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Skispringen: DSV-Star Raimund kontert Kritik von Hannawald

Raimund reagiert auf Hannawald-Kritik

Skisprung-Experte Sven Hannawald übte nach der Vierschanzentournee harsche Kritik am deutschen Team – nun bezieht Philipp Raimund dazu Stellung. Zudem äußert sich der DSV-Adler zu einer Olympia-Schanze, um die es in der Vergangenheit reichlich Wirbel gab.
Der Anzug-Skandal im norwegischen Team bei der Nordischen Ski-WM 2025 wirkt immer noch nach. Die DSV-Adler um Andreas Wellinger, Pius Paschke und Philipp Raimund sowie Bundestrainer Stefan Horngacher blicken nach wie vor mit Skepsis auf dieses Thema.
Skisprung-Experte Sven Hannawald übte nach der Vierschanzentournee harsche Kritik am deutschen Team – nun bezieht Philipp Raimund dazu Stellung. Zudem äußert sich der DSV-Adler zu einer Olympia-Schanze, um die es in der Vergangenheit reichlich Wirbel gab.

Skisprung-Experte Sven Hannawald hat kürzlich den Verdacht geäußert, dass es einigen deutschen Skispringern am unbedingten Willen fehle – nun reagierte Deutschlands Vorzeigespringer Philipp Raimund auf den Vorwurf.

„Ich würde definitiv sagen, dass bei uns jeder brennt und keiner ruht sich auf den Lorbeeren aus oder so etwas“, stellte der beste Deutsche im Gesamtweltcup im Rahmen der Olympia-Einkleidung des DOSB auf SPORT1-Nachfrage klar.

Hannawald übt nach Tournee scharfe Kritik

Nach der Vierschanzentournee, bei der die DSV-Adler abgesehen von Raimund und Felix Hoffmann klar hinterhersprangen, hatte Hannawald in einem Gespräch mit RTL/ntv und sport.de deutliche Worte gefunden.

„Ich sehe jetzt wenige Springer, die mal sauer sind oder einfach mal Luft rauslassen, weil es einfach nervt, dass sie es irgendwie nicht hinbekommen“, analysierte der letzte deutsche Tourneesieger, der Raimund bei dieser Kritik explizit ausklammerte: „Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass da irgendwo einer brennt, vorwärtszukommen. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen der Unterschied zu Österreich.“

In der Tournee-Gesamtwertung waren sieben ÖSV-Springer in den Top 16 zu finden – die deutschen Farben waren in dieser Region nur durch Hoffmann (Rang 6) und Raimund (Rang 8) vertreten.

Karl Geiger und Andreas Wellinger, die das Team jahrelang angeführt hatten, erreichten in keinem der vier Springen den zweiten Durchgang und konnten damit den Negativtrend der laufenden Saison auch bei der Tournee nicht stoppen.

Trotz der Formkrise seiner Kollegen betont Raimund aber: „Bei uns brennt jeder für den Sport, das kann ich klar so unterschreiben.“

Olympia 2026: Raimund freut sich auf sein Debüt

Viel Zeit, um zur Bestform zurückzufinden, bleibt den Sorgenkindern nicht mehr. Im kommenden Monat steht mit den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina (vom 6. bis 22. Februar) der Saisonhöhepunkt bevor.

Zumindest Raimund kann nach vier Podestplatzierungen in der laufenden Saison zuversichtlich in sein olympisches Debüt gehen: „Ich habe auf jeden Fall vor, um die Medaillen mitzukämpfen. Ich will es den anderen nicht leicht machen.“

Die Schanze in Predazzo fände er ebenfalls „cool“ – auch wenn diese nach gleich drei Kreuzbandrissen bei der Olympia-Generalprobe der Skisprung-Frauen im vergangenen Sommer stark in der Kritik stand.

Nach Schanzen-Kritik: DSV-Adler unterstützt Anpassungen

Die Anpassungen, die inzwischen zugunsten der Sicherheit vorgenommen worden sind, begrüßt Raimund auf Nachfrage von SPORT1: „Es hat einen ziemlich runter gedrückt bei der Landung, es war eine harte Landung. Und es war auch etwas komisch, weil man sich gedacht hat: Okay, der Landedruck ist schon so hoch und eigentlich soll man noch zehn Meter weiterspringen können.“

Die Änderungen an der Schanze betreffen unter anderem den Absprungwinkel, der zu einer flacheren Flugkurve als bisher führen soll. Raimund rechnet allerdings damit, dass „die Änderungen nicht so groß, sondern eher marginal sind“.

Vor dem ersten Wettkampf in Predazzo am 9. Februar stehen für die Skispringer noch zwei Weltcups im japanischen Sapporo und in Willingen sowie die Skiflug-WM in Oberstdorf Ende Januar an.

„Wieder unter den Lebenden“: Raimund gibt Entwarnung

Seine Reise nach Japan steht aktuell immer noch in der Schwebe, doch Raimund kann zumindest ein wenig Entwarnung geben: „Ich bin wieder unter den Lebenden. Ich hoffe, dass ich auch am Wochenende in Japan dabei sein kann.“

Der gebürtige Göppinger war während der Tournee durch eine Krankheit so sehr geschwächt worden, dass er laut Aussage von Skispring-Cheftrainer Stefan Horngacher zwischenzeitlich „fast kollabiert“ wäre.

Von Raimunds Hüfte, die bei der Tournee noch Probleme machte, gibt es ebenfalls Positives zu berichten.

„Nach der Tournee habe ich es noch ein bisschen gemerkt, aber da war das Problem mit dem Schüttelfrost dann doch ein bisschen größer als das Problem mit der Hüfte. Tatsächlich ist es, was die Hüfte angeht, komplett unspektakulär“, sagte Raimund auf SPORT1-Nachfrage.