vergrößernverkleinern
CYCLING-FRA-DAUPHINE
CYCLING-FRA-DAUPHINE © Getty Images
Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Michael Woods bricht sich während der elften Etappe der Tour de France zwei Rippen. Nicht der erste Rückschlag - aber Aufgeben kommt nicht in Frage.

Michael Woods hat sich auf der elften Etappe der diesjährigen Tour de France eine Rippenfraktur zugezogen. (Tour de France 2019: Alle Etappen im LIVETICKER)

Wie die Schweizer Tageszeitung Blick berichtet, ist der Radprofi vom Team Education First so unglücklich auf sein Funkgerät, das unter dem Trikot eingeklemmt ist, gefallen, dass gleich zwei Rippen gebrochen sind. Vor allem das Atmen falle ihm schwer, so Woods. Für den Kanadier jedoch kein Grund zum Aufgeben.

Dachs und Kanibale - Die TdF-Rekordsieger

Anzeige

Denn er will sein Team mit Kapitän Rigoberto Uran nicht im Stich lassen. Der Kolumbianer belegt aktuell den neunten Platz im Gesamtklassement. Für Woods dürfte die Rippenverletzung wohl auch sein kleinster Schmerz sein. Ausgerechnet seinem größtem Erfolg - dem Sieg bei der 17. Etappe der Vuelta 2018 - ging ein Schicksalsschlag voraus. Kurz vor dem Etappenrennen verlor seine Frau in der 37. Schwangerschaftswoche das erste gemeinsame Kind. 

Woods: Aufgeben ist keine Option

"Es war der schlimmste Moment meines Lebens. Nie zuvor hatte ich jemanden verloren, der mir so nahe stand", erzählte der 32-Jährige. Noch mehr habe jedoch seine Frau leiden müssen: "Es war unglaublich hart zu sehen, wie sie damit klarzukommen versuchte. Mit dem Trauma. Und mit der Phase nach der Schwangerschaft, als ihr die Hormone signalisierten, dass sie eigentlich ein Baby gebären sollte - aber da war kein Baby mehr."

Der Verlust seines Sohnes begleitet ihn auf jedem Kilometer der Tour - nicht nur weil er den Namen Hunter, wie das Kind heißen sollte, als Tattoo auf dem rechten Arm trägt. Doch dass ihn der Schmerz sogar noch stärker machen kann, bewies Woods bereits vor zehn Monaten. "Bei meinem Sieg an der Vuelta war es Hunter, der mich über die Ziellinie brachte."

Er sei in einer Welt des Schmerzes gewesen, berichtete Woods. "Nie zuvor hatte ich das erlebt. Ich konnte nicht einmal mehr nachdenken. Aber ich wollte meinen verstorbenen Sohn ehren."

Education First: Team für besondere Momente

Bereits im letzten Jahr war ein verletzter Fahrer des US-amerikanischen Teams in aller Munde. Lawson Craddock stürzte auf der ersten Tour-Etappe 2018 und brach sich das Schulterblatt. In den folgenden Wochen quälte er sich über die Pyrenäen und Alpen. Dabei spendete er Geld für die Opfer von Hurrican Harvey. Die Rundfahrt beendete er als Letzter.

Meistgelesene Artikel

Damit dürfte sich Education First als Team für die besonderen Momente in den Erinnerungen der Radsport-Fans verewigen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image