Die kürzlich zu Ende gegangene Vierschanzentournee war für Skisprung-Routinier Karl Geiger alles andere als einfach. Genau wie Olympiasieger Andreas Wellinger hatte auch Geiger stark zu kämpfen, in der Gesamtwertung landete der 32-Jährige am Ende nur auf Rang 45.
DSV-Adler lässt nach Tournee tief blicken
DSV-Adler lässt tief blicken
In seiner sport.de-Kolumne hat der Wintersportler nun auf die Tournee zurückgeblickt und erklärt, diese habe ihn „mehr gefordert als jede andere“ zuvor.
„Volle Arenen, Medienrummel, Reisen zwischen den Schanzen-, zehn Tage Ausnahmezustand auf dem Weg nach Oberstdorf über Garmisch und Innsbruck nach Bischofshofen spule ich normalerweise routiniert runter, aber diesmal, diesmal war alles anders“, so der 15-malige Weltcupsieger.
Große mentale Anspannung für Geiger
„Die mentale Anspannung, die daraus entstand, dass nicht viel zusammenlief, hat sich nochmal auf einem anderen Niveau des Stresspegels bewegt. Es war ein Auf und Ab; hatte man in Innsbruck das Gefühl, kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen, wurde man gleich wieder durch die Realität in Bischofshofen kassiert.“
Und weiter: „Wenn man dann mit den Dingen an sich hadert, kommt teilweise noch das Pech dazu, wenn man denkbar knapp die Qualifikation oder den zweiten Durchgang verpasst - ein Windstoß, ein Meter zu wenig, draußen. Ich habe zum ersten Mal das Gefühl gehabt, dass man sich auch Glück irgendwie erarbeiten muss.“
Laut Geiger verlaufe das Leben eines Skispringers aber ohnehin nur selten geradlinig und in einer Situation wie der aktuellen helfe es demnach nicht, „nach hinten zu schauen und Jammertiraden anzustimmen“. Vielmehr müsse er selbst nun „hellwach“ bleiben, arbeiten und sich nicht unterkriegen lassen.
Dank an das Trainerteam für weitere Chance
Der 32-Jährige sprach zudem einen Dank an das Trainerteam aus, welches entschieden hatte, dass Geiger trotz wenig ansprechender Leistungen weiterhin im Team verbleiben und mit nach Zakopane reisen darf.
„Über den Wettkampf zu kommen ist der richtige Weg, auch wenn es manchmal zäh und hart ist. In der Abgeschiedenheit zu trainieren, unbehelligt von der Öffentlichkeit zu sein, ist sicher einfacher. Aber ich will meine Veränderungen gleich im Wettkampf auf den Prüfstand stellen, um unmittelbar zu sehen, was die jeweiligen Schritte Wert sind.“