Die Ergebnisse bei der Vierschanzentournee 2025/26 fielen für die Norweger enttäuschend aus. Johann Andre Forfang belegte als bester Athlet im Gesamtweltcup lediglich Rang 13, Kristoffer Eriksen Sundal folgte auf Platz 18. In den Kampf um den Sieg bei den vier Events waren die Skandinavier zu keiner Zeit involviert – ein Umstand, der den ehemaligen Skispringer Johan Remen Evensen jedoch kaum verwundert.
Skispringen: Norweger klagt über Anzugssituation!
Norweger beklagt Anzug-Situation
„Es ist keine große Überraschung, dass das norwegische Team nicht ganz oben mit den Besten mithalten kann, wenn man bedenkt, was letztes Jahr passiert ist. Sie scheinen in Sachen Ausrüstung sehr konservativ zu sein, und dann bleibt man ein wenig hinter den besten Nationen zurück“, schilderte Evensen, der 2010 Olympia-Bronze mit der Mannschaft gewann, dem Sender NRK.
Hintergrund ist der Betrugsskandal bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Damals hatten norwegische Skispringer mit manipulierten Anzügen für Aufsehen gesorgt. Mehrere Athleten, darunter Weltmeister Marius Lindvik und Forfang, wurden suspendiert. Cheftrainer Magnus Brevig, ein Assistenztrainer und ein Servicemann verloren ihre Jobs. Zudem verschärfte der Weltverband FIS die Regularien und führte eine Null-Toleranz-Politik ein. Seither steht das norwegische Team unter besonderer Beobachtung.
Skispringen: Norwegern sind „die Hände gebunden“
„Norwegen befindet sich in einer Lage, in der wir uns keinen weiteren Rückschlag dieser Art leisten können“, urteilte Evensen dementsprechend und fügte hinzu: „Ihnen sind die Hände gebunden. Sie können nicht über die Stränge schlagen und sie können auch nicht lautstark andere Nationen dafür kritisieren, die dies tun. Norwegen befindet sich also schlichtweg in einer Schachmatt-Situation.“
In den vergangenen Jahren seien seine Landsleute beim Material „sicherlich größere Risiken eingegangen, indem man die Grenzen ausgelotet hat – wie wir es im Skispringen gerne nennen“, zeigte sich Evensen überzeugt. „Man versuchte, das von der FIS vorgegebene System möglichst weit auszunutzen.“ Das sei nun jedoch nicht mehr möglich.