Mit Blick auf Olympia ist der zweimalige Stanley-Cup-Sieger aus Augsburg gerade noch rechtzeitig fit geworden. Zum Start der NHL-Saison fiel Nico Sturm mit einem Bandscheibenvorfall aus. Jetzt ist der Center wieder voll fit und befindet sich nach seiner Rückkehr zu den Minnesota Wild voll im Kampf um die Playoffs. Seine Verletzung hat der 1,91-Meter-Mann nach einer OP überstanden.
"Es gab keine andere Option, es war unumgänglich"
„Es gab keine andere Option“
Auf dem Weg zu den Spielen in Italien nahm sich Sturm Zeit für SPORT1 und sprach im Interview über die Rückkehr, seinen Bandscheibenvorfall und die Erwartungen für Olympia.
SPORT1: Herr Sturm, nach Ihrem zweiten Stanley-Cup-Siegen mit den Florida Panthers im vergangenen Jahr sind Sie seit Sommer zurück bei den Minnesota Wild. Wie besonders ist es, wieder für dieses Team zu spielen?
Nico Sturm: Es ist mein Zuhause geworden, mit meiner Verlobten, die aus Minnesota kommt (Eishockey-Spielerin Taylor Turnquist, d. Red.). Ich bin der Organisation unglaublich dankbar, die mich vor sieben Jahren zum NHL-Spieler machte. Ich fühle mich unglaublich wohl. Ich finde auch, die Art und Weise, wie wir in Minnesota spielen, hat immer zu meinem Spielstil gepasst. Wir haben eine überragende Mannschaft.
„Der Zeitpunkt war blöd mit der OP“
SPORT1: Es ist noch nicht lange her, dass Sie am Rücken operiert worden sind. Wie geht es Ihnen?
Sturm: Ich hatte einen Bandscheibenvorfall, den ich mir im ersten Tag im Trainingslager zugezogen habe. Es ist keine spezielle Aktion gewesen, sondern einfach der Verschleiß von den Jahren. Gerade für mich als größeren Spieler, der viele Bullys nimmt, ist das Vorbeugen nicht so gesund. Natürlich ist Eishockey für den Rücken grundsätzlich eine sehr ungesunde Sportart. Der Zeitpunkt war blöd mit der OP. Wenn es drei Wochen früher gewesen wäre, hätte es mir besser gepasst. Aber es gab auch keine andere Option, es war unumgänglich und ich fühle mich gut. Mittlerweile bin ich happy und fühle mich gut, gerade, wenn man betrachtet, wie viel Eishockey wir in den letzten Wochen gespielt haben.
SPORT1: Gab es die Sorge, dass Sie die Olympischen Spiele verpassen könnten?
Sturm: Nein, das stand eigentlich nie zur Debatte. (...) Natürlich, man kann nie wissen - eine Rücken-OP, da kann immer mal was schiefgehen, aber von der Timeline her war eigentlich nie eine Sorge da, dass es nicht klappen könnte.
SPORT1: Diese Woche wird der finale Olympia-Kader nominiert. Wie war zuletzt der Austausch mit dem Bundestrainer?
Sturm: Eigentlich relativ wenig. Ich wusste ja schon, dass ich dabei bin, als sie vor ein paar Monaten diese sechs Spieler bekannt gegeben haben (Anm. d. Red.: Im Sommer hatte der DEB die ersten sechs Spieler für Olympia benannt, darunter Nico Sturm). Ich versuche es noch ein bisschen zu verdrängen, weil es noch vier Wochen sind und wir in der NHL gefühlt noch 20 Spiele bis dahin haben. Ich will es nicht verschreien, aber es kann noch viel passieren. Aber klar: Je näher es jetzt rückt, desto größer ist die Vorfreude.
NHL? „Da steckt viel Geld dahinter“
SPORT1: Ein großes Thema in den USA und Kanada ist das Eis in Mailand und die Eishalle selbst. Inwiefern beschäftigt Sie das?
Sturm: Ich bekomme nur das mit, was man in den Medien liest. Am Ende sind die Bedingungen für alle gleich. Ich mache mir jetzt nicht so viele Gedanken drüber - wenn wir dann da sind, schauen wir mal, wie es aussieht.
SPORT1: Die Sorge, dass die NHL sagt: Das reicht uns nicht, wir lassen euch nicht gehen. Ist das etwas, womit man sich auseinandersetzen muss?
Sturm: Natürlich, der NHL ist die Sicherheit der Spieler schon sehr wichtig. Das sollte auch so sein, da steckt viel Geld dahinter. Rund um Olympia gibt es mittlerweile aber einen so großen Hype, da müsste schon ein arg großer Abfall sein bei der Arena oder beim Eis, damit die NHL sagt, das machen wir nicht. Uns wurde schon mitgeteilt, dass wir keine NHL-Bedingungen erwarten dürfen bei Olympia. Ich werde einfach Eishockey spielen und das genießen, das wird eine einmalige Sache, speziell, weil mir der Turnier-Style, wie auch bei Weltmeisterschaften, sehr gefällt. Das erinnert mich immer an die Turniere, die man als kleines Kind gespielt hat.