Transfermarkt>

Yan Diomande: Darum ist ein pikantes Machtwort verpufft

Wie das Machtwort verpuffte

RB Leipzig stemmt sich erst vehement gegen einen Abgang von Yan Diomande. Markige Worte von Oliver Mintzlaff hallen nach - und doch kommt es nun aus guten Gründen zu dem Mega-Transfer.
Trotz der früheren Ansage von RB-Boss Oliver Mintzlaff ist der Wechsel jetzt perfekt: Yan Diomande verlässt Leipzig und schließt sich Real Madrid an.
RB Leipzig stemmt sich erst vehement gegen einen Abgang von Yan Diomande. Markige Worte von Oliver Mintzlaff hallen nach - und doch kommt es nun aus guten Gründen zu dem Mega-Transfer.

Es war ein Machtwort, das im April eigentlich keinen Interpretationsspielraum ließ: RB Leipzigs Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff schloss einen Verkauf von Yan Diomande kategorisch aus, „egal welcher Preis dort aufgerufen wird“.

Wenige Monate später ist genau das eingetreten, was Mintzlaff seinerzeit verhindern wollte: Diomande wechselt für eine Rekordsumme zu Real Madrid. Mindestens 125 Millionen Euro sollen fließen – wurden die Roten Bullen einfach schwach?

Diomande? Mintzlaff ließen selbst 100 Millionen kalt

Mintzlaff sitzt bekanntlich nicht nur im Aufsichtsrat, er ist mittlerweile Geschäftsführer des Red-Bull-Konzerns. Sein Wort hat in Leipzig Gewicht. Entsprechend hellhörig durfte man sein, als er sich in den Diomande-Poker einschaltete.

„Wenn ich Geschäftsführer Sport wäre, würde ich diesen jungen Spieler, der gerade erst noch nicht mal eine komplette Saison bei uns ist, auch nicht verkaufen, egal welcher Preis dort aufgerufen wird“, hatte der Boss geraten. Selbst 100 Millionen Euro würde er ausschlagen, betonte Mintzlaff.

Es müsse der Anspruch von RB Leipzig sein, einen Spieler nicht nach nur einem Jahr wieder zu verlieren: „Daher kann ich nur den Rat an die Geschäftsführung abgeben, diesen Spieler auch im kommenden Jahr bei uns zu behalten. Dann müssen wir sehen, wie er sich weiterentwickelt.“

Der angesprochene Geschäftsführer ist Marcel Schäfer. Dieser hatte bis einen Tag vor der Transferverkündung auch noch standhaft öffentlich behauptet, es sei die „grundsätzliche Intention“, Diomande zu behalten.

RB Leipzig lässt sich königlich bezahlen

Alles nur Verhandlungstaktik? Nach SPORT1-Informationen meinte Mintzlaff seine Aussage ziemlich ernst. Aus zwei gewichtigen Gründen galt die Sichtweise aus dem Frühjahr aber zuletzt nicht mehr.

Zum einen war da der Wunsch des Spielers, Diomande wollte den Schritt zu seinem Traumverein machen. Und ein wirklich wechselwilliger Spieler lässt sich kaum halten.

Zum anderen spielte natürlich auch der finanzielle Aspekt eine große Rolle. Den Verlust ihres Topjuwels wollte sich RBL königlich vergüten lassen. Was auch gelungen ist: Mit Bonuszahlungen könnte die Ablöse auf 135 Millionen Euro ansteigen. Damit wäre Diomande noch vor Jude Bellingham (125 Mio.) der teuerste Spieler, den die Königlichen je verpflichtet haben.

Dank Diomande: Transfervorgaben auf einen Schlag erfüllt

Und die Leipzig-Bosse hatten zudem die Auflage, im aktuellen Transfersommer 100 Millionen Euro einzunehmen. Das Ziel ist nun sogar übertroffen, die bislang ausgebliebenen Angebote für Verkaufskandidaten wie Castello Lukeba und Conrad Harder fallen somit deutlich weniger ins Gewicht.

RB hatte Diomande im Sommer 2025 vom spanischen Zweitliga-Klub CD Leganés verpflichtet, der Nationalspieler der Elfenbeinküste schlug auf Anhieb in der Bundesliga ein. 33 Einsätze, 12 Tore und acht Vorlagen und starke Aktionen bei der WM riefen Madrid auf den Plan. Und so wurde aus dem Machtwort eine Transferzusage.