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Die besondere Rückkehr eines Ski-Superstars

Die besondere Rückkehr eines Skistars

Aleksander Aamodt Kilde ist zurück am Ort seiner großen Erfolge. Nach seiner langen Verletzungspause hat er ob seiner Rückkehr markige Worte parat.
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Aleksander Aamodt Kilde ist zurück am Ort seiner großen Erfolge. Nach seiner langen Verletzungspause hat er ob seiner Rückkehr markige Worte parat.

Auf diese Rennen freut sich Aleksander Aamodt Kilde besonders. Der alpine Ski-Zirkus der Herren gastiert aktuell in Südtirol, genauer gesagt in Gröden. Für den Norweger sind die Rennen auf der berüchtigten Saslong mehr als nur ein Weltcup. Fünfmal triumphierte er bereits an diesem Ort, nach seiner fast zweijährigen Verletzungspause ist er nun erstmals zurück.

„Das ist ein ganz besonderer Ort“, zeigte sich Kilde im Eurosport-Interview voller Vorfreude. „Die Strecke ist fantastisch, der Schnee ist großartig. Das Wetter ist im Moment ein kleines Thema, aber ich glaube, die nächsten drei Tage werden magisch. Ich freue mich extrem, hier fahren zu dürfen.“

Dass er wieder auf der für ihn so speziellen Strecke fahren darf, ist dabei keine Selbstverständlichkeit. Anfang 2024 stürzte er in Wengen schwer, Nervenschäden, zwei gerissene Schulterbänder und tiefe Schnittwunden zwangen ihn zu mehreren Operationen und einer langen Rehabilitation.

Kilde mit guten Ergebnissen

Doch nun ist der Verlobte von Mikaela Shiffrin zurück – und hat bereits Achtungserfolge gefeiert. Bei seinem Comeback-Rennen im Super-G von Copper Mountain wurde er 24., bei der ersten Abfahrt von Beaver Creek gelang sogar Rang elf.

Nachdem er beim zweiten Gastspiel in Beaver Creek auch aufgrund schlechter Sicht ausschied, will er sich nun in Sölden beweisen.

„Es ist schön, hier zu sein und das alles wieder machen zu können - das bedeutet mir viel. Es ist etwas ganz Besonderes, wieder zurück im Renngeschehen zu sein“, erklärte der 33-Jährige.

„Es gibt natürlich Dinge, die ich noch verbessern muss. Aber allein hier zu sein, mich auf die Rennen vorzubereiten und die Rennen in Copper Mountain und Beaver Creek im Rücken zu haben, wo viele gute Dinge passiert sind, ist ein riesiger Sieg“, fuhr Kilde fort.

Kilde will Erfolgsrezept nicht verraten

Zuletzt triumphierte der Norweger 2022 im Südtiroler Ski-Mekka. Das Erfolgsgeheimnis des norwegischen Teams speziell an diesem Ort wollte er Eurosport-Expertin Francesca Marsaglia aber dennoch nicht verraten.

„Wenn ich es dir sage, muss ich dich töten“, sagte Kilde lachend: „Es ist die Art, wie wir Ski fahren und an die Dinge herangehen - das funktioniert hier einfach sehr gut.“

So gehe es vor allem darum, sauber zu fahren, den Speed von oben bis unten mitzunehmen und die Dynamik der Strecke zu verstehen.

„Wir lieben es, hier zu sein. Wenn man Spaß hat, fährt man schnell - und das ist wahrscheinlich der beste Ort dafür.“

Nur eine Trainingseinheit in Gröden möglich

Wirklich gut vorbereitet ist Kilde auf die Rennen aber dennoch nicht, konnte er aufgrund der schlechten Wetterbedingungen doch nur einen Trainingslauf absolvieren.

Was, mit Blick auf Kamelbuckel und Ciaslat Wiese - zwei durchaus komplexe Stellen auf der Strecke - durchaus wichtig gewesen wäre.

„Es geht darum, die Angst zu überwinden, wenn man in diese Passagen hineinfährt. Man muss verstehen: Hier muss ich nach vorne arbeiten und mit dem Gelände arbeiten - was grundsätzlich immer hilft.“

Doch trotz der anspruchsvollen Piste - für Kilde gilt nur die Devise Vollgas: „Ich versuche, die Geschwindigkeit mitzunehmen und mich gut zu bewegen. Die Schnellsten suchen immer die Rückseiten der Wellen, weil man dort Speed aufnehmen kann - und nicht herumgeworfen wird, so wie ich im Training.“