidigung der Leipziger könnte mit Mohamed Simakan ein Landsmann schließen. Gerüchte über einen Wechsel des 20-Jährigen zu RB Leipzig waren in den vergangenen Wochen konkreter geworden.

Bereits beschlossen ist der Transfer des Kroaten Josko Gvardiol von Dinamo Zagreb für 16 Millionen Euro.