Es ist der heißeste Personal-Poker des Wrestling-Jahres, mit dem Potenzial, die Showkampf-Landschaft einschneidend zu verändern - zu Gunsten des Marktführers WWE, der aktuell vor Kraft ohnehin kaum laufen kann.
Hat WWE den größten Personal-Poker des Wrestling-Jahres verloren?
Hat WWE großen Poker verloren?
So wie es nun aussieht, scheint dem Imperium allerdings die Chance entgangen zu sein, dem jungen Mitbewerber All Elite Wrestling einen schweren Schlag zu versetzen: Das prominente Free-Agent-Quartett Kenny Omega, Nick und Matt Jackson (The Young Bucks) und Hangman Page scheint sich kollektiv für eine Verlängerung ihrer auslaufenden AEW-Verträge entschieden zu haben. (NEWS: Alle Neuigkeiten zum Thema AEW)
Kenny Omega, Young Bucks und Hangman Page bleiben wohl bei AEW
Wie das Szene-Leitmedium Wrestling Observer berichtet, gibt es den „vorherrschenden Glauben“, dass die vier Liga-Urgesteine und Mitglieder der Gruppierung „The Elite“ bei AEW bleiben werden.
Entsprechende Spekulationen waren schon vergangene Woche aufgekommen, als sich Omega nach der großen Dynamite-Sonderausgabe „Blood and Guts“ ans Publikum wandte und mit Blick auf seine Elite-Kollegen erklärte, dass er „überall hingehen werde, wo diese Jungs hingehen“.
Vor dem Hintergrund des allseits bekannten Umstands, dass die Verträge des Quartetts Ende des Jahres auslaufen, wurde das als Hinweis verstanden, dass die vier Freunde ihre Zukunft geklärt hätten.
Observer-Chef Dave Meltzer ergänzt nun in seinem Newsletter ein weiteres Indiz, dass die Zukunftsentscheidung zu Gunsten von AEW ausgefallen ist: Die Zuversicht von WWE, wo man noch vor einigen Monaten eine „gute Chance“ gesehen hätte, zumindest Topstar Omega loszueisen, sei „erkaltet“.
Cody Rhodes wechselte zu WWE
Omega und die Jacksons hatten AEW Anfang 2019 zusammen mit Cody Rhodes und Boss Tony Khan gegründet, agieren dort hinter den Kulissen auch als EVPs (Executive Vice Presidents) und spielten dort seitdem stets eine prominente Rolle, wie auch ihr Weggefährte Page, wie Omega früherer World Champion der Promotion.
Das Quartett wird von vielen als Herz und Seele von AEW betrachtet und dass sie der Liga treu bleiben, erscheint einerseits logisch, andererseits gab es doch mindestens zwei große Fragezeichen.
Zum einen warf der Wechsel von Mitgründer Cody Rhodes zu WWE die Frage auf, ob bei seinen alten Mitstreitern ebenfalls das Interesse entstehen könnte, ihre Karriere in ähnlicher Weise neu anzuschieben, wie es Rhodes bei WWE gelungen ist. (Cody Rhodes: WWE zahlt „absurden Haufen Geld“)
Zum anderen war da der ungelöste und hässliche Konflikt mit CM Punk, der im vergangenen Jahr in eine handgreifliche Prügelei ausgeartet war - und der dazu geführt hat, dass Khan Punk und The Elite seitdem räumlich trennt (Punk ist seit seiner Rückkehr im Juni Star der neuen Samstagsshow Collision, während The Elite bei der Mittwochssendung Dynamite verblieben sind).
Tony Khan hat auch weiteren Star gebunden
Es sieht nun so aus, als ob es Khan gelungen ist, die Fliehkräfte einzudämmen und die Elite-Crew an sich zu binden. Sollte der Sohn von Milliardär und Sportmogul Shahid Khan (Besitzer des FC Fulham und der Jacksonville Jaguars) seine vier Stars tatsächlich im Sack haben, ist das auch eine wegweisende Entscheidung mit Blick auf die demnächst auslaufenden TV-Verträge mit Medienpartner Warner Bros. Discovery.
Khan hat kürzlich beiläufig die Gerüchte bestätigt, dass er einen Milliarden-Deal anpeilt. Die neuen Verträge für The Elite erhöhen entweder die Chancen - oder könnten auch ein Zeichen sein, dass der erhofft Deal schon inoffiziell verabredet ist und Khan deshalb finanziell in die Offensive geht.
Eine spannende Neuigkeit ist vor dem Hintergrund auch die in dieser Woche vermeldete Vertragsverlängerung mit dem Mexikaner Rush, an dem WWE ebenfalls interessiert war. Laut Observer wurde WWE allerdings mit einem lukrativen Angebot ausgestochen. Eine WWE-Quelle soll von „insane money“ - einem verrückten Geldrahmen - gesprochen haben.