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Sandra Kiriasis
Sandra Kiriasis © Getty Images
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Der Streit zwischen Sandra Kiriasis und Jamaika setzt sich fort. Die Olympiasiegerin von 2006 will nun per Verbot den Start des Jamaika-Bobs im Rennen verhindern.

Die Schlammschlacht zwischen der früheren Bob-Pilotin Sandra Kiriasis und dem jamaikanischen Verband geht in die nächste Runde:

Nach der geräuschvollen Trennung hat der von ihr eingeschaltete Anwalt den Jamaikanern nun ein Startverbot für die olympischen Rennen am Dienstag und Mittwoch erteilt.

Der Grund: Kiriasis beansprucht die Rechte am Schlitten des Frauenteams weiter für sich. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

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Der jamaikanische Verband sieht allerdings weiterhin keinen Anlass zur Sorge, "wir werden am Start stehen", teilte Sprecherin Kathleen Pulito mit.

Der Schlitten von Pilotin Jazmine Fenlator-Victorian ist ein Leihgerät vom BSC Winterberg, Kiriasis hatte den Kontakt hergestellt und auch die Unterschrift auf dem Leihvertrag geleistet. Die Leihgebühr betrug nach Informationen der Welt am Sonntag 5000 Euro.

Kiriasis mit Besitzrecht am Bob

Kiriasis ist somit der Ansicht, sie habe bis Ende Februar "das Besitzrecht an dem Bob. Daher darf Jamaika ihn nicht nutzen und nicht starten, da wir ein Nutzungsverbot per Email ausgesprochen haben." Die Jamaikaner hätten auf die E-Mail allerdings noch nicht geantwortet.

"Ich könnte wahrscheinlich mit der Polizei dahin und den Bob da rausholen", sagte die 43-Jährige dem SID.

Stattdessen fuhren die jamaikanischen Fahrerinnen Fenlator-Victorian und Carrie Russell am Samstag beim Training mit dem Bob und nutzten dabei laut Welt am Sonntag sogar eine Diamantschleifmaschine und Kufen aus Kiriasis' Privatbesitz. Die Deutsche bekommt aufgrund der entzogenen Akkreditierung aktuell keinen Zugang zur Bahn.

Verband will Bob käuflich erworben haben

Nach Darstellung des Verbandes wurde der Schlitten vor wenigen Tagen allerdings dank finanzieller Hilfe der jamaikanischen Brauerei Red Stripe käuflich erworben. "Wir haben nun das Anrecht auf den Bob", teilte Pulito mit.

Dies hatte auch Jamaikas Verbandspräsident Leo Campbell SPORT1 mitgeteilt: "Es ist nicht ihr Bob, der Bob gehört dem BSC Winterberg. Sie hat keinerlei Einfluss darauf, welchen Bob der jamaikanische Verband seinen Athleten zur Verfügung stellt."

Allerdings besagt der Leihvertrag, der der Welt am Sonntag vorliegt, dass Kiriasis bis zum 28. Februar das alleinige Nutzungsrecht an dem Schlitten hält und somit entscheidet, wer ihn benutzen darf - unabhängig vom Kauf durch den jamaikanischen Verband.

Für SPORT1 berichtet Jonas Nohe von den Olympischen Winterspielen aus Pyeonchang
Für SPORT1 berichtet Jonas Nohe von den Olympischen Winterspielen aus Pyeonchang © SPORT1-Grafik: Getty Images/SPORT1

Laut Pulito wolle sich der Verband nun nicht mehr zum "Hin-und-Her-Drama" um Kiriasis äußern, alles sei auf ein erfolgreiches Abschneiden bei den Winterspielen ausgerichtet (SERVICE: Der Zeitplan der olympischen Spiele).

Schlammschlacht betrifft auch Olympiasiegerin Humphries

Allerdings betrifft die Schlammschlacht nicht nur Jamaika sondern auch die zweimalige Olympiasiegerin Kaillie Humphries. Die Goldfavoritin aus Kanada wird ebenfalls von Kiriasis trainiert, die nun aber nicht mehr an die Strecke kommen darf.

"Ich weiß, dass sie unbedingt hier sein will - und das war auch der Plan. Es ist schwierig für sie, das alles nicht persönlich zu nehmen. Mit ihr wurde respektlos umgegangen", schilderte Humphries die Situation im Gespräch mit SPORT1.

Kiriasis hatte das jamaikanische Team vor rund einer Woche nach Differenzen mit dem restlichen Trainerteam und der Verbandsspitze verlassen. Sie sollte nur noch als Bahntrainerin arbeiten und keinen Kontakt mehr zu den Athleten haben, das lehnte Kiriasis ab.

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