„Terminator“ Arnold Schwarzenegger und Zlatan Ibrahimovic hatten gerade die VIP-Tribüne am Ziel der berüchtigten Streif verlassen, da sorgte Luis Vogt für einen deutschen Paukenschlag!
Streif-Überraschung: Er wirft die deutsche Olympia-Planung über den Haufen
Ein unverhofftes Streif-Märchen
Mit Startnummer 40 raste der 23-Jährige beim legendären Hahnenkammrennen in Kitzbühel auf Platz 8 – eine kleine Sensation allemal, eine große sogar aus deutscher Sicht.
Eine Top-Ten-Platzierung hatte Vogt bislang noch nicht vorzuweisen. Die sparte er sich ausgerechnet für das prestigeträchtigste Abfahrtsrennen auf – und bringt nun die deutschen Olympia-Planungen ins Wanken. Denn die Norm hat er nun mit einem Schlag erfüllt. Doch das deutsche Olympia-Team steht – eigentlich.
„Ich weiß, dass die Kriterien jetzt erfüllt wären, aber das Nominierungsende schon durch ist. Alle die nominiert sind, sind das zurecht“, sagte Vogt. Sollte er nachrücken, müsste womöglich ein Teamkollege weichen. Treffen könnte es Anton Grammel. Es ist ein Dilemma, mit dem vor Kitzbühel niemand gerechnet hatte.
Deutscher Streif-Held Vogt: „Saugeil“
„Ich hatte es akzeptiert, dass Olympia kein Thema ist. Sollte es anders kommen, wäre es natürlich mega. Aber das liegt nicht in meinen Händen“, sagte Vogt, der bis zur Hälfte sogar reihenweise beste Zwischenzeiten in den Schnee gebrannt hatte. Auch wenn es am Ende nicht für ganz vorne reichte, genoss er den Moment. „Saugeil“ fühle er sich.
Dabei hatte die Saison für Vogt ganz schlecht begonnen. Bei einem Sturz im chilenischen Trainingslager erlitt er eine schwere Schulterverletzung.
„Es hat meinen Rennanzug aufgeschnitten, das seitliche Ende meines Schlüsselbeins stand nach oben“, erzählte Vogt. Die Folge: OP, Reha – und ein Comeback, das nun in seiner besten Platzierung im Mekka des Skizirkus‘ gipfelte.
Teamkollege Romed Baumann, der Vogts Husarenritt in der Mixed Zone verfolgte, war ebenso perplex wie die zehntausenden Zuschauer. „Cool, das ist ein Zeichen“, befand Baumann: „Das tut der ganzen Mannschaft gut.“
Vogt trotzt dem deutschen Frust
Die war am Freitag nach dem Super G noch schwer gebeutelt. Baumann, Simon Jocher und Anton Grammel schieden aus. Vogt schaffte es als Einziger ins Ziel - auf Rang 44. „Ich war frustriert und geknickt“, gestand Vogt: „Dann habe ich den Tag abgehakt und bin mit dem richtigen Fuß aufgestanden.“
Apropos Füße: Vogt hat die Schuhgröße 50, normale Rennstiefel werden aber nur bis Größe 48 hergestellt. Er muss sich beim Training und den Rennen unter Qualen in die Schuhe zwängen. Für Sonderanfertigungen reichen sein Status und seine bisherigen Erfolge nicht. Auch das könnte sich nach Kitzbühel ändern.