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Die 84 Mio. werden Schröder verfolgen

Die 84 Mio. werden Schröder verfolgen

Dennis Schröder tritt mit einer 84-Millionen-Last bei den Celtics an, um sich zu rehabilitieren. Warum das eine große Chance ist, kommentiert SPORT1-Redakteur Raphael Weber.
Dennis Schröder hatte im Frühjahr einen lukrativen Vierjahresvertrag über 84 Millionen Euro bei den LA Lakers abgelehnt. Nach langem Warten unterschreibt der 27-jährige nun für nur ein Jahr bei den Boston Celtics.
Raphael Weber
Raphael Weber
von Raphael Weber

Zwei Zahlen werden Dennis Schröder in der heute Nacht beginnenden NBA-Saison verfolgen: 84.000.000 und 0.

84 Millionen Dollar für einen Vierjahresvertrag bei den Los Angeles Lakers soll der Point Guard im April abgelehnt haben - in der Hoffnung, dass als Free Agent im Sommer ein noch größerer Zahltag kommt. Spoiler: Er kam nicht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

0 Punkte legte Schröder dann zwei Monate später in Spiel 5 gegen die Phoenix Suns auf - die favorisierten Lakers verloren diese Partie und flogen letztlich mit 2:4 sensationell in der ersten Playoff-Runde raus. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Ein gefundenes Fressen für Medien, Fans und auch prominente Kritiker wie Lakers-Legende Magic Johnson. Tenor: Der 84-Millionen-Mann bekommt erst den Hals nicht voll und versagt dann auch noch im Rampenlicht.

Natürlich hat sich Schröder verzockt

Schröder zum Sündenbock zu machen, war natürlich einfach, die Häme nach den 84-Millionen-Storys absehbar. Sie wurde sogar noch größer, als sich Schröder dann als Free Agent mit „nur“ 5,9 Millionen für ein Jahr abfinden musste.

Klar muss man letztlich feststellen: Schröder hat sich verzockt und muss damit klarkommen, dass dieses Thema immer wieder aufkommen wird. Den Deal bei den Boston Celtics bekam er erst spät, als eben alle anderen potenziellen Plätze schon besetzt waren. Eine letzte Chance quasi.

Und genau das ist der entscheidende Punkt: Die Chance, die Schröder jetzt bei den Celtics hat, ist ein Geschenk! Denn am Ende hatte er großes Glück.

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Statt beispielsweise in Detroit oder New Orleans im Niemandsland abseits des Rampenlichts in Vergessenheit zu geraten, steht Schröder in Boston bei einem der Top-Teams des Ostens unter Vertrag. Er kann - und muss - sich im Rampenlicht beweisen, möglichst bei einem tiefen Ritt in die Playoffs.

Schröder zu den Celtics klingt nach Win-Win

Auch wenn es wohl nur dieses eine Jahr dauern wird - Schröders Engagement bei den Celtics ist ein Gewinn für beide Seiten. Nicht einmal sechs Millionen für Deutschlands besten Basketballer sind in der heutigen NBA lächerlich wenig. Zur Erinnerung: Mit 15,4 Punkte und 5,8 Assists spielte Schröder in L.A. eine insgesamt gute Saison, verdiente noch letztes Jahr 15,5 Millionen.

Boston macht also ein Schnäppchen - und Schröder darf sich bei einer der traditionsreichsten Franchises rehabilitieren, die nach Platz 7 und Aus in der 1. Playoffrunde ebenfalls etwas zu beweisen hat. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)

Hinter Jayson Tatum und Jaylen Brown ist er zwar maximal die Nummer 3 (das war er bei den Lakers mit LeBron und Anthony Davis aber auch) - an Spielzeit und Chancen sollte es trotzdem nicht mangeln.

Schröder: Zahltag mit einem Jahr Verspätung?

Denn ob Schröder nur startet oder hinter Konkurrent Marcus Smart von der Bank kommt - als Scorer und Vorbereiter hat der Deutsche die Nase vorn, defensiv stellt er zum bulligen Elite-Verteidiger der Celtics mit seiner Schnelligkeit sogar eine gute Ergänzung dar.

Es sollte niemanden überraschen, wenn Schröder bei den Celtics eine Bomben-Saison hinlegt und sich seinen Zahltag mit einem Jahr Verspätung verdient.

Die Last seines 84-Millionen-Rucksacks wird ihn verfolgen - aber Schröder hat nicht nur das Talent, sondern vor allem das Selbstvertrauen, um es seinen Kritikern zu zeigen.

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