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Melbourne - Im Überraschungsfinale der Australian Open schnappt sich Sofia Kenin ihren ersten Grand-Slam-Titel. Die US-Amerikanerin krönt damit auch ihren steilen Aufstieg.

Sofia Kenin hat den bislang größten Sieg ihrer steilen Karriere gefeiert. Der 21 Jahre alte Amerikanerin stürmte bei den Australian Open gleich in ihrem ersten Finale bei einem Grand Slam auch zu ihrem ersten Triumph. Kenin bezwang in einem zähen Match die fünf Jahre ältere zweifache Grand-Slam-Siegerin Garbine Muguruza (Spanien) mit 4:6, 6:2, 6:2. Sie ist die jüngste Siegerin in Melbourne seit Maria Scharapowa (20) aus Russland vor zwölf Jahren.

"Mein Traum ist offiziell wahr geworden, ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben. Wenn ihr einen Traum habt, verfolgt ihn, denn Träume werden wahr. Ich bin so dankbar", sagte Kenin nach dem Triumph.

Nach 2:03 Stunden unterlief Muguruza beim zweiten Matchball ihrer Gegnerin ein Doppelfehler, ihr achter insgesamt. Kenin schlug die Hände vors Gesicht. Für den vierten Turniersieg ihrer Karriere erhält sie ein Preisgeld von 4,12 Millionen Australischen Dollar, umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro.

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Außerdem wird sie in der Weltrangliste von Rang 15 auf Rang sieben und damit erstmals in die Top 10 klettern. Vor rund vier Jahren war sie noch die Nummer 620 im WTA-Ranking gewesen, ehe ihr rasanter Aufstieg begann.

Muguruza begeht zu viele Fehler

In einem selten hochklassigen Endspiel, das bisweilen einem Abnutzungskampf glich, war Kenin am Ende deutlich mutiger und beging deutlich weniger Fehler als die 26 Jahre alte Muguruza: Die Spanierin war bis Mitte des zweiten Satzes die etwas aktivere Spielerin, danach schlichen sich bei ihr mehr und mehr Ungenauigkeiten ein. Zum 1:3 und zum 2:6 verlor sie jeweils ihren Aufschlag. Ihr unterliefen insgesamt 45 unerzwungene Fehler, Kenin nur 23.

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Bezeichnend für das Match war das fünfte Spiel im dritten Satz, als Kenin durch eine Reihe von Fehlern ihrer Gegnerin noch einmal drei Breakbälle ermöglichte: Alle drei wehrte sie mit präzisen Grundschlägen ab, nachdem sie sich Muguruza zuvor mit platzierten Bällen zurechtgelegt hatte. Im folgenden Spiel schenkte die Spanierin Kenin dann ebenfalls mit einem Doppelfehler das entscheidende Break.

Kenin krönt steilen Aufstieg

Kenin war in Australien lange unter dem Radar geflogen, dabei hatte sie ein gutes Jahr 2019 mit Turniersiegen in Hobart, Mallorca und Guangzhou hinter sich. Dabei hatte sie auch in Melbourne für Aufmerksamkeit gesorgt, als ihr im Achtelfinale ein Dreisatzsieg gegen Tennis-Wunderkind Cori Gauff (USA) gelang. Im Halbfinale dann besiegte sie zum Entsetzen der Australier die Weltranglistenerste und Lokalmatadorin Ashleigh Barty.

Muguruza wäre die erste ungesetzte Siegerin in Melbourne seit Serena Williams (USA) vor 13 Jahren gewesen. Im September 2017 war sie vorübergehend die Nummer eins der Welt, kurz zuvor hatte sie nach den French Open 2016 in Wimbledon gewonnen. Danach aber rutschte sie in eine Krise, am Jahresende 2019 lag sie in der Weltrangliste nur noch auf Rang 36, für Melbourne war sie daher nicht gesetzt. In der kommenden Woche wird die Spanierin immerhin auf Rang 16 klettern.

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Als Außenseiterin ging Muguruza aber nicht ins Endspiel. Auf dem Weg dorthin hatte sie in Jelina Switolina (Ukraine), Kiki Bertens (Niederlande) und zuletzt im Halbfinale Simona Halep (Rumänien) die Nummern fünf, zehn und vier der bisherigen Weltrangliste besiegt. Im Finale allerdings konnte sie nicht mehr zulegen. 

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