Von Eric Böhm
München - Endlich haben die Dallas Mavericks einen absoluten Wunschkandidaten bekommen.
Nach jahrelang vergeblich gejagten Luftschlössern wie Dwight Howard, Deron Williams oder Carmelo Anthony ist dem NBA-Meister von 2011 mit Chandler Parsons ein genialer Coup gelungen ().
Entsprechend euphorisch begrüßte Eigner Mark Cuban seine Neuerwerbung über seinen eigenen Kurznachrichtendienst "Cyber Dust:": "Willkommen in Dallas, Chandler Parsons!!!"
Gemeinsam mit Nowitzki und Monta Ellis bildet Parsons ein schlagfertiges Trio, das sich in Sachen Feuerkraft vor niemandem verstecken muss. Rückkehrer Tyson Chandler sorgt für die nötige Stabilität.
Dabei werden mit dem extrem vielseitigen Parsons gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Nicht nur, dass Cuban erstmals seit langer Zeit einen veritablen NBA-Star auf dem Weg nach oben präsentieren kann, er schwächt auch noch den direkten Konkurrenten Houston Rockets.
Statt mit Chris Bosh und Parsons zum Titelfavoriten aufzusteigen, entschied sich der gewiefte Manager Daryl Morey nach Boshs Absage gegen Parsons, um sich den wichtigen Gehaltsspielraum nicht kaputtzumachen.
Nachdem sie die Mavs 2013 bei Howard ausstachen, müssen sich diesmal die Rockets in Form von Trevor Ariza mit dem Trostpreis begnügen.
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Parsons passt derweil perfekt ins System des Nowitzki-Teams. Coach Rick Carlisle kündigte bereits an, ihn "alles von Point Guard bis Power Forward" spielen zu lassen - im Stile eines LeBron James.
Das gelegentliche Jeans-Model ersetzt den nach Memphis abgewanderten Vince Carter als Dreierschützen vom Flügel, hat Spielverständnis (13/14 im Schnitt vier Assists) und kann durch seine Größe und Athletik auch zu einem starken Verteidiger reifen.
"Ich freue mich sehr auf das nächste Kapitel meiner Karriere in Dallas, einen großartigen Mitspieler wie Dirk und einen fantastischen Besitzer wie Mark Cuban", sagte Parsons.
Der 25-Jährige dürfte sich auch schnell auf Carlisles System einstellen, da er mit vier Jahren am College in Florida für Trainerlegende Billy Donovan und drei Jahren in Houston viel Erfahrung mitbringt.
Zudem ist er schon seit Jahren ein guter Freund Nowitzkis, seit er zum ersten Mal im alljährlichen Baseballspiel des Deutschen für einen guten Zweck mitwirkte.
An der Seite von "Dirkules" könnte sich der schon sehr gute Scorer, der 2011 nur an der 38. Stelle gedraftet wurde, zum Superstar und Nachfolger entwickeln. Bis dahin stellen er, Nowitzki und Ellis einen wahren Matchup-Albtraum für jede Verteidigung der NBA dar.
"Parsons, Dirk und Ellis werden einigen Coaches gewaltige Kopfschmerzen bereiten", bestätigt Ex-Profi Jalen Rose.
Zwar sind die Abgänge Carter, DeJuan Blair (nach Washington), Shawn Marion (Ziel unklar) und Jose Calderon (New York Knicks) nicht zu verachten, aber die Mavs sind stärker geworden.
Der neue Guard Ray Felton will sich für eine desaströse Saison in New York rehabilitieren und kümmert sich mit Devin Harris um den Spielaufbau.
Mit dem 46-Millionen-Vertrag für Parsons über drei Jahre ist der finanzielle Rahmen ausgeschöpft.
Den Kaderplatz für 2,7 Millionen Dollar Jahresgehalt - eine der vielen Ausnahmen des Tarifvertrages - dürfte der routinierte Combo-Guard Mo Williams einnehmen.
Routinier Richard Jefferson, der aus Chicago geholte Big Man Greg Smith und Sprungwunder Brandan Wright bilden eine ordentliche Bank. Zwei Plätze für Minimalgehälter sind noch offen.
Aktuell bewerben sich die beiden Guards Gal Mekel und Ricky Ledo in der Summer League für Einsatzminuten.
Nowitzkis Geduld mit Cuban und Teampräsident Donnie Nelson hat sich ausgezahlt. Die Mavericks sind gerüstet für den Angriff auf die Spurs.