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Mord von Ex-NFL-Star: Neue Details

Mord von Ex-NFL-Star: Neue Details

Der frühere NFL-Profi Phillip Adams tötet fünf Menschen und sich selbst. Vertraute rätseln über die Hintergründe, der Vater gibt dem Football die Schuld.
Der ehemalige 49ers-Cornerback Adam Phillips soll in South Carolina fünf Menschen und sich selbst erschossen haben. Der lokale Polizei-Sheriff ist noch auf der Suche nach Antworten.
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von SPORT1

Diese Schreckensnachricht ist ähnlich verstörend wie der Fall Aaron Hernandez: Ein früherer NFL-Spieler hat sich als Mörder von fünf Menschen entpuppt.

Bei dem Mann, der in Columbia, South Carolina am Mittwoch fünf Personen und einen Tag später sich selbst umgebracht hat, handelt es sich um Phillip Adams, zwischen 2010 und 2015 aktiv für die San Francisco 49ers, New England Patriots, Seattle Seahawks, Oakland Raiders, New York Jets und Atlanta Falcons.

Das bestätigte die zuständige Polizei, nachdem verschiedene US-Medien darüber berichtet hatten.

Fünf Todesopfer, darunter zwei Kinder

Der Täter hat nach Angaben des York County Sheriff's Office den 70 Jahre alten und in seiner Heimatregion sehr bekannten Arzt und Autor Robert Lesslie in dessen Haus in Rock Hill, dessen 69 Jahre alte Frau und deren Enkel im Alter von neun und fünf Jahren ermordet. Unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet die US-Nachrichtenagentur AP, dass Adams bei dem Arzt in Behandlung war - was die Polizei nicht bestätigte.

Unter den Opfern befindet sich zudem ein Mann, der im Haus des Doktors gearbeitet hat. Ein weiterer ebenfalls in dem Haus arbeitender Mann wurde mit schweren Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht und kämpft nach Angaben eines Familienmitglieds um sein Leben.

Adams wurde nach stundenlanger Suche der Polizei kurz nach Mitternacht in seinem Elternhaus in der Nähe des Tatorts gefunden, mit einer Schusswaffe zu Tode gebracht. Nachbarn berichteten, dass die Ordnungshütern stundenlang vergeblich versucht hätten, Adams dazu zu bringen, sich zu stellen, Adams' Mutter war in Sicherheit gebracht worden.

Was trieb Adams zu der Tat? Familienmitglieder und Vertraute stehen vor einem Rätsel.

Phillip Adams spielte für 49ers und Falcons

In seiner Karriere erlitt der im Alter von 32 Jahren gestorbene US-Amerikaner mehrere Verletzungen, unter anderem einen Sprunggelenksbruch und eine Gehirnerschütterung. Ob dieser Aspekt eine Rolle spielt, wird in US-Medien mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet: Die lange unterschätzten Kopfverletzungs-Folgen haben gerade bei früheren NFL-Spielern schon zu vielen tragischen Schicksalsschlägen geführt.

Adams' Vater Alonzo erklärte beim Fernsehsender WCNC-TV, dass sein Sohn die Football-Karriere nicht gutgetan habe. "Ich kann sagen, er ist ein gutes Kind, er war ein gutes Kind, und ich glaube, der Football hat ihn fertig gemacht", sagte Adams ("football messed him up"). Alonzo Adams ergänzte: "Er hat nicht viel geredet und niemanden gestört."

Adams war offenbar auch wirtschaftlich in Not

Kevin Smith, früherer Cornerback der Dallas Cowboys, der ein Trainer von Adams war, berichtet, dass Adams zuletzt einen Smoothie-Shop aufgemacht hatte und die Geschäftsidee von der Corona-Pandemie durchkreuzt worden war.

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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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Adams' Agent Scott Casterline zeigte sich bei AP schockiert über die Tat: "Das passt so gar nicht zu ihm. Er kann nicht richtig bei Verstand gewesen sein." Casterline ergänzte, dass das Ende seiner NFL-Karriere ein Schlag für ihn gewesen wäre: "Ich wusste, dass er Schmerzen hatte und den Football vermisst hatte, aber er hat keine Ratschläge zu seiner Gesundheit angenommen." Casterline hätte das Gefühl gehabt, "dass er ohne Football irgendwie verloren war, auf bestimmte Weise deprimiert."

Sowohl Smith als auch Casterline betonten, dass Smith kein Alkohol getrunken und keine Drogen genommen hätte.