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München - Mit ihrem Sieg gegen Grand-Slam-Siegerin Viktoria Azarenka sorgt Jessica Pegula bei den Australian Open für Aufsehen. Doch auch ihr familiärer Hintergrund elektrisiert.

Mit diesem Ausgang der Partie hätte wohl niemand gerechnet - und mit den daraus resultierenden Debatten wohl ebenso wenig!

In der ersten Runde der Australian Open musste die zweimalige Melbourne-Siegerin Viktoria Azarenka nach einer Niederlage in zwei Sätzen ihre Koffer packen. Und das, obwohl die Weißrussin im ersten Satz sogar mit 5:2 in Führung gelegen hatte. (Australian Open 2021 von 8. bis 21. Februar im LIVETICKER).

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Dann allerdings brachte sie ein Wirbelwind namens Jessica Pegula aus dem Tritt. Die US-Amerikanerin ist einer der Shootingstars auf der Tennistour - und dazu noch Milliardärstochter.

Allein dieser Umstand ist in der Szene ein großes Thema, zumal Tennis schon immer das Etikett des ungemein kostspieligen Sports anhaftet, in dem gerade weniger gut Situierte den Sprung in die Elite sich besonders hart erarbeiten müssen.

Während Pegula nun also als Privilegierte einen einfacheren Weg gehen durfte, wie manche unken. Oder ist das zu kurz gedacht?

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Tennis: Jessica Pegula immer konstanter

Zumal: Mit ihren 26 Jahren ist die Rechtshänderin aus Buffalo zwar längst kein Neuling mehr, dennoch startet Pegula erst seit dieser Saison so richtig durch.

Bereits im vergangenen Sommer hatte sich die aktuell Weltranglisten-80. enorm gesteigert, nachdem sie mit dem ehemaligen Coach von Venus Williams zusammengearbeitet hatte. So erreichte Pegula bei den Western & Southern Open das Viertelfinale und gewann auch bei den US Open zwei Partien. (Australian Open: Spielplan und Ergebnisse)

Inzwischen spielt die Frau mit der brünetten Pferdeschwanz-Frisur viel konstanter - und hat auch ihre Fähigkeit verbessert, den richtigen Schlag für den richtigen Moment zu finden.

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Ein Sieg gegen die Deutsche Mona Barthel gelang unter anderem beim Yara Valley Classic, einem Vorbereitungsturnier auf die Australian Open.

"Ich denke, meine Fitness und meine Bewegung sind viel besser", sagte Pegula nach dem Sieg gegen Azarenka: "Jetzt, da ich mich besser bewege, lerne ich auch, wie ich in der Defensive Punkte gewinne und das in die Offensive umwandeln kann, was ich heute ziemlich gut gemacht habe."

"Es ist ein anderes Element meines Spiels, das ich gelernt habe, einzubauen und zu nutzen und auf diese Weise Matches zu gewinnen", so der Shootingstar weiter. "Das war etwas, was ich vor ein paar Jahren noch nicht konnte."

Australian Open: Azarenka mit Atemnot

Dass sie im Erstrundenmatch gegen Azarenka neben der anfänglichen Aufholjagd im Zuge des Drei-Spiele-Rückstands auch davon profitierte, dass die zweimalige Grand-Slam-Siegerin im zweiten Satz über Atemnot klagte und ein Medical Timeout benötigte, soll Pegula eigenen Anteil an dem Coup keineswegs schmälern.

Viktoria Azarenka (r.) klagte über Atemnot
Viktoria Azarenka (r.) klagte über Atemnot © Imago

Inwieweit der besondere familiäre Hintergrund der 26-Jährigen für den gegenwärtigen Höhenflug im neon-gelben Dress eine Rolle spielt, ist noch viel weniger greifbar.

Ihr Vater Terrence Pegula liegt mit einem geschätzten Vermögen von vier Milliarden US-Dollar auf Rang 452 der Liste der reichsten Menschen der Welt. Der 69-Jährige besitzt neben Öl- und Gas-Unternehmen auch mehrere Sport-Teams.

Pegula-Eltern besitzen NHL-Team Buffalo Bills

Damit nicht genug: Mit Ehefrau Kim ist Terrence Pegula Eigentümer des NHL-Klubs Buffalo Sabres und des AHL-Klubs Rochester Americans - und obendrein noch im Football aktiv.

Was hierzulande kaum jemand weiß: Im Jahr 2014 bewahrten die Pegulas die Buffalo Bills vor einem Weggang aus Buffalo. Konkret: Im Ringen um den Erwerb des NFL-Teams setzte sich das Ehepaar seinerzeit unter anderem gegen Ex-US-Präsident Donald Trump und Musiker Jon Bon Jovi durch.

In Zahlen nimmt sich das so aus: 1,4 Milliarden haben die Eltern der Tennisspielerin für die Franchise aus der AFC East bezahlt, die 17 Spielzeiten der Erfolglosigkeit hinter sich hatten, ehe sie 2017 in die Playoffs zurückkehrte - die seinerzeit übrigens längste Postseason-Dürre im US-Profisport. 

Das Investment hat sich gelohnt: In dieser Saison schafften es die Bills sogar bis ins Championship Game ihrer Conference.

Stosur nächste Gegnerin für Pegula

Tochter Jessica dürfte all das aktuell ausblenden, konzentriert sie sich doch voll und ganz auf ihre Tenniskarriere.

Mit der Australierin Samatha Stosur wartet in der zweiten Runde zwar keine Unbekannte, dennoch machbare Gegnerin, die allerdings Heimvorteil genießt.

Ein Einzug in die dritte Runde wäre für Pegula der dann größte Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier - und für die Milliardärstochter mit Geld sowieso nicht aufzuwiegen.

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