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Historisch! Eine solche Machtdemonstration gab es im Biathlon noch nie

Historische Leistung im Biathlon!

Mit sechs Schießfehlern vergibt Phillip Nawrath seine gute Ausgangsposition aus dem Sprint. Den Sieg holt sich beeindruckender Art und Weise der Norweger Sturla Holm Lägreid.
Sturla Holm Lägreid dominierte die Verfolgung mit Riesen-Vorsprung
Sturla Holm Lägreid dominierte die Verfolgung mit Riesen-Vorsprung
© IMAGO/Mauri Levandi
Mit sechs Schießfehlern vergibt Phillip Nawrath seine gute Ausgangsposition aus dem Sprint. Den Sieg holt sich beeindruckender Art und Weise der Norweger Sturla Holm Lägreid.

Biathlet Philipp Nawrath hat nach seinem Ausrufezeichen im Sprint ein weiteres Topergebnis beim Weltcup in Otepää verpasst. Die Bühne gehörte stattdessen einmal mehr dem Norweger Sturla Holm Lägreid, der eine Machtdemonstration erster Güte lieferte – und den Rekord einer Legende pulverisierte.

Der 33 Jahre alte Nwrath landete in der Verfolgung über 12,5 Kilometer auf dem achten Rang (+3:18 Minuten). Mit sechs Schießfehlern vergab Nawrath seine gute Ausgangsposition aus dem Sprint. Bei 14 Grad und strahlendem Sonnenschein feierte Lägreid nach seinem fehlerfreien Auftritt im Sprint auch am Samstag den Tagessieg – trotz einer Strafrunde in denkwürdiger Manier.

Weltcup: Lägreid liefert Show

Lägreid, der die windigen Bedingungen mit Abstand am besten meisterte, kam mit einem beeindruckenden Vorsprung von 2:33 Minuten vor dem Franzosen Emilien Jacquelin ins Ziel – es ist der größte Vorsprung jemals in einem Verfolgungsrennen. Bisher hatte Lägreids Landsmann Ole Einar Björndalen den Rekord gehalten: 2006 in Hochfilzen hatte er mit 2:08 Minuten Polster vor dem Russen Dmitri Jaroschenko triumphiert.

„Jetzt habe ich wenigstens mal einen Weltrekord in irgendwas“, sagte Lägreid, der seit seiner schlagzeilenträchtigen Fremdgeh-Beichte bei Olympia in Galaform ist.

„Wie er sich da präsentiert hat auf der Loipe und am Schießstand war sehr souverän“, analysierte Experte Erik Lesser in der ARD. „Es ist absolut meisterhaft. Er ist derzeit der beste Biathlet der Welt“, ergänzte der norwegische TV-Experte Ola Lunde im NRK.

Biathlon: Weitere Deutsche abgeschlagen

„Es war eines der Top drei der schwersten Rennen“, sagte ein enttäuschter Nawrath am ARD-Mikrofon: „Es war schon schwierig mit dem Schießen, da kamen die Böen rein. Dazu war die Strecke total hart.“

Nawrath, der im Sprint am Donnerstag ohne Fehler als Dritter ins Ziel eingelaufen war, ging 18 Sekunden nach Lägreid ins Rennen und vergab vor allem beim ersten Stehendschießen mit drei Strafrunden die Chance auf eine bessere Platzierung.

Die anderen Deutschen gingen schon mit deutlichem Rückstand ins Rennen. Justus Strelow (4/4:31,7) arbeitete sich als zweitbester Deutscher 17 Plätze nach vorne, kam als 24. ins Ziel. David Zobel (38.) machte 22 Plätze gut. Philipp Horn, Leonhard Pfund und Lucas Fratzscher konnten sich nicht nennenswert verbessern.

Am Nachmittag (ab 16.00 Uhr im LIVETICKER) gehen die Frauen in gleicher Disziplin an den Start. Janina Hettich-Walz war am Vortag mit Platz vier knapp am Podium vorbeigeschrammt. Zum Abschluss in Estland warten am Sonntag jeweils die Single-Mixed- (12.35 Uhr) und die Mixed-Staffel (14.40 Uhr/jeweils ARD und Eurosport).

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)