Wie viel reales Gift steckt in diesem Showkampf? Und ist wirklich mehr davon ans Tageslicht gekommen als von WWE geplant?
Gegen sie soll es in der WWE-Kabine viel Neid und Missgunst geben
Gegen sie soll es Missgunst geben
Das für WrestleMania 42 im April angesetzte Titelmatch zwischen WWE-Damenchampion Jade Cargill und Herausforderin Rhea Ripley hat in den vergangenen Tagen für viel Gesprächsstoff gesorgt. Grund ist ein Social-Media-Schlagabtausch der beiden, der wie eine reale Eskalation anmutet. Ob dem wirklich so ist, bleibt fraglich - reale Spannungen innerhalb der WWE-Kabine spiegelt sie nach übereinstimmenden Medienberichten aber tatsächlich wider.
WWE: Jade Cargill und Rhea Ripley im Clinch auf X
Cargill und Ripley lieferten sich kurz nach der offiziellen Ansetzung ihres Matches ein Wortgefecht auf X, das anfangs wie eine allseits übliche Spielerei anmutete, um ein anstehendes Match zu bewerben. Nach einer Weile allerdings schien ein „Shoot“, eine echte Auseinandersetzung, daraus zu werden.
In mehreren Posts ließ Cargill anklingen, dass Ripley Politik hinter den Kulissen betreiben würde, um ihren Status zu sichern („Wir wissen, sie müssen immer irgendeinen Weg finden, dich für WrestleMania ‚oben‘ zu halten" - „Ich rede zu viel? So wie du in den vielen Stunden, die du mit dem Kreativteam verbringst?“). Ripley reagierte mit erbosten Worten („Alles, was du sagst, ist Bullshit. Verbreite keine Lügen über mich, dumme B****) - und einer abschließenden Ansage: “Keine Spielerei. Keine Freundinnen. Lerne, wie man richtig workt und lüge niemals, um den echten menschlichen Charakter von jemanden zu diffamieren, indem du ‚die vierte Wand durchbrichst‘."
Auch andere WWE-Kolleginnen wie Chelsea Green und die langzeitverletzte Piper Niven beteiligten sich an der Online-Auseinandersetzung und griffen Cargill verbal an.
War der Streit wirklich real?
Das Hin und Her - in dem sich Cargill und Ripley auffallend viele Insider-Begriffe an den Kopf warfen - sorgte in den Tagen danach für viel Rumoren unter Fans und Szene-Experten. Mehrere Medien berichteten, dass der Streit zumindest in Teilen echt war und Cargill Grenzen überschritten hätte, die der Grund für Ripleys scharfe Reaktionen gewesen wären.
Anders bewertete der bekannteste Wrestling-Reporter Dave Meltzer die Szenerie: In seinem wöchentlichen Wrestling Observer Newsletter legte er sich fest, dass die Streiterei inszeniert war („Das war kein Shoot, egal, was die Leute erzählen, WWE verbietet so etwas auf seinen Social-Media-Plattform“) - hielt allerdings im selben Atemzug fest, dass die Angriffe auf Cargill auf realen Emotionen basieren würden.
„Gefühl, dass sie sich im Ring nicht verbessert“
„Was über Cargill gesagt wurde, ist quasi identisch mit dem, was diverse Wrestlerinnen mir im Lauf des vergangenen Jahr erzählt haben - ab dem Moment, in dem die Backstage-Konfrontation zwischen Shayna Baszler und Cargill öffentlich geworden ist“, schrieb Meltzer.
Der bekannte Brancheninsider führte aus, dass es in der WWE-Kabine viel Missgunst gegen die im September 2023 von Konkurrent AEW zu WWE gewechselte Cargill gebe: „Es gab das Gefühl, dass sie trotz ihres Looks nicht so ‚over‘ beim Publikum gekommen ist wie andere, dass sie sich im Ring nicht verbessert und anderen die Schuld gibt, wenn es in Matches Probleme gibt. Die meisten Frauen finden, dass sie besser sind und nicht dieselben Chancen bekommen haben wie sie - was zu Abneigung führt."
Unabhängig davon, wie viel Realität und wie viel Fiktion im Social-Media-Zwist zwischen Cargill und Ripley wirklich steckte: Es ist bemerkenswert, in welchem Ausmaß die vor allem für Cargill wenig schmeichelhaften Negativmeinungen aus der Kabine an die Oberfläche kommen - und dass WWE das im Ergebnis zulässt.
Aus dieser Perspektive betrachtet, wird interessant sein, wen die Liga als Gewinner des Titelmatches zwischen Cargill und Ripley hervorgehen lassen wird. Und das Zusatzinteresse wird der Liga gewiss auch recht sein.