Die Abfahrt von Kitzbühel wird jedes Jahr mit großer Spannung erwartet. Aber auch mit großer Sorge. Das ist vor dem legendären Rennen am Samstag um 11.30 Uhr auch diesmal nicht anders.
Kitzbühel-Abfahrt heute im Free-TV
Schon beim Super G hatte es mehrfach folgenschwer gekracht. Die Rennen am Hahnenkamm sind so berühmt wie berüchtigt.
So können Sie die Abfahrt auf der Streif live verfolgen:
- TV: ZDF / Eurosport
- Livestream: sportstudio.de / DAZN
- Liveticker: SPORT1.de und SPORT1-App
„Die Streif ist gnadenlos“, sagt der ehemalige Rennläufer Aksel Lund Svindal. Er ist Olympiasieger, mehrfacher Weltmeister und in „Kitz“ dreimal Super-G-Sieger - und er weiß: „Dort geht es ums blanke Überleben.“
Kitzbühel forderte schon erstes Opfer
Wie gnadenlos die Streif ist, ist gut dokumentiert. Svindal etwa zog sich 2016 bei einer wahren Sturz-Orgie einen Kreuzbandriss zu, ebenso der Österreicher Hannes Reichelt, Sieger von 2014, Super-G-Weltmeister 2015.
Der Rettungshubschrauber war im Dauereinsatz. Diesmal musste er schon beim Training am Mittwoch aufsteigen und unter anderem Jacob Schramm vom Berg holen: Der Oberfranke zog sich in beiden Knien Kreuzbandrisse zu.
Die Frage nach der Sicherheit der Athleten wird daher immer lauter. Schließlich fallen so manche große Namen aus.
Legendäres Streif-Rennen: Viele Stars sind nicht dabei
Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen fehlt seit einem Jahr. In Bormio stürzte der Franzose Cyprien Sarrazin schwer.
In Wengen erlitt sein Teamkollege Blaise Giezendaner einen Kreuzbandriss, Vincent Kriechmayr, Österreichs Doppelweltmeister 2021, kam dort noch glimpflich davon, lässt Kitzbühel aber aus.
„Auf die nächste Saison hin muss definitiv was passieren, wir brauchen unsere Stars, wir brauchen unsere Gesichter“, fordert Felix Neureuther.
Allein die Abfahrer zählen bereits zwei Dutzend Verletzte seit Saisonstart. „Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist fünf nach zwölf“, so FIS-Renndirektor Markus Waldner in Wengen. Das Material sei „extrem ausgereizt, vielleicht haben wir die Grenze schon überschritten“, sagte er und betonte: „Es muss wirklich was passieren, kurzfristig und langfristig. Wir müssen an jeder Schraube ein bisschen drehen.“
Vor der Streif wird das aber nicht mehr passieren. Und so blicken die Wintersport-Fans auch dieses Jahr wieder mit einer Mischung aus Spannung und Sorge nach Kitzbühel.