Weltmeister Marius Lindvik hat direkt zu Beginn des Jahres einen Tiefpunkt erreicht. Der norwegische Skispringer setzte seinen Qualifikationssprung beim dritten Stopp der Vierschanzentournee in Innsbruck lediglich auf 111,5 Meter und schaffte es damit nicht in den Wettkampf.
Vierschanzentournee: "Fiasko" für umstrittenen Weltmeister
„Fiasko“: Tiefpunkt für Weltmeister
Nach dem Wettkampf wurde er zunächst auf Rang 52 geführt. Nicht einmal die Disqualifikation von Pawel Wasek konnte den Star retten. Am Ende fehlten ihm 0,6 Punkte. Für die norwegische Tageszeitung Verdens Gang ist dies sogar ein „Fiasko“.
Auch der Sportler fand deutliche Worte. „Es ist so schlecht, dass es peinlich ist. Ich habe auch keine Antwort darauf, warum das passiert ist. Es ist ärgerlich“, sagte der 27-Jährige dem Dagbladet.
Skispringen: Tournee für Lindvik gelaufen
Für Lindvik, der auf der Bergiselschanze in Innsbruck vor sechs Jahren noch triumphiert hatte, ist das Rennen um eine gute Platzierung bei der diesjährigen Tournee vorbei. Als 22. der Gesamtwertung hätte er zwar nicht mehr in den Kampf um die Spitzenpositionen eingreifen können, eine Top-20-Platzierung ist nun allerdings auch vom Tisch.
Auch deshalb ist es möglich, dass sich Lindvik das Springen am Sonntagnachmittag gar nicht erst anschaut. „Ich muss mal sehen. Ich weiß es noch nicht“, meinte der 20. des Gesamtweltcups zum Dagbladet.
Lindvik: Umstrittener WM-Titel nach Skandal
Die schwache Leistung dürfte einige Beobachter durchaus freuen. Der Norweger ist alles andere als unumstritten und geriet in der vergangenen Saison in die Schlagzeilen, da er zusammen mit Teamkollege Johann Andre Forfang in den norwegischen Skandal um verstärkte Anzüge bei der Nordischen Ski-WM verwickelt war.
Von der Normalschanze holte Lindvik noch den WM-Titel, seine Silbermedaille von der Großschanze wurde ihm dann allerdings aberkannt. Nach dem Springen kam es zum Eklat, da bei der abschließenden Materialkontrolle bei Lindvik und Forfang eine von Knie bis Schritt verstärkte Naht gefunden wurde, die zur Disqualifikation führte.
Von der bewussten Manipulation, die der norwegische Sportdirektor Jan Erik Aalbu später zugab, wollen Lindvik und Forfang allerdings nichts gewusst haben. „Keiner von uns wäre mit Anzügen gesprungen, von denen wir wussten, dass sie manipuliert waren“, meinten die beiden damals in einer Stellungnahme.
Hannawald wütet wegen Lindvik
Wirkliche Reue gab es bis heute nicht. Und genau das erzürnt viele. ARD-Experte Sven Hannawald wütete im November zum Weltcup-Auftakt: „Wenn ich als Lindvik die Medaille sehen würde - ich würde nur den Kack sehen. Klar, er wird sie behalten - aber ich glaube, ich würde sie abgeben. Was willst du denn damit?“
Vor allem wegen Lindvik und Forfang gibt es nun ganz neue Kontrollen der Anzüge und es wird noch deutlicher hingeschaut. Auch die Anzüge wurden verändert. Und genau mit dem veränderten Material kommt Lindvik offensichtlich bisher nicht zurecht.
Topresultate gab es bisher nicht. Der Weltmeister fliegt der Konkurrenz hinterher und hat nun den Tiefpunkt erreicht.