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Tony Martin (gelbes Trikot) fuhr lange in der Ausreißergruppe mit
Tony Martin (gelbes Trikot) fuhr lange in der Ausreißergruppe mit © Getty Images
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Der Sieg der 9. Etappe geht an einen Südafrikaner. Am französischen Nationalfeiertag setzt sich Daryl Impey durch. Zweiter wird Tiesj Benoot. Tony Martin ist geschlagen.

Ehrengast Marcel Kittel fieberte im Ziel mit seinem Kumpel Tony Martin, zu mehr als einer starken Willensleistung konnte ihm der deutsche Top-Sprinter aber nicht gratulieren.

Am Wochenende der Ausreißererfolge jagte Martin auf der neunten Tour-de-France-Etappe in einer Fluchtgruppe mit viel Leidenschaft dem Tageserfolg hinterher - und stand am Ende doch mit leeren Händen da (SERVICE: Die Wertungen der Tour de France).

Stattdessen jubelte am Sonntag der Südafrikaner Daryl Impey, der nach 170 km in Brioude wie der Belgier Thomas De Gendt am Samstag in Saint-Etienne eine lange Flucht mit dem Sieg krönte. "Im Finale habe ich einfach gemerkt, dass ich doch relativ müde bin und es nicht für ganz vorne gereicht hätte", sagte Martin.

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Alaphilippe weiter in Gelb

Kittel drückte ebenso vergeblich für Martin die Daumen wie die Franzosen für ihre Landsleute. Tröstlich war immerhin, dass Publikumsliebling Julian Alaphilippe das am Vortag zurückeroberte Gelbe Trikot am Nationalfeiertag erfolgreich verteidigte.

Martin beklagt fehlende Spritzigkeit

In der entscheidenden Rennphase fehlte Martin das nötige Glück, als die insgesamt 15-köpfige Gruppe die Zusammenarbeit beendete und jeder seine Chance im Angriff suchte. "Plötzlich fand ich mich zwischen Hauptfeld und Gruppe wieder. Da fehlte mir etwas die Spritzigkeit", sagte Martin in der ARD, obwohl er zuvor "nicht groß Körner verschwendete". 

Impey schlug den Belgier Tiejs Benoot schließlich im Sprint eines Duos. Für den deutschen Radprofi Martin, der bereits zwei Tour-Etappen als Solist (2013 und 2015) gewonnen hat, blieben diesmal nur anerkennende Worte für seinen Wagemut. Martin erreichte das Ziel als 15 mit über sieben Minuten Rückstand.

Schon nach knapp 15 km stand die Fluchtgruppe mit dem gebürtigen Lausitzer. Keiner der Fahrer war für die Klassementfavoriten um Titelverteidiger Geraint Thomas (Großbritannien) gefährlich, auch der Gesamtführende Alaphilippe musste sich keine Sorge machen. Böse erwischte es den Italiener Alessandro De Marchi, der früh stürzte und ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Kittel unklar über seine Zukunft

Kittel hatte Martins couragierten Auftritt in seiner Rolle als TV-Experte der ARD verfolgt. Bis zum Montag stattet der Thüringer dem Rennen, das ihn groß machte, einen Kurzbesuch ab. Wie es für Kittel weitergeht, hat er noch nicht entschieden. "Es ist im Moment echt ergebnisoffen", sagte der deutsche Tour-Rekordetappensieger. Ein Comeback 2020? Das Karriereende? Bis zum Ende der Tour möchte der Top-Sprinter seine Überlegungen abschließen. "Es war schön, ihn zu sehen", sagte Martin.

Vor der Etappe hatte sich Martin in einer Helferrolle gesehen und wollte sich eigentlich voll in den Dienst seiner Kapitäne stellen. Dann aber war es der viermalige Zeitfahrweltmeister selbst, der im Zentralmassiv in die Offensive ging. "Das wird ein Tag zwischen die Mannschaft gut ins Finale bringen und Überleben", hatte der Routinier gesagt, der bislang so viel zu den drei Tageserfolgen seiner Mannschaft Jumbo-Visma beitrug.

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Alaphilippe hatte am Samstag mit Landsmann Thibaut Pinot couragiert dem Belgier De Gendt nachgesetzt, der Lohn war das Maillot jaune und für Pinot einige wertvolle Sekunden in der Gesamtwertung. Pinot, nicht der bisher schwächelnde Romain Bardet, in dessen Heimatort die Etappe am Sonntag endete, ist deshalb Frankreichs derzeit größte Hoffnung.

Nächste Chance für Ausreißer

Vor dem ersten Ruhetag bietet sich Ausreißern noch einmal eine Gelegenheit. Die zehnte Etappe von Saint-Flour nach Albi (217,5 km) verläuft auf geradezu idealem Terrain dafür. Es ist aber auch möglich, dass Bora-hansgrohe für Peter Sagan die Kontrolle übernimmt und einen Spurt um den Tagessieg herbeiführt.

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