Eigentlich sollte Oscar Lombardot gar nicht in der Staffel laufen. Obwohl der 25-Jährige sich durchaus leise Hoffnungen gemacht hatte, nominierte ihn Trainer Simon Fourcade in Ruhpolding zunächst nicht für das französische Biathlon-Quartett. So gestaltete Lombardot seinen Donnerstag anders als ursprünglich geplant.
Ein völlig unerwarteter Biathlon-Held!
Ein völlig unerwarteter Staffel-Held
Das hieß: keine Rennvorbereitung am Vormittag, sondern eine lange Trainingseinheit. Sage und schreibe 30 Kilometer lief er im Süden Bayerns über die Loipe, ehe ihn ein unerwarteter Anruf erreichte. Teamkollege Émilien Jacquelin musste kurzfristig auf die Staffel verzichten. Also musste Lombardot einspringen.
Biathlon-Staffel: Frankreich gewinnt auch dank Lombardot
Mit gerade 30 abgespulten Kilometern in den Beinen war Lombardot plötzlich an Position zwei der Staffel gefragt – und lieferte ein Rennen ab, das anfangs kaum noch möglich schien und alle Beteiligten verwunderte. Der Franzose traf alle zehn Scheiben, verlor kaum Zeit auf die Spitzengruppe und sorgte so dafür, dass sein Team weiterhin Siegchancen hatte.
Als Lombardot von Startläufer Emilien Claude auf die Reise geschickt wurde, lag das Quartett mit 26 Sekunden Rückstand auf Rang 16. Lombardot wiederum übergab nur 30 Sekunden nach der Führungsgruppe und hatte dabei vier Positionen aufgeholt. Am Ende gewann Frankreich knapp vor Norwegen und Deutschland. Quentin Fillon Maillet und Éric Perrot machten nach Lombardot den entscheidenden Unterschied.
„Immerhin habe ich mir so nicht die ganze Nacht den Kopf darüber zerbrochen, wie ich das Rennen angehen werde“, witzelte Lombardot hinterher über die unerwartete Wendung seines Donnerstags. Fillon Maillet verriet: „Wir haben ihn aufgezogen und ihm gesagt, dass er jetzt jeden Morgen 30 Kilometer laufen muss, um in Form zu sein.“
Biathlon: Lombardot löst Olympia-Ticket
Für den französischen Helden des Tages hatte das geglückte Rennen gleich zwei positive Folgen: Zum einen steht nun der erste Staffelsieg dieser Saison in seiner Vita. Zum anderen ist das begehrte Ticket für die Olympischen Winterspiele im Februar endlich in der Tasche.
„Er hat alles getan, um zu den Olympischen Spielen zu fahren. Wenn wir daran bisher noch irgendwelche Zweifel hatten, sind diese jetzt komplett ausgeräumt“, legte sich Trainer Fourcade fest. Ganz zu Lombardots Freude.