Die Kreditkartenaffäre um Top-Biathletin Julia Simon könnte für den französischen Verband offenbar noch drastische Folgen haben. Einem Bericht von Le Dauphiné zufolge zieht Frauen-Trainer Cyril Burdet einen Rücktritt in Betracht.
Biathlon: Drastische Konsequenzen nach Simon-Urteil?
Drastische Folgen nach Simon-Urteil?
Burdet hatte das Amt 2022 übernommen - noch bevor der Kreditkarten-Diebstahl von Simon öffentlich wurde. Im Zuge des Bekanntwerdens des Vorfalls habe der Verantwortliche mit dem gestiegenen Druck zu kämpfen gehabt und sei sogar psychologisch durch den Verband unterstützt worden, wie die Zeitung schreibt. Daher bestehe die Befürchtung, dass Burdet eine Veränderung erwägt.
Der Disziplinarausschuss des französischen Verbandes sperrte Simon am Donnerstag für sechs Monate, davon aber fünf Monate auf Bewährung. Damit verpasst die 29-Jährige lediglich den Weltcup-Auftakt in Östersund und ist bei der anschließenden Station in Hochfilzen theoretisch wieder startberechtigt.
Dementsprechend müsste das Trainerteam um Burdet für einen tatsächlichen Start Simons eine Athletin streichen, die beim Saisonauftakt noch dabei war.
Simon-Skandal belastet das französische Team
Laut Le Dauphiné soll der Skandal um die Top-Biathletin die Stimmung im französischen Frauen-Team ohnehin stark belastet haben. Bereits beim Sommertrainingslager habe keine gute Atmosphäre geherrscht.
Simon wurde zusätzlich zu ihrer Sperre von der nationalen Disziplinarkommission des FFS zu einer Geldstrafe von 30.000 Euro verurteilt, von der 15.000 Euro zur Bewährung ausgesetzt wurden.
Am 24. Oktober hatte sie vor Gericht gestanden, ab 2021 wiederholt die Bankkarten ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet und eines Physiotherapeuten des französischen Teams für Einkäufe im Gesamtwert von bis zu 2400 Euro benutzt und kleinere Geldbeträge (zwischen 20 und 50 Euro) gestohlen zu haben.
Nach dem Geständnis und einer öffentlichen Entschuldigung wurde Simon zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe sowie einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro verurteilt.