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Angelique Kerber denkt beim Grand-Slam-Turnier von Paris nicht an das Finale. Nach einer schwierigen Vorbereitung ist sie froh, überhaupt dabei zu sein.

Das wichtigste Sandplatzturnier der Welt scheint nicht mehr geschaffen für deutsche Tennisspieler.

Ein Titel im Einzel? Liegt schon zwanzig Jahre zurück: Im Mai 1999 gewann Steffi Graf in einem denkwürdigen Finale gegen Martina Hingis aus der Schweiz zum sechsten und letzten Mal die French Open in Paris - nur zwei Monate später trat sie eher unvermittelt zurück. Ihren letzten, in der Tat sehr emotionalen Triumph in Roland Garros bezeichnete sie hinterher als die "wundervollste Erinnerung" ihrer Karriere.

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Seitdem hat Anna-Lena Grönefeld mal im Mixed gewonnen, 2014 war das, aber eine Nachfolgerin von Graf als Siegerin am Bois de Boulogne ist nicht auszumachen. Angelique Kerber? Nun ja. Sand ist nicht ihr liebster Belag.

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Kerber hatte schlechte Vorbereitung

In Roland Garros stand die 31 Jahre alte Kielerin bislang elfmal im Hauptfeld, zweimal erreichte sie das Viertelfinale, 2012 und 2018. Ein Sieg bei den French Open fehlt Kerber nach Erfolgen bei den Australian Open und US Open (2016) sowie in Wimbledon (2018) noch zum persönlichen Grand Slam.

Anmerkungen dazu nahm Kerber am Freitag sehr entspannt zur Kenntnis, sie ist schließlich froh, überhaupt auf der im Renovierungsstadium befindlichen Anlage am Boulevard d'Auteuil zu sein. "Vor zwei Wochen", berichtete sie, "war nicht sicher, dass ich es hierher schaffe. Vor zwei Wochen konnte ich nicht richtig gehen."

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Vor zwei Wochen war sie beim Turnier in Madrid umgeknickt, sie erlitt eine Bänderverletzung im Sprunggelenk, "es sah nicht so gut aus".

Nicht genügend Spielpraxis

Kerber geht daher auch nicht gerade bestens vorbereitet in ihr Auftaktmatch am Sonntag gegen die 18 Jahre alte Russin Anastassija Potapowa (WTA-Nr. 81). Ihr fehlten, sagte sie wenig überraschend, aufgrund der Behandlungen "Spielpraxis, Trainingseinheiten und Ausdauer", daher seien auch ihre Erwartungen "vor einigen Wochen höher gewesen" als jetzt.

Dass Kerber in der Vorbereitung auf die French Open auf ihren Coach verzichten musste, spielt aber keine Rolle, "das war so abgesprochen": Rainer Schüttler ist in dieser Woche in Genf - als Turnierdirektor des dortigen ATP-Events.

Zverev aktuell in Schwächephase

Am Donnerstag schaute er unter anderem Alexander Zverev zu, wie dieser sich ins Halbfinale mühte. Der Hamburger hatte das 250er-Turnier kurzfristig eingeschoben, um nach einer bislang miserablen Sandplatzsaison aus dem ersten tiefen Loch seiner Karriere zu finden.

Auch Zverev hat in Roland Garros noch nichts gerissen, geschweige denn überhaupt bei einem der vier Grand Slams: Bei den French Open war er im Vorjahr im Viertelfinale, das war es. In der kommenden Woche sollte freilich auch ihm der Einstieg ins Turnier keine großen Probleme bereiten: ATP-Champion Zverev trifft auf den Australier John Millman (ATP-Nr. 55). Ebenso wie Kerbers Gegnerin kein ausgewiesener Könner auf Sand.

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