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Shawn Bradley: 2,29-m-NBA-Riese lebt nun als Pflegefall

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Shawn Bradley: 2,29-m-NBA-Riese lebt nun als Pflegefall

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2,29-m-Riese der NBA ein Pflegefall

2,29-m-Riese der NBA ein Pflegefall

2,29-m-Mann Shawn Bradley spielte mit Dirk Nowitzki in Dallas und für den DBB, mit Michael Jordan in Space Jam. Seit einem Fahrradunfall 2020 ist er gelähmt.
Kareem Abdul-Jabbar, Larry Bird, Kevin Durant, Julius Erving, LeBron James, Magic Johnson, Chris Paul, Bill Russell und Dirk Nowitzki – nie zuvor haben so viele NBA-Spieler an einem Kampagnen-Spot mitgewirkt.
. SPORT1
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von SPORT1

Durchschlafen kann Shawn Bradley nicht mehr. Alle drei Stunden muss er in der Nacht im Bett seine Position wechseln, um sich nicht wundzuliegen.

Dafür benutzt der 2,29-m-Riese Bänder, die an seinen Knien befestigt sind. Anders geht es nicht. Erst am Morgen kommt die Pflegekraft, um ihn für den Tag frisch zu machen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Shawn Bradley war früher NBA-Star, Teamkollege unter anderem von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks und kurz auch in der deutschen Nationalmannschaft, spielte an der Seite von Ikone Michael Jordan eine kleine Rolle im Film „Space Jam“. Seit einem Jahr ist er querschnittsgelähmt.

Der 49-Jährige muss neben den enormen Herausforderungen, die der Schicksalsschlag mit sich brachte, wegen seiner Größe zusätzliche Hürden überwinden.

Was im Sport sein Vorteil war, ist im neuen Alltag eine Belastung. Schon das Krankenhausbett war für ihn viel zu kurz. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Shawn Bradley spielte neben Michael Jordan und anderen NBA-Legenden in "Space Jam"
Shawn Bradley spielte neben Michael Jordan und anderen NBA-Legenden in "Space Jam"

Shwan Bradley wird bei Unfall schwer verletzt

Ein Ausflug am 20. Januar 2021 veränderte alles. Wenige Blocks von seinem Haus in St. George/Utah entfernt war Bradley wie so oft mit dem Rennrad unterwegs, eine an seine Größe angepasste Spezialanfertigung, als ihn beim Überholen eines parkenden Autos ein Van von hinten anfuhr.

Wie Sports Illustrated berichtet, saß in dem Van eine Mutter, die es eilig hatte, ihr Kind von der Schule abzuholen. Ihren Namen wolle Bradley nicht nennen, um sie vor der Öffentlichkeit zu schützen.

Mit fast 30 km/h krachte er in den stehenden Saturn Sedan und stürzte kopfüber auf den Asphalt. Sein Helm zerbrach. „Werde ich langsam sterben?“, fragte sich Bradley, als er auf dem Boden lag und sich nicht bewegen konnte.

Er überlebte, doch sein Rückenmark wurde von verschobenen Wirbeln eingeklemmt. Bradley ist vom Brustkorb abwärts gelähmt, kann aber seine Arme benutzen.

Erst seit November wohnt er wieder zu Hause bei seiner Frau Carrie sowie Haylie, Dubbie und Max, die er adoptierte. Bradley hat auch sechs eigene Kinder aus erster Ehe.

Bradley bekam Besuch von Finley und Nowitzki

Seine Reha absolvierte Bradley in Dallas, wo er einst mit Nowitzki spielte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Dort, im American Airlines Center, schaute er zusammen mit seiner Frau Carrie im November einmal vorbei und beobachtete seine Nachfolger - aus einer Loge hoch über dem Spielfeld von seinem Rollstuhl aus.

Michael Finley besuchte ihn an diesem Tag. Mit dem heutigen Vice President of Basketball Operations fing Bradley damals etwa zur gleichen Zeit an bei den Mavs. Sie legten vor der Jahrtausendwende sozusagen den Grundstein für den Erfolg, den wenige Jahre später Nowitzki und Co. feierten.

Als sich Finley von ihm verabschiedete, genoss Bradley die Umarmung mit seinem ehemaligen Teamkollegen.

„Es fällt mir schwer, dass sie mich so sehen müssen“, sagte er hinterher Sports Illustrated und unterdrückte dabei ein paar Tränen: „Es ist eine Herausforderung, sich an das zu erinnern, was einmal war, und zu wissen, dass es nie wieder so sein wird wie früher.“

Drittgrößter NBA-Spieler in der Geschichte

So war es auch, als ihn Nowitzki gemeinsam mit Klubboss Mark Cuban besuchte.

„Wenn mich Menschen, denen ich sehr nahe stehe, zum ersten Mal so sehen, ist das emotional. Danach fühle ich mich immer extrem ausgelaugt“, sagte der mit 2,29 Metern immer noch drittgrößte NBA-Spieler der Geschichte hinter Gheorghe Muresan und Manute Bol (je 2,31).

Bradley ist auch der Rekord-Riese der deutschen Nationalmannschaft: Als Sohn einer deutschen Mutter und eines US-Soldaten im pfälzischen Landstuhl geboren, wandte er sich 2001 unter großer öffentlicher Anteilnahme dem DBB-Team zu und wurde an der Seite Nowitzkis bei der EM in der Türkei Vierter mit der deutschen Mannschaft.

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Bradley, schon vor dem Unfall lange von gesundheitlichen Problem geplagt, wiegt mittlerweile fast 160 Kilo. Sein Rollstuhl, wie das Fahrrad „custom made“, hat 8000 Dollar gekostet. Geld ist kein Problem, der frühere „Big Man“ hat in seiner Karriere gut 70 Millionen Dollar verdient.

Irgendwann will die Familie nach Dallas in ein neues Haus ziehen, das Bradleys Bedürfnissen besser angepasst ist. Er braucht mehr Platz.

Kleiner Kran hebt Bradley aus dem Rollstuhl

Bradley spricht offen über die Härten seines neuen Lebens, auch über Suizidgedanken.

„Vielleicht wäre es besser, wenn alles vorbei wäre“, spuke es manchmal durch den Kopf, spricht Bradley offen über Suizidgefühle: „Diese Gedanken schleichen sich ein - und sie sind real. Ich kann mir nicht vorstellen, darauf zu reagieren, aber ich habe sie definitiv.“

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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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Der Mann, der einst mit den besten Basketballern der Welt wetteiferte, kämpft nun um kleine Fortschritte, die ihm den Alltag erleichtern.

Derzeit wird er mit einem kleinen Kran aus dem Bett in den Rollstuhl gehoben, das dauert 15 Minuten. Abends geht es umgekehrt, doch das soll aufhören, Bradley will es ohne Hilfe schaffen. „Wir halten das alle für möglich“, sagte Bradley: „Wir sind noch nicht so weit - aber wir kommen dahin.“

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mit Sport-Informationsdienst (SID)