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„Jokmas“ - Der Tag der die NBA veränderte

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„Jokmas“ - Der Tag der die NBA veränderte

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Der Tag, der die NBA veränderte

Nikola Jokic führt die Denver Nuggets zum Titel in der NBA. Der Weg dorthin ist für den Serben steinig und schwer. Ein Tag im Dezember 2016 sollte der Auslöser für den steilen Aufstieg des Jokers und seines Teams sein.
Nikola Jokic vor dem denkwürdigen Spiel gegen die Portland Trail Blazers im Gespräch mit Michael Malone
Nikola Jokic vor dem denkwürdigen Spiel gegen die Portland Trail Blazers im Gespräch mit Michael Malone
© IMAGO/USA TODAY Network
dschunko
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Mit dem Sieg in den NBA-Finals gegen die Miami Heat sind Nikola Jokic und seine Denver Nuggets auf dem Gipfel angekommen.

Der Weg dahin war mühsam. Doch seit einem Tag im Dezember 2016 wussten sie in Colorado, dass die Reise mit dem ersten NBA-Titel enden würde. So erinnert sich jedenfalls Headcoach Mike Malone bei ESPN.

Am 15. Dezember - wenige Tage vor Weihnachten 2016 - stand Cheftrainer Malone vor der kniffligen Frage, wie er seine Nuggets wieder in die Erfolgsspur bringen könnte.

Das hoffnungsvolle Team um die beiden europäischen Big Men Jokic und Yussuf Nurkic hatte einen Stotterstart in die Saison hingelegt, woraufhin Jokic seinen Trainer bat, ihn von der Bank kommen zu lassen.

Aber nachdem die Nuggets mit 20 Punkten Differenz gegen die Dallas Mavericks verloren hatten, kam Malone auf dem Weg nach Hause eine Idee, die die Zukunft, nicht nur der Organisation, sondern der NBA verändern sollte.

„Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe“

„Ich sagte zu mir: ‚Dieser Junge war All-Rookie als Center, und ich hole ihn von der Bank, setze ihn auf der 4 und der 5 ein. Verdammt noch mal: Nikola ist ein Center. Er ist unser Center‘“, berichtete er. „Und im nächsten Spiel habe ich ihn als Center eingesetzt. Von diesem Zeitpunkt an ging es mit unserer Offensive, unserem Team, unseren Siegen, einfach mit allem aufwärts.“

Das Fundament für die Entstehung des vermutlich besten Basketballspielers der aktuellen Zeit wurde errichtet.

„Ich habe die Entscheidung getroffen, dass er bei allem, was wir tun, im Mittelpunkt stehen wird. Jede Entscheidung, die wir treffen, jeder Spieler, den wir holen, muss jemand sein, der mit Nikola zusammenspielen und ihn ergänzen kann“, führte der 51-Jährige gegenüber ESPN weiter aus.

Im nächsten Spiel startete der Joker auf der Center-Position gegen die Portland Trail Blazers. Der Serbe beendete das Spiel mit 13 Punkten, fünf Assists und vier Rebounds und führte seine Nuggets zu einem souveränen Sieg, mit zwölf Punkte Vorsprung.

An diesem Abend wurde „Jokmas“ geboren - in Anlehnung an das bevorstehende Weihnachtsfest. Auch die beiden folgenden Spiele gewann die Mannschaft aus Denver.

Und der Center aus dem serbischen Sombor trat endgültig seinen Weg zum womöglich besten Center seit Wilt Chamberlain in der NBA an.

„Jetzt, wo wir wissen, was das bedeutet, war es ein wirklich entscheidender Moment in der Geschichte dieser Franchise, denn ich denke, dass sich zu diesem Zeitpunkt alles verändert und zum Besseren gewendet hat“, sagte zu Malone ESPN. „Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.“

Als die Nuggets mit dem 41. Pick den damals 19-jährigen Jokic im NBA Draft ausgewählt haben, dürfte sich der damalige General Manager Tim Connelly nicht in seinen kühnsten Träumen ausgemalt haben, dass der lange übergewichtige Teenie zu einem der besten Spieler der NBA werden würde.

Jokic - der Mann, der alles kann

Neun Jahre nach diesem Draft ist Jokic zu einem überragenden Center geworden, der nicht nur am Brett eine Macht ist, sondern auch die Bälle wie ein Point Guard verteilen und aus der Lang- und Mitteldistanz sicher abschließen kann - ein Spieler ohne Schwäche.

Selbst die besten Trainer der Liga finden bislang keine Antworten auf den Serben. Auch Heat-Chefcoach Erik Spoelstra musste sich mit der Niederlage in Spiel fünf der Finals geschlagen geben.

Für seine Fans aber wird dieser 12. Juni 2023 eine womöglich noch größere Bedeutung erlangen als „Jokmas“.