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Krawalle: NBA-Stars setzen Zeichen

Krawalle: NBA-Stars setzen Zeichen

Die NBA-Spiele werden von den Ausschreitungen im Kapitol überschattet. Mehrere Teams setzen ein starkes Zeichen. Auf dem Court liefert Beal eine Rekord-Show.
Die NBA ist schon nach nur 71 Tagen wieder zurück und mit ihr auch einige Superstars. So läuft die Saison 2020/21
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von Alexandra Müller

Die NBA-Spiele wurde in der Nacht auf Donnerstag von den schockierenden Ausschreitungen im Kapitol überschattet.

So setzten sich die Boston Celtics in einem Krimi mit 107:105 bei den Miami Heat durch, doch das Spiel rückte völlig in den Hintergrund. "Um ehrlich zu sein habe ich nicht gedacht, dass wir spielen", erklärte Celtics-Trainer Brad Stevens nach der Partie. "Dann verließen die Trainer den Raum, die Spieler beendeten das Gespräch und entschieden sich zu spielen." (Alle Spiele und Ergebnisse)

Dennoch setzten die Stars der Celtics und Heat noch vor Spielbeginn ein klares Zeichen: Die Teams knieten sich während der Nationalhymne auf den Boden. Eine Reaktion sowohl auf die gewalttätigen Krawalle im Kapitol als auch auf die Entscheidung Anfang der Woche, den Polizeibeamten, der Jacob Blake im vergangenen Jahr angeschossen hatte, nicht anzuklagen.

Celtics und Heat setzen Zeichen

"Hut ab vor allen Profis in beiden Umkleidekabinen. Es ist legitim, dass jeder eine Menge auf dem Herzen hat und Enttäuschung, Entmutigung und all diese verschiedenen Emotionen verspürt", sagte Heat-Trainer Erik Spoelstra. 

Zudem gaben die Celtics und Heat kurz vor dem Anpfiff eine gemeinsame Erklärung ab.

"Wir haben uns entschieden, das heutige Spiel zu spielen, um zu versuchen, Freude in das Leben der Menschen zu bringen. Aber wir dürfen die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft nicht vergessen und wir werden weiterhin unsere Stimmen und unsere Plattform nutzen, um auf diese Probleme hinzuweisen und alles tun, was wir können, um für ein gleichberechtigteres und gerechteres Amerika zu kämpfen", hieß es darin.

Zuvor waren beide Mannschaften bis zwanzig Minuten vor dem Spielbeginn erst gar nicht zum Aufwärmen auf dem Court erschienen.

Celtics siegen in letzter Sekunde

Trotz der Unruhen entwickelte sich in der American Airlines Arena ein spannendes Match. Obwohl Boston früh bereits in Führung lag, verspielten die Celtics in den letzten Minuten noch einen Vorsprung von zehn Punkten. Innerhalb von nur 55 Sekunden egalisierten die Heat den Rückstand und glichen mit einem 10:0-Lauf zum 105:105 aus. (NBA-Tabelle)

Celtics-Guard Payton Pritchard sorgte allerdings 0,2 Sekunden vor dem Buzzer doch noch für ein Happy End der Gäste.

Bester Werfer bei Boston war Jayson Tatum mit 27 Punkten. Unterstützung gab es von Jaylen Brown, der 21 Zähler sowie zwölf Rebounds und fünf Assists beisteuerte. Auch der deutsche Nationalspieler Daniel Theis konnte einmal mehr überzeugen und legte 13 Punkte auf.

Bei Miami sorgte Starspieler Jimmy Butler für 26 Punkte, Duncan Robinson verbuchte 16 Zähler, Bam Adebayo 15 und Goran Dragic 14.

Bucks und Pistons gehen auf Knie

Auch die Milwaukee Bucks und die Detroit Pistons setzten ein Zeichen.

Sobald MVP Giannis Antetokounmpo den ersten Ballbesitz für die Bucks erlangt hatte, gingen beide Teams - einschließlich des Trainerstabs - an der Seitenlinie auf die Knie. In der Folge kassierten die Bucks zwar einen Turnover, doch beide Teams wiederholten die Aktion beim folgenden Ballbesitz der Pistons.

Erst im August hatte Milwaukee nach dem Angriff auf Blake aus Protest gegen Polizeigewalt das Playoff-Spiel gegen die Orlando Magic komplett boykottiert. Mit dem Boykott begann damals eine dreitägige Unterbrechung in der NBA.

"Hoffentlich hören wir alle zu und lernen und wachsen", sagte Bucks-Coach Mike Budenholzer, nachdem sein Team einen 130:115-Sieg eingefahren hatte. "Man weiß, dass man wahrscheinlich nie wirklich verstehen kann, was viele Menschen durchgemacht haben, aber ich selbst versuche, es besser zu machen."

60 Punkte: Beal mit Rekord-Show

Die Philadelphia 76ers setzten sich derweil in einem Offensiv-Spektakel mit 141:136 gegen die Washington Wizards durch.

Bradley Beal lief dabei zu Hochform auf und sorgte mit 60 Punkten für einen Franchise-Rekord der Wizards. Der Shooting Guard versenkte in den letzten Sekunden einen Freiwurf und erreichte damit einen Meilenstein - die Niederlage Washingtons konnte er aber nicht verhindern.

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Allein in der ersten Hälfte erzielte Beal 32 Punkte und schloss sich damit Michael Jordan (34 Punkte im Jahr 2001) und Gilbert Arenas (33 Punkte im Jahr 2006 und 30 im Jahr 2007) an, die es in den vergangenen 20 Jahren geschafft hatten, 30 Punkte in einer Halbzeit zu erzielen. Zufrieden war der Topscorer dennoch nicht: "Alle meine Karrierebestwerte waren Niederlagen. Das ist mir also völlig egal."

Zum Matchwinner wurde Philadelphias Joel Embiid, der wieder einmal dominierte und sein Team mit 38 Punkten zum Sieg führte. "Sie bezahlen mich dafür, das Spiel zu übernehmen, und sie bezahlen mich dafür, zu dominieren", erklärte der Center nach dem Duell.