Anzeige
Home>Volleyball>Volleyball-WM Frauen>

Ein populärer Sport-Star klagt an: Diese Aussagen schockieren Italien

Volleyball-WM Frauen>

Ein populärer Sport-Star klagt an: Diese Aussagen schockieren Italien

Anzeige
Anzeige

Diese Aussagen wühlen Italien auf

Vorzeige-Sportlerin Paola Egonu klagt nach der Volleyball-WM über rassistische Anfeindungen und deutet ihren Rücktritt an - schockierte Reaktionen sind die Folge.
Paola Egonu ist in Italien ein über den Sport hinaus bekannter Star
Paola Egonu ist in Italien ein über den Sport hinaus bekannter Star
© Imago
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann

Paola Egonu ist die wohl beste Volleyballspielerin Italiens - aber sie ist mehr als das. Sie ist eine über ihren Sport hinaus bekannte und geachtete Persönlichkeit.

Im jungen Alter von 23 Jahren war Egonu schon Fahnenträgerin bei Olympia und „Frau des Jahres“ für „La Repubblica“. Sie ist Werbeträgerin für die Edelmarke Armani und wurde auch engagiert als Co-Moderatorin einer Satire-Sendung und Synchronstimme für die italienische Vertonung des oscargekrönten Disney-Pixar-Films Soul. (NEWS: Alle Neuigkeiten zum Volleyball)

Die 1,93 Meter große Egonu, Tochter nigerianischer Eltern und seit einem Coming-Out 2018 bekennend lesbisch, ist ein gern vorgezeigtes Gesicht des modernen Italien. Umso mehr wühlt das Land nun auf, was Egonu am Finaltag der von Serbien gewonnenen Volleyball-WM zu sagen hatte.

Paola Eguno: Riesen-Wirbel um Video nach Volleyball-WM

Nach dem gewonnenen Spiel um Platz 3 gegen die USA im niederländischen Apeldoorn wandte sich Egonu unter Tränen an ihren im Zuschauerbereich sitzenden Agenten, berichtete ihm von rassistischen Anfeindungen - und schien ihm ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft mitzuteilen.

„Du kannst es nicht verstehen, du kannst es nicht verstehen“, sagte Egonu - am Donnerstag mit Italien im Halbfinale gegen Brasilien unterlegen: „Sie haben mich gefragt, warum ich Italienerin bin. Das war mein letztes Spiel für die Nationalmannschaft.“

Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

Das Gespräch wurde von einer Handykamera einer anderen Person aufgezeichnet und verbreitete sich schnell viral in den sozialen Medien.

Egonu, die zu den besten Spielerinnen der Welt gehört, wirkte schon unmittelbar nach dem Spiel enorm mitgenommen, wurde von mehreren Teamkolleginnen getröstet. Danach brach etwas aus ihr heraus, das für mehr Wirbel sorgte, als sie selbst es offenbar beabsichtigt hatte.

„Ich frage mich, warum ich solche Menschen repräsentieren muss“

Kurz danach stellte Egonu in einem TV-Interview bei Sky klar, dass sie doch nicht zurücktreten werde, nur eine „Pause“ brauche, sie sei „mental müde“ von der Art und Weise, wie sie als Person „ins Visier genommen“ werde.

Sie deutete an, sowohl von Teilen der Fans als auch der Medien schlecht behandelt worden zu sein - in einer Weise, die bei ihr zumindest die Frage aufgeworfen hätte, ob sie im Nationalteam am richtigen Ort sei.

„Es gibt Leute, die mich gefragt haben, ob ich Italiener bin. Ich frage mich, warum ich solche Menschen repräsentieren muss“, führte sie aus: „Ich würde gerne verstehen, was einige Journalisten denken. Ich stecke meine Seele hier hinein, ich stecke mein Herz hier hinein, behandle niemanden respektlos. Es tut also weh.“

Doch kein Rücktritt: Berater spricht von „Ausbruch“

Im selben Atemzug betonte Egonu, dass es ihr trotzdem noch eine „Ehre“ sei, das Nationaltrikot zu tragen, sich im Team wohlfühle und ihre Kolleginnen nicht im Stich lassen wolle.

Auch Berater Marco Reguzzoni mühte sich, die Wogen zu glätten. Egonus Rücktrittsankündigung sei ein spontaner „Ausbruch“ in der Emotion nach dem Spiel gewesen, den sie schnell überdacht hätte.

Egonu sei frustriert gewesen, wie sehr ihr das Verpassen des Finals vor allem persönlich durch „harte Angriffe“ angelastet worden war: „Wenn sie nicht gut spielt, wird sie immer beschuldigt. Und das tut ihr weh. Sie ist ein menschliches Wesen.“

Eguno bekommt viel Solidarität - auch aus der Politik

Der Ausbruch Egonus und der Umgang mit ihr fand in Italien viel Widerhall, auch vor dem Hintergrund der jüngsten Abstimmungserfolge rechtsgerichteter Parteien bei der Parlamentwahl.

Eguno empfing viele Solidaritätsbekundungen, auch aus der Politik, unter anderem auch vom ehemaligen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte.

Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

„Solidarität mit Paola Egonu, Stolz Italiens, Meisterin auf und neben dem Volleyballplatz“, schrieb der Parteichef der 5-Sterne-Bewegung: „Die vulgären Worte, die an sie gerichtet sind, sagen nichts über sie aus, sondern über die armseligen Individuen, die sie ausgesprochen haben.“