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Tommy Haas scheitert auf seiner Abschiedstournee bei den BMW Open in München bereits im Achtelfinale. Zum Abschied gibt es eine Lederhose vom Turnierdirektor.

Zum Abschied gab es für Tommy Haas eine Lederhose. Die ist beim ATP-Turnier in München seit 2015 dem Sieger vorbehalten, aber für einen besonderen Spieler ergriff Turnierdirektor Patrik Kühnen eben eine besondere Maßnahme.

Haas musste das gute Stück selbstverständlich gleich auf dem Platz anziehen, Kühnen dankte zugleich "für eine großartige Karriere und großartige Momente". In München wird es diese nicht mehr geben.

"Ich glaube", sagte Haas, "es wird einem erst in ein paar Wochen bewusst, dass es vorbei geht."

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Haas tritt noch in Stuttgart, Halle und Hamburg an

Für Haas war bei seinem zwölften und letzten Start bei den BMW Open, die er erst 2013 zum einzigen Mal gewonnen hatte, im Achtelfinale Schluss. Der 39 Jahre alte gebürtige Hamburger unterlag Jan-Lennard Struff (Warstein) mit 4:6, 5:7.

Haas will auf seiner Abschiedstour in Deutschland noch bei den Turnieren in Stuttgart (ab 12. Juni), Halle/Westfalen (ab 19. Juni) und Hamburg (ab 24. Juli) antreten. Am Sonntag startet er aber erst mal in Madrid.

Auf dem Platz sei er zunächst frustriert gewesen, "jede Niederlage nervt", aber Struff sei "der bessere Spieler gewesen, das muss man anerkennen". Außerdem habe er dann Kühnen gesehen und die Lederhose, "und das ist sicher ein sehr schöner Moment für mich", ergänzte er.

Noch schöner, erwähnte Haas nochmals, war der Turniersieg 2013, als er mit seiner damals zweijährigen Tochter Valentina auf dem Platz feierte.

Haas hätte seinen Aufenthalt in München noch verlängern können, lag im zweiten Satz ein Break vorne, verlor seinen Aufschlag aber ebenso mehrmals und dann entscheidend zum 5:6.

Nach 1:28 Stunden schlug Struff bei seinem zweiten Matchball ein Ass. Der 48. der Weltrangliste, der 2014 in München das Halbfinale erreicht hatte, trifft nun auf Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 3), der in seinem Auftaktmatch Jeremy Chardy (Frankreich) mit 6:4, 6:4 besiegte.

Hanfmann sorgt für Überraschung

Ebenfalls im Viertelfinale steht überraschend Yannick Hanfmann. Der 25 Jahre alte Karlsruher sorgte am frühen Nachmittag für eine große Überraschung, als er den an Nummer acht gesetzten Brasilianer Thomaz Bellucci nach der Abwehr eines Matchballs mit 7:6 (7:5), 4:6, 7:5 besiegte. "Es ist alles gerade ein bisschen surreal", sagte er, "nach dem Matchball war alles Wahnsinn."

Im Viertelfinale am Freitag trifft Hanfmann, der nach erfolgreich absolvierter Qualifikation zum ersten Mal überhaupt im Hauptfeld eines ATP-Turniers steht, auf Roberto Bautista Agut: Der an Nummer zwei gesetzte Spanier besiegte unter großen Mühen den Rumänen Marius Copil mit 6:4, 6:7 (3:7), 7:5.

Hanfmann, nur die Nummer 273 der Weltrangliste und noch bis Mitte 2015 erfolgreich für die University of Southern California in Los Angeles im Einsatz, hat bislang nur drei Turniersiege auf der drittklassigen Future-Tour vorzuweisen.

Gegen Bellucci gelang Hanfmann, der seit Geburt an Schwerhörigkeit leidet, "eines meiner besten Matches". Zunächst wehrte er gegen die Nummer 57 im ATP-Ranking beim Stand von 4:5 einen Matchball ab, anschließend gelang ihm das entscheidende Break zum Sieg.

Nach 2:19 Stunden brachte ein Fehler von Bellucci beim ersten Matchball von Hanfmann, der zuvor schon Gerald Melzer (Österreich) in drei Sätzen ausgeschaltet hatte, die Entscheidung.

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