Auf den kometenhaften Aufstieg folgt aktuell der bittere Absturz! Skispringer Felix Hoffmann befindet sich aktuell in einer tiefen Krise.
"Auswegloser Kampf": Sven Hannawald leidet mit deutschem Skisprung-Star
Hannawald leidet mit Skisprung-Star
Beim Skifliegen am Kulm verpasste Hoffmann als 32. sogar den zweiten Durchgang. Schon bei den Olympischen Spielen hatte er nie seine Leistungen abrufen können und sprang weit an einer Medaille vorbei.
„Der ist aktuell völlig weg“, analysierte ARD-Experte Sven Hannawald: „Das Energie-Level von ihm geht gerade mal noch über die Knie, aktuell.“
„Es ist ein auswegloser Kampf, dem er sich stellt. Das macht er mit Bravour. Aber das, was wir mal von ihm gesehen haben, ist aktuell leider nicht möglich, obwohl er vom Talent natürlich in die Weltspitze gehört“, sagte Hannawald weiter.
Skispringen: Hoffmann war zum Start der Saison bester Deutscher
Was Hannawald damit meint: Speziell zum Start der Saison war Hoffmann die positive Geschichte im deutschen Team.
Nach seinem überraschenden Sieg bei den deutschen Meisterschaften im Oktober bestätigte der 28-Jährige auch zum Weltcup-Auftakt seine starke Form.
Gleich beim Auftakt in Lillehammer sprang er erstmals in seiner Karriere im Weltcup als Dritter auf das Podest. In den Jahren zuvor sprang Hoffmann eher im zweitklassigen Continental-Cup.
Auch nach dem Coup in Lillehammer hielt Hoffmann seine starke Form. In Engelberg gelang ihm im Dezember mit dem zweiten Platz sein bestes Ergebnis im Weltcup. Nur einen Tag später wurde er Dritter.
Bei der darauffolgenden Vierschanzentournee überzeugte er ebenfalls. Zum Auftakt in Oberstdorf wurde er Dritter und in der Gesamtwertung starker Sechster.
Spätestens mit Olympia kam der Bruch bei Hoffmann
Doch danach verlor Hoffmann seine zuvor tolle Form. Einen endgültigen Bruch stellte dann Olympia dar, wo er kaum mehr konkurrenzfähig war.
Das gleiche Bild zeigt sich jetzt auch im Weltcup. „Der Akku geht immer weiter runter. Das ist irgendwie auch verständlich nach dem furiosen Einstieg, wo er selber gar nicht genau wusste, wo das jetzt herkommt. Seitdem kämpft er rum“, analysierte Skisprung-Legende Hannawald.
„Er möchte den Erwartungen gerecht werden, aber schafft das irgendwie nicht und dreht sich seitdem im Kreis. Das kostet Energie“, erklärte Hannawald: „Es fällt ihm einfach schwer vom Kopf her die letzten Prozente abzurufen, die er richtig oder falsch macht. Das tut mir wirklich leid, aber dann kommt man eben nicht in den zweiten Durchgang.“
„Extrem schwer anzusehen, wie er leidet“
Hoffmann selbst versuchte im Gespräch mit der ARD positiv zu bleiben: „Gestern habe ich ein bisschen zu viel Druck gehabt und bin gar nicht ins Fliegen gekommen. Heute habe ich dann alles ein bisschen umgestellt. Es hat sich besser angefühlt, aber war nicht effektiv.“
Die Saison sei schon lang, sagte der gebürtige Thüringer, „aber eigentlich war in der letzten Woche ja dann auch Zeit zum Erholen und Krafttanken. Körperlich fühle ich mich gut“, so Hoffmann weiter.
Mit einem gequälten Lächeln reagierte er auf die Frage, ob er hadern würde: „Innerlich schon. Den zweiten Durchgang nicht zu schaffen, ist echt schade, aber es fliegt halt nicht.“
Man merkt Hoffmann an, dass es in ihm arbeitet. Das lässt auch Hannawald nachdenklich zurück: „Von außen ist es extrem schwer anzusehen, wie er leidet, auch wenn er versucht, es wegzulächeln.“