vergrößernverkleinern
Aaron Hernandez Court Appearance
Aaron Hernandez wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt © Getty Images
teilenE-MailKommentare

Erstmals seit dem Suizid von Aaron Hernandez sprechen Ex-Teamkollegen über den Skandal-Profi und enthüllen weitere verstörende Details.

Aaron Hernandez' Geschichte ist eine der verstörendsten der vergangenen Jahre im US Sport: Anfang der 2010er Jahre war der Tight End zusammen mit dem heutigen Superstar Rob Gronkowski ein gefeierter Jungstar bei den New England Patriots, erreichte mit den Pats den Super Bowl 2011 und wurde in den Pro Bowl gewählt.

Privat steckte das Football-Talent aber offenbar tief im Drogensumpf, schlitterte von einem Drama ins nächste. 2013 wurde Hernandez schließlich unter Mordverdacht festgenommen, woraufhin ihn die Patriots, die ihn ein Jahr zuvor noch mit einem Vertrag über 40 Millionen Dollar ausgestattet hatten, entließen. 2015 dann das Urteil: Lebenslange Haft ohne eine Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung.

Doch damit nicht genug: 2017 sah sich der gefallene Star einer zweiten Mordanklage ausgesetzt. Schon 2012 soll Hernandez einen Doppelmord verübt haben, aus Mangel an Beweisen wurde der Beschuldigte im April 2017 allerdings freigesprochen.

Hernandez nimmt sich das Leben

Nur fünf Tage nach dem Richterspruch wurde Hernandez unter mysteriösen Umständen erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Bei einer Obduktion seines Gehirns stellten Forscher die degenerative neurologische Erkrankung CTE in weit fortgeschrittenem Stadium fest, die erwiesenermaßen durch die Zusammenstöße im American Football hervorgerufen werden kann.

Darüber hinaus wurde nach Hernandez' Tod über seine vermeintliche Bisexualität berichtet, aufgrund derer er offenbar lange ein Doppelleben geführt haben soll. In seiner Kindheit soll er sexuell missbraucht worden sein.

Wie unberechenbar und schizophren sich Hernandez schon während seiner Profi-Karriere verhielt, offenbarten jetzt erstmals ehemalige Patriots-Teamkollegen im Boston Globe.

Fletcher: "Wie der Joker in Batman"

Hernandez erinnerte ihn an den "Joker in Batman", sagte Linebacker Dane Fletcher, der 2010 zusammen mit Hernandez seine NFL-Karriere bei den Patriots startete. Fletcher meinte das nicht nur im übertragenden Sinn, einmal habe sich Hernandez in der Umkleidekabine mit ihm angelegt und genauso gelacht wie der Film- und Comic-Bösewicht.

"Er hatte enorme Stimmungsschwankungen. Einmal war er der aggressivste und maskulinste Kerl im Raum, der bereit war, sich in einem Wutanfall mit jedem anderen zu prügeln. Das nächste Mal war er die sensibelste Person und redete darüber, wie er mit seiner Mutter kuschelte", verriet Ex-Patriots-Receiver Brandon Lloyd.

Außerdem sei Hernandez von großen Selbstzweifeln geplagt worden: "Manchmal fragte er mich: 'Glaubst du, ich bin gut genug um zu spielen?'", so Lloyd weiter.

Auseinandersetzung mit Brady

Selbst Superstar Tom Brady hatte offenbar seine Probleme mit dem damaligen Jungstar. Hernandez' Ex-College-Teamkollegen Tim Tebow soll Brady gesagt haben, er versuche ein Auge auf den Tight End zu haben. Dieser sei aber "nur schwer in den Griff zu bekommen".

Bei einem Training sollen sich Brady und Hernandez sogar eine lautstarke Auseinandersetzung geliefert haben, weil letzterer nicht die nötige professionelle Einstellung gezeigt, in Flip Flops herumgealbert und die Einheit gestört haben soll: "Halt verdammt nochmal den Mund! Hau verdammt nochmal ab!", wird Brady von Lloyd zitiert.

---

Lesen Sie auch:

Neue Details zu Hernandez' Suizid

Details zu Hernandez' Knastleben

Nächste Artikel
previous article imagenext article image