Gold! Peiffer räumt im Biathlon ab
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Arnd Peiffer sorgt für eine Sensation und krönt sich als erst zweiter Deutscher überhaupt zum Sprint-Olympiasieger. Dabei läuft in der Vorbereitung alles schief.

Erst brach vor dem Anschießen der Schlagbolzen, dann prellte er sich bei einem Sturz vor dem Start den Ellbogen.

Doch bei seinem furiosen Sturm zum Olympiasieg ließ sich Arnd Peiffer von nichts und niemandem aufhalten.

Nach seinem sensationellen Goldcoup fiel Peiffer überglücklich seinen Trainern in die Arme und führte ein kleines Freudentänzchen auf. "Es war eigentlich nicht mein Tag. Irgendwie lief nicht alles ideal. Aber im Rennen habe ich es geschafft", sagte Peiffer stolz (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Peiffer stiehlt Fourcade und Bö die Show

Kaltschnäuzig nutzte der Staffel-Zweite von Sotschi 2014 die Schwächen der Biathlon-Giganten aus und tat es Laura Dahlmeier gleich. Peiffer blieb im Sprint der Männer im Gegensatz zu den Dominatoren Martin Fourcade (Frankreich) und Johannes Thingnes Bö (Norwegen) fehlerfrei und holte am zweiten Tag bereits die dritte deutsche Goldmedaille bei den Winterspielen in Pyeongchang. Nach Sven Fischer 2006 ist Peiffer erst der zweite deutsche Biathlet, der Olympia-Gold im Sprint gewinnt.

Der ehemalige Sprint-Weltmeister hatte nach zehn Kilometern 4,4 Sekunden Vorsprung auf den Überraschungszweiten Michal Krcmar aus Tschechien, der sich ebenfalls keinen Schießfehler erlaubte. Dritter wurde der Italiener Dominik Windisch (1 Schießfehler/+7,7 Sekunden).

Nächste Medaille winkt in Verfolgung

Peiffer reckte nach seiner Zielankunft den Arm in die Höhe, dann ließ er sich vollkommen ausgepumpt in den Schnee fallen. Auf der Anzeigentafel leuchtete die "1" auf, dann begann für den 30-Jährigen aus Clausthal-Zellerfeld bei eisigen Temperaturen im Alpensia Biathlon Centre das lange Warten. 

Doch keiner der nach ihm gestarteten Athleten erreichte seine Zeit. Die deutschen Trainer feierten schon vor Ende des Rennens, während ihr Schützling noch verhalten beide Daumen in die Höhe reckte. Peiffer geht damit auch mit der besten Ausgangsposition in das Verfolgungsrennen über 12,5 km am Montag (13 Uhr OZ / 21 Uhr MEZ im LIVETICKER).

Auch die weiteren DSV-Athleten schielen dann auf die Medaillen (Service: Der Zeitplan der olympischen Biathlon-Wettbewerbe).

Starke Teamleistung der Deutschen

Sprint-Weltmeister Benedikt Doll (1 Fehler) verfehlte Bronze als Sechster nur um zehn Sekunden und haderte im Anschluss in der ARD: "Ich ärgere mich sehr, dass ich den letzten Schuss weggehauen habe. Ich wollte nicht so richtig in den Schießrhythmus kommen, obwohl die Bedingungen gut waren. Ich hatte eigentlich alles gut unter Kontrolle."

Der viermalige Weltmeister Simon Schempp (1/+21,4) als Siebter und Erik Lesser (1/+31,9) auf Rang elf rundeten das starke Teamergebnis ab. "Wir können mit der Mannschaftsleistung zufrieden sein. Das ist eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung", sagte Schempp, während der von einer Rippenprellung beeinflusste Lesser scherzhaft anfügte: "Ich habe das Zimmerduell gegen Arnd verloren. Das wurmt mich total."

Fourcade und Bö, die in dieser Saison 14 der 15 Weltcuprennen gewonnen hatten, vergaben ihre Medaillenchancen schon beim Liegendschießen: Die Top-Favoriten zeigten Nerven und mussten gleich dreimal in die Strafrunde. Im Stehendanschlag ließ Bö eine weitere Scheibe stehen, Fourcade blieb da immerhin fehlerfrei und wurde Achter.

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