Der meistgehasste Spieler der NFL
Historisch! Quarterback knackt irre Schallmauer
Deshaun Watson liefert einmal mehr eine schlechte Vorstellung in der NFL ab. Sowohl die eigenen Fans als auch mehrere Experten wollen ihn nicht mehr in der Liga sehen. Das liegt nur teilweise an den Skandalen in der Vergangenheit.
Deshaun Watson brauchte auf dem Weg in die Kabine ein dickes Fell. Mehrere Videos belegen, wie der Quarterback der Cleveland Browns nach dem NFL-Saisonauftakt von den Fans wüst beschimpft wurde. „Verpiss dich“, war da noch unter den freundlichsten Ausdrücken.
Erst auf den zweiten Blick wurde deutlich, dass Watson nach dem 10:34 bei den Jacksonville Jaguars gar nicht nur von den Anhängern des Gegners beschimpft wurde. Vielmehr wünschten ihm selbst die Browns-Fans nichts Gutes. Nach gerade einmal einem Spiel wird deutlich: Niemand will ihn mehr in der Liga sehen.
Sogar eigene Fans hassen Watson
Der 31-Jährige hatte sich im Herbst 2024 die Achillessehne gerissen und verpasste daraufhin die gesamte Saison 2025. Nun kehrte er nach fast zwei Jahren zurück und enttäuschte einmal mehr. Bereits beim fünften Play der Partie warf Watson eine Interception, Cleveland fand anschließend offensiv kaum in die Begegnung.
Der Quarterback brachte 16 seiner 22 Pässe für 205 Yards, einen Touchdown und eine Interception an. Fünfmal wurde Watson gesackt, die Browns kamen insgesamt nur auf 272 Yards Raumgewinn und verloren den Ball zweimal. Jacksonville hatte die Partie schon früh unter Kontrolle und führte bereits im dritten Viertel mit 31:0.
Dabei ist der krachende Fehlstart mit Watson nicht einmal eine Überraschung. Eigentlich erwartete jeder, dass es so kommen würde. Denn schon vor der langen Verletzung hatte der Spielmacher nicht nur für Skandale gesorgt, sondern auch sportlich stets enttäuscht – und sich dann noch über fehlende Unterstützung der Fans gemotzt.
Nzeocha: „Experiment ist fehlgeschlagen“
Dass Watson nun erneut der Stammspieler sein soll, kritisierte der ehemalige deutsche NFL-Star Mark Nzeocha im SPORT1-Interview bereits vor dem Spiel. „Ich bin kein Fan der Entscheidung. Ich bin auch kein Fan seines Spiels. Auch die ganze Preseason hindurch hat es sich wieder klar gezeigt: Dieses Experiment hat einfach nicht funktioniert! Das ist fehlgeschlagen.“
NFL-Star vor dem Aus? "Das Experiment ist fehlgeschlagen"
Vielmehr würde der Fachmann die jungen Ersatzleute Shedeur Sanders oder Dillon Gabriel ins Rampenlicht stellen. „Schau dir doch die Jungs an, wo noch Potenzial ist! Gib ihnen den Raum, nach oben zu wachsen, und schau, was du an denen hast. Bei Watson weißt du genau, was du kriegst. Wenn es so läuft, wie ich erwarte, stehen die Browns dann bei 0-2 oder 0-3 und in Woche vier oder fünf spielt sowieso ein anderer Quarterback. Warum also nicht sofort?“
Die Prognose von Nzeocha dürfte bald Realität werden. Und das nervt in den USA gleich mehrere Experten. Dem Ex-Quarterback Alex Smith platzte der Kragen. „Es ist so wahnwitzig“, redete er sich bei ESPN regelrecht in Rage: „Wie realitätsfern muss man sein, wenn man Deshaun ist? Was hast du getan, um dieser Fanbase etwas zum Jubeln zu geben? Das geht in die Geschichte ein als der schlechteste Vertrag aller Zeiten. Du warst nie verfügbar und wenn du da warst, warst du total Schrott.“
Steven A. Smith wütete bereits vor drei Wochen bei ESPN: „Deshaun Watson ist fürchterlich. Er ist so fürchterlich, dass ich es akzeptieren würde, wenn jemand ihn wegen seiner Fürchterlichkeit verhaften wollte.“ In den sozialen Medien forderten viele Fans nach dem schwachen Auftritt mal wieder einen Wechsel zu Shedeur Sanders.
Und Watson? Der verteidigte sich. „Schlechte Spiele passieren ständig. Schaut euch die ganze Liga an, jeder wirft Interceptions, jeder macht schlechte Spiele. Ihr müsst der Verteidigung Anerkennung zollen.“
Die Skandalakte Watson: Sexuelle Übergriffe, Sperre
Einst wurde Watson bei den Houston Texans gefeiert und war einer der elektrisierendsten jungen Quarterbacks der Liga. Doch dann wendete sich das Blatt. Gleich 23 Frauen warfen ihm sexuelle Übergriffe bei Massagen vor und verklagten den Star.
Watson gab zu, dass drei der Massage-Sitzungen mit Sex geendet hatten, alles sei jedoch einvernehmlich gewesen. Er beharrt auf dem Standpunkt, „nichts“ Unrechtes getan zu haben. Von der NFL wurde er 2022 für elf Spiele wegen der Vergehen gesperrt, ein offizielles Gerichtsurteil gab es nicht. Es kam zu zahlreichen Vergleichszahlungen.
Rusty Hardin, einer der Verteidiger des umstrittenen Spielmachers, machte auch noch mit höchst fragwürdigen Einlassungen auf sich aufmerksam. Der 80 Jahre alte Anwalt fabulierte in einem Radio-Interview von Massagen mit „Happy Ends“, an denen halt nichts Illegales sei. Watson wird seither von den meisten Fans gehasst.
Cleveland Browns geben Watson den wohl schlechtesten Vertrag der Geschichte
Die Browns machten trotz dieser verheerenden Vorgeschichten einen historischen Fehler: 2022 gaben sie dem Spielmacher einen Rekordvertrag über fünf Jahre. Insgesamt sind die kompletten 230 Millionen Dollar für den Quarterback garantiert. Ein fixes Gehalt in dieser Höhe gab es noch nie in der NFL. Als Bonus für seine Unterschrift kassiert Watson direkt 44,95 Millionen – und damit fast so viel wie sein Grundgehalt für die Jahre 2023 bis 2026.
Weitere News
Die Browns, die zuvor aufstrebten, sind wegen Watson in der Versenkung verschwunden. Nun haben die Fans nur noch eine Hoffnung. Diese Saison soll schnell vorbeigehen. Denn im Frühjahr 2027 endet der Vertrag von Watson. Eine Zukunft in der NFL hat er dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr.