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Rassismus-Eklat: Leonard bestraft

Rassismus-Eklat: Leonard bestraft

NBA-Profi Meyers Leonard von den Miami Heat sorgt mit einer antisemitischen Äußerung für einen Eklat. Die Liga verurteilt ihn zu einer Strafe.
Meyers Leonard befördert sich ins Abseits
Meyers Leonard befördert sich ins Abseits
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 11. März

Die NBA hat Meyers Leonard wegen eines antisemitischen Ausrasters bestraft. Der Star von Vizemeister Miami Heat muss 50.000 Dollar Strafe zahlen und wurde für eine Woche von Aktivitäten und Räumlichkeiten seines Teams suspendiert.

Der Center hatte während seines im Internet live übertragenen Streams des Ego-Shooters Warzone die beleidigende Formulierung "Kike" gewählt, ein amerikanisches Schimpfwort für Juden und vergleichbar mit dem N-Wort.

Bemerkenswert: Bevor Leonard das Schimpfwort abfeuerte, machte er sogar noch eine längere Sprechpause. Auch deshalb wirkt sein später veröffentlichtes Statement weniger glaubwürdig.

"Es tut mir sehr leid, dass ich während des Livestreams eine antisemitische Beleidigung verwendet habe", schrieb der 29-Jährige bei Instagram und behauptete: "Ich wusste nicht, was das Wort bedeutet, meine Unkenntnis darüber, wie beleidigend es für die jüdische Gemeinschaft ist, ist absolut keine Entschuldigung und ich habe mich falsch verhalten."

Und weiter: "Ich bin mir jetzt der Bedeutung bewusster und habe mich verpflichtet, Menschen zu suchen, die mir helfen können, mich über diese Art von Hass aufzuklären und wie wir ihn bekämpfen können."

Drei Videospiel-Unternehmen beendeten die Zusammenarbeit mit Leonard, der sich über aeinen nderen Spieler im Ego-Shooter Call of Duty aufgeregt hatte.

Heat schließen Leonard aus, NBA ermittelt

Die Heat erklärte, dass Leonard für unbestimmte Zeit dem Team fernbleiben werde und verurteilten in einer Stellungnahme "jede Form der Hassrede. Die Worte, die Meyers Leonard verwendet hat, sind falsch. Wir werden von niemandem hasserfüllte Sprache tolerieren, der in Verbindung zu dieser Franchise steht." Man werde mit der NBA kooperieren.

Auch die Liga verurteilte den Vorfall scharf. "Die NBA verurteilt unmissverständlich alle Formen von Hassreden", sagte Liga-Sprecher Mike Bass.

Derweil wandte sich Football-Star Julian Edelman in einem offenen Brief an Leonard. "Ich glaube, dass du die Worte nicht aus Hass, sondern aus Ignoranz gewählt hast. Du wolltest niemanden verletzen, aber das macht diesen Kommentar so zerstörerisch", schrieb der dreimalige Super-Bowl-Champion, der selbst jüdisch ist: "Hass ist wie ein Virus. Auch wenn es ein Versehen war, er kann sich so schnell ausbreiten." Edelman lud Leonard dazu ein, sich auszutauschen. 

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Leonard hatte sich im Januar eine Schulterverletzung zugezogen und kann in dieser Saison nicht mehr auflaufen. Nun droht ihm eine Strafe durch die Liga. (SERVICE: Tabelle der NBA)

Leonard steht bei Nationalhymne

Bereits im Sommer sorgte Leonard für Aufsehen. Während sich alle Heat-Spieler beim ersten Spiel nach dem Restart während der Nationalhymne im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung auf den Boden knieten, blieb der Center stehen. Wie die anderen Teammitglieder trug er aber ebenfalls ein Black-Lives-Matter-Shirt.

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"Ich unterstütze die Black-Lives-Matter-Bewegung und ich liebe und unterstütze das Militär und meinen Bruder und die Menschen, die gekämpft haben, um unsere Rechte in diesem Land zu verteidigen", erklärte Leonard damals gegenüber The Associated Press.

Sein Bruder trat 2008 den US-Marines bei und diente mindestens zweimal in Afghanistan.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)