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TV-Chaos bei Nordischer Ski-WM? "Das ist absolut miserabel"

TV-Chaos um Nordische Ski-WM

Droht bei der Nordischen Ski-WM 2027 ein großes Übertragungschaos? In Schweden und Norwegen hat sich noch kein TV-Sender die Rechte sichern können.
Beim Skispringen leben die Athleten den Traum vom Fliegen - insbesondere auf den ganz großen Schanzen. Inzwischen sind Sprünge auf weit über 200 Meter möglich. SPORT1 zeigt die Entwicklung des Weltrekords.
Droht bei der Nordischen Ski-WM 2027 ein großes Übertragungschaos? In Schweden und Norwegen hat sich noch kein TV-Sender die Rechte sichern können.

Die Nordische Ski-WM im schwedischen Falun (28. Februar bis 7. März) stellt für die Skispringer, Kombinierer und Langläufer den Saisonhöhepunkt dar. Starke Quoten im TV sind also vorprogrammiert, jedoch gucken Stand jetzt ausgerechnet Fans zweier nordischer Top-Nationen in die Röhre. Sowohl in der Gastgeber-Nation Schweden als auch in Norwegen ist die Übertragung noch nicht gesichert.

In den beiden skandinavischen Ländern gilt die gesetzliche Vorgabe, dass die WM auf frei empfangbaren Sendern ausgestrahlt werden muss, die 90 Prozent der Bevölkerung verfügbar sind. Bislang kam es in den Verhandlungen mit der FIS aber noch zu keinem Durchbruch. Jahrelang waren die Skiverbände selbst für die TV-Rechtevermarktung verantwortlich, jedoch hat unter der Regie von Ex-Präsident Johan Eliasch die FIS das Zepter übernommen.

Rechte-Chaos sorgt für Ärger: „Absolut miserabel“

Pernilla Bonde, Generalsekretärin des schwedischen Skiverbands, schlug in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TT Alarm. „Das ist absolut miserabel. Wir haben die FIS schon seit längerer Zeit darauf angesprochen und unzählige Treffen mit ihnen zu diesem Thema abgehalten, bei denen wir betont haben, wie wichtig das ist“, betonte sie die schwierigen Gespräche mit dem Weltverband FIS.

Zwar soll die FIS dem schwedischen Verband zugesichert haben, dass die Übertragungsrechte „in Kürze unter Dach und Fach“ sein werden, jedoch ist Bonde so langsam mit ihrer Geduld am Ende. „Das haben wir schon oft gehört, daher möchte ich nun Ergebnisse sehen“, forderte sie. Bis „Ende August“ müsse eine Vereinbarung vorliegen.

Als wahrscheinlicher Rechteerwerber gilt der öffentlich-rechtliche Sender SVT. Max Bursell, Sportmanager bei SVT, sieht die Angelegenheit aber noch nicht als geklärt an. „So wie die Situation jetzt ist, hat SVT nicht die Rechte. Solange niemand sonst die Rechte gekauft hat, schließen wir keine Türen. Die Zeit wird knapp sein, egal, wer sich schließlich die Rechte sichert“, erklärte er in einer Mail an den Expressen. Bursell zufolge hätte schon „vor über einem Jahr alles klar sein müssen“.

Im Nachbarland Norwegen ist die Situation noch ähnlich offen. Bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim teilten sich NRK und TV 2 die Rechte, jedoch gibt es in Bezug auf die WM in Falun noch keine Einigung mit der FIS. „Wir sind weit über der Zeit. Ich bin sehr überrascht, dass sich das noch nicht gelöst hat“, erklärte Terje Lund, Eventmanager für die Vergabe der norwegischen TV-Rechte, im Dagbladet.

Nordische Ski-WM: Guckt die ganze Welt in die Röhre?

International betrachtet wäre insbesondere eine Einigung in Schweden von enormer Relevanz. Sollte sich hier kein TV-Sender finden, könnten auch andere Märkte betroffen sein. Eigentlich fungiert der TV-Rechteinhaber des Ausrichterlandes als Host Broadcaster und ist somit automatisch für die Produktion der TV-Bilder zuständig.

Sollten keine Bilder produziert werden, könnte es offenbar auch in allen anderen Ländern keine Liveübertragung geben. Dass es am Ende so weit kommt, ist allerdings nicht sonderlich realistisch.

Problematisch ist die Situation für den Ausrichter trotzdem. WM-CEO Kajsa Sjösvärd erklärte in der Zeitung Dagbladet, dass es schwierig sei, Unterstützer zu finden. „Ein Sponsor möchte wissen, wie und wo sie für die Fernsehzuschauer sichtbar werden“, verdeutlichte sie das Problem.

„Es geht auch darum, wie wir die Arena gestalten werden, wo die Kameras stehen sollen, wie wir den Schnee verteilen und so weiter“, führte sie weiter aus. Aktuell könne man „nur raten“. Die Verzögerungen können „zu Mehrkosten führen“, die sich „auf die Ticketpreise auswirken“. Die Folge wären möglicherweise leere Ränge aufgrund von überteuerten Preisen.

In Deutschland soll die Nordische Ski-WM wie gewohnt in der ARD, im ZDF und auf Eurosport zu sehen sein.