Je länger die Jugend-Junioren-WM im Biathlon andauert, desto erfolgreicher wird sie aus deutscher Sicht. Am Schlusstag der Titelkämpfe in Östersund (Schweden) haben sich sowohl die deutschen Juniorinnen als die Junioren Silber gesichert.
Biathlon: Nächster Medaillen-Coup für deutsche Youngsters
DSV-Skijäger landen Doppel-Coup
Das deutsche Quartett um Charlotte Gallbronner, Lea Zimmermann, Alma Siegismund und Lotta de Buhr beendete das Rennen hinter Frankreich, konnte aber das norwegische Quartett hinter sich lassen. Das Männer-Team, bestehend aus Linus Kesper, Fabian Kaskel, Elias Seidl und Leonhard Pfund, musste sich nur der Staffel aus Norwegen geschlagen geben.
DSV-Juniorinnen beginnen mit Strafrunde und laufen zu Silber
Zunächst waren die deutschen Juniorinnen an der Reihe, erwischten jedoch einen kleinen Fehlstart. Startläuferin Charlotte Gallbronner kam zwar beim Liegendanschlag fehlerfrei davon, musste beim Stehendschießen jedoch in die Strafrunde. Folgerichtig klaffte eine Lücke auf die favorisierten Französinnen und das deutsche Team übergab nur auf Rang fünf.
„Es ist den ganzen Tag über schon ziemlich windig, es kommen Böen rein, das ist natürlich schwierig“, schilderte Gallbronner nach dem Rennen in der ARD.
Lea Zimmermann an Position zwei musste Frankreich zwar noch weiter davon ziehen lassen, verkürzte dafür aber den Abstand auf die Medaillenränge und brachte Alma Siegismund damit in eine gute Ausgangslage. Zwar wackelte Siegismund am Schießstand, jedoch machte die Konkurrenz noch mehr Fehler, wodurch sich ein Duell um Silber zwischen Deutschland und Norwegen herauskristallisierte.
Schlussläuferin Lotta de Buhr ließ es auf der Strecke so richtig krachen und setzte sich trotz mehrerer Nachlader gegen ihre norwegische Konkurrentin durch. „Es war ein harter Kampf am Ende, aber ich wusste, dass ich die Norwegerin im Griff habe“, zeigte sie sich im Interview in der ARD erleichtert.
Erst am Vortag konnten sich die Jugend-Staffel (Jahrgänge 2006 - 2009) Gold sichern. Doch auch die Silber-Medaille der Juniorinnen (Jahrgänge 2003-2005) glänzt fast wie Gold - wenn man bedenkt, dass mit Julia Tannheimer und Selina Grotian bereits zwei Juniorinnen im A-Kader mitmischen und gar nicht in Östersund mit dabei waren.
Deutsche Junioren setzen silbernen Schlusspunkt
Für das deutsche Männer-Team lief es hingegen von Beginn an rund. Startläufer Linus Kesper zeigte eine grandiose Vorstellung und musste bei teilweise starken Windböen nur einmal Nachladen. Angesichts seiner ebenfalls starken Lauf-Performance im tiefen Schnee von Östersund, brachte er Deutschland mit 17 Sekunden Vorsprung auf Position eins zum Wechsel.
Fabian Kaskel schloss an die Leistung seines Teamkollegen nahtlos an. Der Youngster räumte alle Scheiben ohne Nachlader ab und behauptete die Führung, selbst wenn Norwegen Boden gut machen konnte. Ebenso tadellos verlief der Liegendanschlag von Elias Seidl, selbst wenn dieser auf der Strecke mit seinem norwegische Konkurrenten nicht mithalten konnte. Beim Stehendanschlag geriet der 20-Jährige dann in größere Turbulenzen, konnte aber nervenstark die Strafrunde vermeiden.
Zwar war Norwegen schon über eine Minute weg, jedoch wechselte Seidl unmittelbar hinter Polen auf Platz drei liegend auf Schlussläufer Leonhard Pfund. Dieser zeigte sich am Schießstand cool, brauchte in Summe nur zwei Nachlader und distanzierte den polnischen Schlussläufer deutlich.
Deutschland im Medaillenspiegel auf Rang drei
Das deutsche Jugend- und Junioren-Team beendet die Jugend-Junioren-Weltmeisterschaft insgesamt mit acht Medaillen. Die Bilanz von dreimal Gold und fünfmal Silber bringt dem deutschen Biathlon-Nachwuchs im Medaillenspiegel Platz drei hinter Norwegen und Frankreich ein.
An den Kräfteverhältnissen im Biathlon dürfte sich also auch in den nächsten Jahren wenig ändern.