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NFL: Dieses Thema hat sich auf absehbare Zeit erledigt

Dieses Thema ist vorerst erledigt

Ein lange Zeit ereignisarmer Super Bowl bestätigt zum Leidwesen der Zuschauer die Prophezeiungen vieler Experten. Den Patriots droht bis ins letzte Viertel sogar eine historische Demütigung, ihre Schwächen werden gnadenlos aufgedeckt - ein Kommentar.
Die Seattle Seahawks feiern den zweiten Super Bowl-Triumph ihrer Franchise-Geschichte. Anschließend wird in der Kabine ausgelassen gefeiert.
Ein lange Zeit ereignisarmer Super Bowl bestätigt zum Leidwesen der Zuschauer die Prophezeiungen vieler Experten. Den Patriots droht bis ins letzte Viertel sogar eine historische Demütigung, ihre Schwächen werden gnadenlos aufgedeckt - ein Kommentar.

Es war ein Super Bowl wie gemalt für den Mainstream, gerade auch in Deutschland.

Patriots und Seahawks: Damit kann jeder halbwegs NFL-Interessierte seit den Zeiten von Tom Brady und Russell Wilson etwas anfangen, auch wenn er sich nicht jedes Wochenende die Nächte um die Ohren schlägt, um Football zu schauen.

Dominante Defense, mäßige Quarterbacks

Was die beiden Teams im Levi’s Stadium in der Nacht auf Montag deutscher Zeit dann boten, war allerdings wenig mainstreamtauglich - am Ende aber genau das, was man von diesem Spiel erwarten durfte (oder musste): dominante Defenses, mäßige Quarterback-Leistungen und als Folge davon kaum Touchdowns und wenige Punkte.

All diejenigen, die vorher schon geunkt hatten, beide Teams wüssten eigentlich gar nicht so recht, wie sie im Super Bowl gelandet waren, durften sich bestätigt fühlen - wobei sich diese Behauptung in deutlich größerem Maße auf New England bezogen hatte.

Die Unterstellung, Drake Maye und Co. hätten vom leichtesten Spielplan der gesamten Liga, schwacher Konkurrenz in der AFC und obendrein von für sie glücklichen Fügungen wie der Verletzung von Broncos-Quarterback Bo Nix vor dem AFC Championship Game profitiert, konnten die Patriots im Endspiel jedenfalls nicht entkräften.

Historische Demütigung drohte

Bis ins vierte Viertel hinein brachte die Offense des Teams von Mike Vrabel nicht einen einzigen Zähler auf die Anzeigetafel, es drohte schon eine historische Demütigung: Ohne Punkte war im Super Bowl noch keine Mannschaft geblieben, nur zwei Teams schafften es nicht über drei Zähler hinaus.

Zwar konnte Quarterback Drake Maye seine eigenen Statistiken und die seiner Offense in einem wilden letzten Viertel noch etwas beschönigen, seine beiden Interceptions und die sechs Sacks, die seine Offensive Line nicht zu verhindern wusste, kamen die Patriots aber teuer zu stehen.

Weil auch das Laufspiel überhaupt nicht funktionierte. Bezeichnend: Maye führte sein Team mit gerade einmal 37 Rushing Yards in dieser Hinsicht deutlich vor seinen Running Backs an. Über drei Viertel lang gab es für die bemitleidenswerten Patriots-Fans überhaupt nichts zu jubeln.

„Patriots + Super Bowl + MVP-Kandidat“

Es fehlte dem obendrein von einer Schulterverletzung gehandicapten Maye also in vielerlei Hinsicht an Unterstützung, eines wurde aber auch deutlich: Der 23-Jährige mag zwar nur hauchdünn am MVP-Titel der Regular Season vorbeigeschrammt sein, jegliche Vergleiche mit einem gewissen Tom Brady, die in den vergangenen Tagen aus der Gleichung „Patriots + Super Bowl + MVP-Kandidat“ konstruiert wurden, verbieten sich aber bis auf Weiteres.

Am Ende reichte den Seahawks eine solide Leistung ihres Quarterbacks Sam Darnold, um den zweiten Super-Bowl-Titel ihrer Franchise-Geschichte einzufahren. Im Gegensatz zu Maye hatte Darnold offensiv aber auch Unterstützung durch das starke Laufspiel des zum Super-Bowl-MVP gewählten Running Backs Kenneth Walker III (135 Rushing Yards, 26 Receiving Yards).

„Defense wins Championships“

Und wie von vielen Experten prophezeit, traf zudem die altbekannte Weisheit „Defense wins Championships“ auf dieses Duell und gerade auf die Seahawks in besonderem Maße zu - was dazu führte, dass viele Gelegenheitszuschauer und manch ein Patriots-Sympathisant sich womöglich schon verabschiedet hatten, als Maye und Co. mit dem Mute der Verzweiflung im letzten Viertel doch noch ein wenig Spektakel heraufbeschworen.

Den Seahawks-Fans darf das jedoch herzlich egal sein: Ihr Team war im Vergleich mit den Patriots nicht nur an diesem Abend, sondern auch schon vor dem Super Bowl das überzeugendere - und ist ein verdienter Champion!

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