Der Weltcup im schweizerischen Adelboden zählt zu den absoluten Höhepunkten im Ski-Alpin-Kalender - auf der Feststimmung am legendären Chuenisbärgli liegt in diesem Jahr allerdings ein Schatten.
Tragödie wirft Schatten auf Ski-Alpin-Highlight: Neureuther lobt Verantwortliche
Neureuther lobt Umgang mit Tragödie
Die Brandkatastrophe in der Silvester-Nacht in Crans Montana drückt die Atmosphäre in der Wintersport-Hochburg: Crans Montana, ebenfalls Weltcup-Standort, liegt nur 80 Kilometer Luftlinie von Adelboden entfernt, die Anteilnahme für das Feuer-Inferno mit 40 Toten und über 100 teils schwer Verletzten ist in der gesamten Schweiz groß. Adelboden bildet da keine Ausnahme.
Ski Alpin: Neureuther beeindruckt vom Umgang mit Tragödie
„Crans-Montana - nous sommes avec toi“ (Crans-Montana, wir sind bei dir) steht auf Französisch auf einer Videotafel im Dorfzentrum, das normalerweise mit vielen Partys geschmückte Rahmenprogramm des Weltcups wurde abgesagt. Vor dem traditionsreichen Riesenslalom der Herren am Samstag gab es eine Schweigeminute. „Wir wollen die Kraft der Gedanken wirken lassen, bis nach Crans-Montana“, sagte der Stadionsprecher, nach dem Moment der Stille ergänzte er: „Crans-Montana, wir sind bei euch!“
Bei der ARD-Übertragung des Rennens zeigte sich TV-Experte Felix Neureuther beeindruckt von dem Umgang der Organisatoren mit den tragischen Ereignissen. Diese haben aus seiner Sicht den exakt richtigen Ton getroffen.
„Ich muss sagen, was die Adelbodener hier machen, auch in Gedenken an die Opfer in Crans Montana, ist unglaublich, wirklich. Genau so muss es sein“, sagte Neureuther im Gespräch mit Moderatorin Julia Scharf.
Crans Montana: Auch Odermatt erschüttert
Neureuther, 2014 Sieger in Adelboden, führte aus: „Es ist keiner überschwänglich, trotzdem wird ein Signal gesendet: Okay, es muss auch irgendwo weitergehen. Es muss Hoffnung geben. Aber so, wie den Menschen hier gedenkt wird und wie alles in Erinnerung ist, das ist schon sehr speziell.“
In der Silvesternacht waren in einer Party-Location in Crans Montana 40 Menschen ums Leben gekommen, als Tischfeuerwerk die mit Schaustoff ausgekleidete Decke im Keller entzündete.
Von der Katastrophe erschüttert ist auch der Schweizer Ausnahme-Fahrer Marco Odermatt, der in Adelboden seinen fünften Sieg in Serie feierte. „Auch wenn der Rennalltag für uns wieder weitergeht, sind unsere Gedanken und unser Mitgefühl natürlich bei den Familien, die durch diese unglaubliche Tragödie auseinander gerissen wurden“, sagte er im Vorfeld des Rennens dem Blick: „Jenen, die das Inferno überlebt haben, wünsche ich alle Kraft und Geduld auf dem Weg zur Genesung. Und all jenen, die sich seit Tagen für sie einsetzen, gebührt unendlicher Dank.“