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Skispringer: Springen abgebrochen - Deutschland geschlagen

Deutsches Podium bei Wind-Chaos

Die deutschen Skispringer müssen sich in einem Zehntel-Krimi nur knapp den Slowenen geschlagen geben. Der vom Wind beeinträchtigte Mixed-Wettbewerb endet schon nach einem Durchgang.
Beim Skispringen leben die Athleten den Traum vom Fliegen - insbesondere auf den ganz großen Schanzen. Inzwischen sind Sprünge auf weit über 200 Meter möglich. SPORT1 zeigt die Entwicklung des Weltrekords.
Die deutschen Skispringer müssen sich in einem Zehntel-Krimi nur knapp den Slowenen geschlagen geben. Der vom Wind beeinträchtigte Mixed-Wettbewerb endet schon nach einem Durchgang.

Das Mixed-Team hat zum Auftakt der Olympia-Generalprobe in Willingen in einem stark vom Wind beeinflussten Wettkampf den ersten deutschen Saisonsieg im Skisprung-Weltcup mit Rang zwei knapp verpasst.

Bei teilweise unkalkulierbaren und sogar unfairen Bedingungen an der Mühlenkopfschanze im hessischen Upland wurde das Springen nach einem Durchgang abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt lag das DSV-Quartett hauchdünn hinter Slowenien um Topstar Domen Prevc, der als Schlussspringer noch an den Deutschen vorbeizog.

Eine Woche vor der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Norditalien kamen die für Olympia qualifizierten Philipp Raimund (121,0 m), Selina Freitag (132,0) und Agnes Reisch (112,0) sowie der nicht nominierte Karl Geiger (125,0) einigermaßen gut mit dem teils abenteuerlich starken Aufwind zurecht.

Nach der Geduldsprobe - alleine Raimund musste vor seinem Sprung rund eine Viertelstunde warten - hatte Deutschland 0,6 Punkte (umgerechnet 38 Zentimeter) Rückstand auf die Slowenen. Dritter wurde Japan. Die vielen Fans beim „Party-Weltcup“ hatten trotz des verpassten Siegs und fiesen Wetters viel Spaß.

Raimund hadert: „Viele Fehler gemerkt“

Für die Athleten war der Wettbewerb aber vor allem eines: herausfordernd!

„Mir sind oben die Füße eingeschlafen, es hat sogar angefangen, zu krampfen. Es war eine ewig lange Pause oben“, erklärte Philipp Raimund im ZDF, nachdem er mehrmals vom Balken runter musste.

Über den verpassten Sieg zeigte er sich ein wenig enttäuscht. „Es war ein extrem schwieriger Wettkampf und sehr windig. Ich habe viele Fehler in meinem Sprung gemerkt, deswegen bin ich etwas enttäuscht, dass es nicht ganz gereicht hat“, beschrieb er seine Gemütslage.

Doch auch mit Platz zwei könne man „mit einem Grinsen zu den Olympischen Spielen fahren“.

Freitag und Geiger zufrieden: „War cool“

Insbesondere nach dem Sprung von Selina Freitag hatte Deutschland gute Chancen auf den Sieg. Folgerichtig jubelte diese lautstark über ihre 132 Meter. „Es war alles ein bisschen aufregend und ich war glücklich, dass ich einen guten Sprung gemacht habe. Das war cool“, freute sie sich im ZDF-Interview.

Auch Karl Geiger zeigte sich mit seinen 125 Metern recht zufrieden. „Ich freue mich über jeden Wettkampf und jeden Sprung. Der Sprung war ganz in Ordnung, das passt“, erklärte er. Lediglich Agnes Reisch, die wie Raimund lange warten musste, war nach ihrem Sprung so gar nicht happy und muss nun auf Spurensuche gehen.

„Ich muss erstmal meinen Sprung analysieren. Eigentlich hat er sich gut angefühlt“, zeigte sie sich verwundert. Reisch hatte den Vorzug vor Katharina Schmid erhalten.

Mixed-Wettbewerb im olympischen Programm

In Willingen fand das zweite und letzte Mixed-Team-Springen des Weltcup-Winters statt. Zum Saisonstart hatte das DSV-Quartett in gleicher Besetzung beim Sieg Japans Platz vier belegt. In Norditalien gehört das gemischte Team zum zweiten Mal zum Olympia-Programm. Bei der Premiere 2022 in Peking belegte Deutschland nur Platz neun, nachdem Schmid wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert worden war.

Am Samstag und Sonntag stehen jeweils Einzelwettkämpfe bei Männern und Frauen auf dem Programm.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)