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Novak Djokovic ist dafür bekannt, immer wieder mit den Schiedsrichtern zu diskutieren
Novak Djokovic ist dafür bekannt, immer wieder mit den Schiedsrichtern zu diskutieren © Imago
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Ausgerechnet Novak Djokovic stellt die Daseinsberechtigung von Linienrichtern infrage - obwohl der Tennis-Star mit einem erneuten Abschuss wieder für Wirbel sorgt.

Dass ausgerechnet Novak Djokovic solche Gedanken hegt, gibt dem Ganzen dann noch ein ganz besonderes Geschmäckle: 

Am Montagabend sorgte die Nummer 1 der Tenniswelt auch bei den French Open einmal mehr für großen Wirbel - mit einem missglückten Vorhand-Return im ersten Satz seiner Achtelfinalpartie gegen Karen Khachanov (6:4, 6:3, 6:3) traf Djokovic den nahe sitzenden Linienrichter am Kopf. 

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Zwar weniger hart - und vor allem auch unabsichtlich - als vor ziemlich genau einem Monat bei den US Open, als der Serbe für einen Skandal sorgte und disqualifiziert wurde, weil er aus Frust einen Ball weggedroschen und damit aus Versehen eine Linienrichterin am Hals getroffen hatte.

Dennoch weckte der Djoker auch nun erneut böse Erinnerungen - und lässt seine vor dem Weiterkommen gegen den Russen Khachanov offensiv formulierten Gedankenspiele in einem ganz besonderen Licht erscheinen.

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Djokovic: Linienrichter unnötig

Konkret: Wenn es nach dem 33-Jährigen geht, haben Linienrichter im Tennis keine Notwendigkeit mehr, hatte der Starspieler öffentlich gesagt. (Spielplan und Ergebnisse der French Open 2020)

"Die Technologie ist im Moment so fortschrittlich, dass es absolut keinen Grund gibt, warum man auf dem Platz Linienrichter halten sollte", ist der Weltranglisten-Erste offen für ein Umdenken, das im weißen Sport einer Revolution gleichkäme.

Vor allem seine Erfahrungen bei den US Open hätten ihn zu dieser Einsicht gebracht, so Djokovic weiter.

Dort waren nur auf den beiden Hauptplätzen - dem Arthur-Ashe-Stadium und der Louis-Armstrong-Arena - Linienrichter zum Einsatz gekommen. Auf den Außenplätzen kam ausschließlich das digitale Hawk-Eye-System zur Anwendung.

Djokovic: Erinnerungen an US-Open-Eklat

Für Djokovic daher naheliegend: Diesem technischen Fortschritt dürfe auch kein falsches Traditionsverständnis im Wege stehen.

"Bei allem Respekt vor der Tradition und der Kultur, die wir in diesem Sport haben", erklärte der Serbe, "wenn es um die Menschen geht, die während eines Spiels auf dem Platz anwesend sind - einschließlich der Linienrichter - sehe ich wirklich keinen Grund, warum nicht jedes einzelne Turnier auf dieser Welt, in dieser technologisch fortgeschrittenen Ära, das haben sollte."

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Zumal dann auch solche Vorfälle wie seine Disqualifikation bei den US Open vermieden werden könnten: "Dann hätte ich wahrscheinlich auch weniger Chancen, das zu tun, was ich in New York getan habe."

Gegenwind für Djoker von Legende Todd Woodbridge 

 Allerdings findet Djokovics Vorschlag nicht nur Unterstützung. Tennis-Legende Todd Woodbridge hatte bereits direkt nach dem Djokovic-Vorfall seine Befürchtung geäußert, dies könne das Aus der Linienrichter im Tennis bedeuten.

"Es dämpft das Erlebnis, wenn ein leicht verzögerter Computer die Entscheidung fällt. Es ist einfach nicht mehr dasselbe Gefühl", erklärte der Australier, der in seiner Karriere 22 Grand-Slam-Titel im Doppel einheimste, die Bedeutung von Linienrichtern.

Ohne die Referees am Rand würde der Sport seiner Meinung nach "verdummt" werden.

Ein Einwand, zu dem Djokovic sich bisher noch nicht geäußert hat.

Ex-Profi Henman: "Ein Albtraum"

So oder so: Dass gerade der Djoker das Referee-Thema aufmacht, wirkt nach Außen hin unglücklich.

Den neuerlichen Abschuss nannte Eurosport-Experte Tim Henman, der während seiner aktiven Karriere bis auf Platz vier der Weltrangliste kletterte und unter anderem viermal im Halbfinale von Wimbledon stand, schlichtweg einen "Albtraum".

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