Er war einer der Lieblinge von Ex-BVB-Trainer Nuri Sahin. Doch der endgültige Durchbruch gelang Kjell Wätjen bei Borussia Dortmund nicht. Die Folge: Seit Sommer spielt der 19-Jährige beim VfL Bochum.
Fußballtransfers: Verzichtet der BVB auf Rückkehr eines Juwels?
Verzichtet BVB auf Rückkehr von Juwel?
Die Leihe läuft noch bis Saisonende. Sein Ende im VfL-Trikot soll das aber noch nicht sein - zumindest nicht, wenn es nach den Bochumern geht.(NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)
BVB-Juwel wartet auf endgültigen Durchbruch
Wätjen feierte vor knapp zwei Jahren sein Profidebüt bei Borussia Dortmund. Damaliger Trainer: Edin Terzic. Beim 5:1-Sieg gegen Augsburg durfte der Youngster direkt über 90 Minuten ran und spielte sich in die Herzen der Fans.
Kein Wunder: Der deutsche U20-Nationalspieler ist in Gevelsberg, rund 30 Autominuten von Dortmund entfernt geboren und aufgewachsen, durchlief sämtliche Jugendmannschaften des BVB.
Im darauffolgenden Sommer wirkte es so, als könnte er unter Sahin, der große Stücke auf ihn hielt, den endgültigen Durchbruch schaffen. In der vergangenen Saison kam er aber nur noch auf zwei weitere Einsätze bei den Profis, spielte meist nur in der U23.
Nachdem Niko Kovac als Cheftrainer übernahm, wurde Wätjen fix in die zweite Mannschaft herabgestuft. Weil die U23 aber abstieg und fortan nur noch Regionalliga spielte, waren sich alle Beteiligten einig: Die Kluft zwischen 4. Liga und Bundesliga ist zu groß, Wätjen muss woanders wichtige Spielpraxis sammeln – der U17-Weltmeister (2023) wechselte zum VfL Bochum.
Rösler würde Wätjen gerne in Bochum halten
In dieser Spielzeit kommt Wätjen in Pokal und Liga auf 21 Einsätze, erzielte einen Treffer und bereitet einen weiteren vor. Doch in den letzten beiden Spielen saß der ehemalige deutsche U-Nationalspieler ausschließlich auf der Bank.
„Zu Beginn hat er regelmäßig gespielt und das auch sehr gut gemacht. Seine Rolle hat sich verändert – zunächst als falsche Neun oder Zehner, später eher auf der Außenbahn. Das kann er, aber dort braucht er noch mehr Konstanz", erklärte Bochums Trainer Uwe Rösler im SPORT1-Interview: „Wir haben auf seinen Positionen viele Alternativen, und das Leistungsprinzip gilt für alle. Er hatte eine kleine Leistungsdelle, was bei jungen Spielern völlig normal ist.“
Rösler sprach Wätjen dann noch ein großes Lob aus: „Im Training ist er aber sehr engagiert. Ich habe gerade erst lange mit ihm gesprochen – mental ist er in einer guten Verfassung. Ich habe ihm gesagt: Mach weiter so, deine Chance kommt. Für mich ist er ein wichtiger Spieler, mit dem ich gerne über die Saison hinaus arbeiten würde – wenn es möglich ist.“
BVB ist von Wätjen überzeugt
Im Oktober verriet Wätjen im Interview mit SPORT1, dass er sich sehr wohl fühle und schloss einen Verbleib beim Revierklub über die Saison hinaus nicht kategorisch aus: „Ich warte jetzt erstmal ab, was hier und in Dortmund passiert. Final ist noch nichts.“
Wätjen gilt als Vorbildprofi. Einer, der sich immer reinhängt, fleißig arbeitet, sich ständig weiterentwickeln will und sich auch abseits des Platzes beispiellos verhält. Diese Auffassung vertreten sowohl die Bochumer als auch der BVB.
- “Doppelpass on Tour”: Deutschlands beliebtester Fußballtalk auf Deutschlandtour! Termine und Tickets unter www.printyourticket.de/doppelpass oder unter der Ticket-Hotline: Tel. 06073 722740 (Mo.-Fr., 10-15 Uhr)
BVB entscheidet über die Zukunft von Wätjen
Doch wo liegt nun seine kurzfristige Zukunft? Klar ist: Der BVB sitzt am längeren Hebel.
Nach SPORT1-Informationen ist bei den Dortmunder Verantwortlichen noch keine Entscheidung gefallen, ob Wätjen, der noch bis 2028 an den BVB gebunden ist, im Sommer zurückkehren oder ob man ihm ein weiteres Jahr beim VfL Bochum zugestehen soll.
Der BVB beobachtet die Entwicklung genau, nimmt auch wahr, dass er zuletzt nicht zum Stammpersonal des Zweitligisten gehörte.
Klar ist aber auch: Ein Ende der Leihe macht nur Sinn, wenn er beim BVB auch Aussicht auf Spielzeit hat. Alles andere würde ihn in seiner Entwicklung bremsen. Und die liegt den Dortmundern sehr am Herzen. Denn der BVB ist überzeugt, dass Wätjen mittelfristig den Sprung zu den Profis schaffen kann.