Die Suche nach jedem Zentimeter und Millimeter hat im Skispringen eine lange Tradition – und wird seit dieser Saison so scharf kontrolliert wie nie zuvor.
Vierschanzentournee: Kurioser Bericht erschüttert Skisprung-Star
Bericht erschüttert Skisprung-Star
Im Verlauf der Vierschanzentournee wurden mehrere Athleten aus der Wertung genommen, weil ihre Anzüge minimal zu groß waren. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte in diesem Zusammenhang ein Bericht der Bild, der darauf hinwies, dass dabei auch die Penisse der Springer eine Rolle spielen könnten.
Hintergrund ist, dass jeder Athlet vor der Saison mithilfe eines 3-D-Scanners vermessen wurde, um das sogenannte Schrittmaß zu bestimmen. Dieses wird am untersten Punkt im Genitalbereich angesetzt und dient als Grundlage für die Anzuggröße.
Bedeutet: Gelingt es, diesen Punkt nach unten zu verlagern, entsteht mehr Anzugfläche – was aerodynamische Vorteile bringen kann. Für wenige Millimeter zusätzlichen Stoff sollen sich einige Springer laut dem Bericht sogar den Penis vor der Messung haben aufspritzen lassen.
Skisprung-Star irritiert von Penis-Bericht
Auf den Bericht angesprochen, zeigte sich der norwegische Skispringer Halvor Egner Granerud sichtlich irritiert. „Rune Velta (Cheftrainer) kam vor der Qualifikation in die Umkleidekabine und sagte: ‚Ihr müsst euch auf Fragen zu Penisinjektionen gefasst machen.‘ Ich muss zugeben, dass ich dachte, das sei ein Scherz“, sagte Granerud dem Dagbladet. „Das ist für mich völlig absurd. Als Rune Velta vor der Qualifikation darüber sprach, war ich sicher, dass er scherzt.“
Weiter führte Granerud aus: „Mein Penis wird sehr selten gemessen. Eigentlich habe ich das nur selbst gemacht. Ich nehme an, dass sich die Spekulationen auf den Körperscan vor der Saison beziehen. Und das stimmt ja auch: Es ist besser, gut gewärmt zu sein, als etwas Kaltes zu messen. Das kann durchaus eine Rolle spielen.“ Damit deutete er an, dass an den Berichten zumindest ein wahrer Kern sein könnte.
Allerdings gehe es bei dem Körperscan um ganze Zentimeter und nicht um Millimeter, was die Angelegenheit relativiere. „Es wird ein Avatar erstellt, und der Scanner setzt dann einen Punkt dort, wo er den Schritt vermutet. Grundsätzlich sollte die Größe keine Rolle spielen – aber natürlich tut sie das doch“, erklärte Granerud und schob einschränkend nach: „Es klingt dennoch etwas übertrieben.“