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Paris - Alexander Zverev zieht bei den French Open erstmals ins Halbfinale ein, besiegt einen spanischen No-Name. Zwischendurch aber gibt es Ärger mit der Schiedsrichterin.

Jetzt hat er seinen so lange bestehenden Paris-Fluch beendet und ist von seinem großen Ziel nur noch zwei Schritte entfernt: (NEWS: Alles zum Tennis)

Tennis-Star Alexander Zverev steht erstmals in seiner Kariere im Halbfinale der French Open und darf vom so ersehnten Grand-Slam-Titel träumen. (das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER

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Die deutsche Nummer eins behauptete sich gegen den ungesetzten Spanier Alejandro Davidovich Fokina mit 6:4, 6:1, 6:1 und sprang so in die Runde der letzten Vier beim Sandplatzklassiker von Roland Garros.

Dort trifft der Hamburger, der zum dritten Mal ein Grand-Slam-Halbfinale erreichte, nun am Freitag auf Stefanos Tsitsipas (Griechenland/Nr. 5).

Tsitsipas setzte sich am späten Abend gegen den Weltranglistenzweiten Daniil Medwedew (Russland) 6:3, 7:6 (7:3), 7:5 durch. Der unterlegene Russe spielte dabei den finalen Matchball gegen sich mit einem Aufschlag von unten - ein Trick, der dennoch keinen Erfolg brachte.

Zverev indes hat seine bisherigen neun Duelle mit Top-10-Spielern bei Grand-Slam-Turnieren allesamt verloren. Aus deutscher Sicht hatten dennoch nur Boris Becker (18), Michael Stich (6) und Tommy Haas (4) öfter ein Major-Halbfinale gespielt. (Kalender der ATP-Saison 2021)

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French Open: Zverev erstmals im Halbfinale

"Es ist schön, im Halbfinale zu sein", sagte Zverev, "aber das ist noch nicht genug für mich. Ich spiele ziemlich okay, vielleicht kann ich im Halbfinale noch ein bisschen drauflegen. Mal sehen, was passiert."

Im Duell mit Fokina ließ Zverev vor allem in den Sätzen zwei und drei die Muskeln spielen, während die Partie im ersten Durchgang einer Achterbahnfahrt gleichkam, in der Zverev vor allem mit seinem Aufschlag große Probleme hatte und von seiner Bestform ein gutes Stück entfernt war.

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Ohnehin war der 24-Jährige, der wegen der beiden vorangegangenen Damen-Matches zuvor über jeweils drei Sätze erst mit zwei Stunden Verspätung auf den Court Philippe Chatrier gehen konnte, schlecht aus den Startlöchern gekommen.

Zverev wirkte unzufrieden mit seiner Schlägerbesaitung, brachte kaum erste Aufschläge ins Feld, agierte zu passiv. Auch Davidovich Fokina begann holprig, es entwickelte sich ein zerfahrenes Match auf schwachem Niveau mit vielen Breaks. Immerhin: Weil Zverev etwas weniger Fehler produzierte, sicherte er sich nach 47 Minuten den ersten Satz.

Zverev legt sich mit Schiedsrichterin an

Kurios: Zverev legte sich in dieser Phase der Partie auch mit Schiedsrichterin Alison Hughes (England) an, sah einen Ball seines Widersachers im Aus, ehe er sich dann aber doch eines Besseren belehren lassen musste - und in der Folge auch sein Service verlor.

"Heute Abend wird sich niemand dafür interessieren, wie hoch das Niveau war - sondern nur, wer gewinnt", sagte Eurosport-Experte Becker und sah, wie Zverev sich im zweiten Satz leicht steigerte. "Hauptsache weiter."

Diesmal hielt der Weltranglistensechste ein frühes Break zum 3:1, beim Spanier lief weiter gar nichts zusammen. In den ersten beiden Durchgängen resultierte jeder zweite Punkt Zverevs (30 von 60) aus unerzwungenen Fehlern seines Gegenübers.

Und doch blieb unübersehbar: Der Deutsche, der nach 1:38 Stunden seinen ersten Matchball nutzte, konnte längst nicht an seine vorangegangenen Topleistungen anknüpfen. In Zahlen: Sein erster Aufschlags brachte er nur zu 55 Prozent ins Feld, schaffte auch nur drei Asse.

Zverev mit Saiten-Problemen am Schläger

"Ich hatte im ersten Satz extreme Probleme mit meinem Schläger. Der Schläger war zu hart", gab Zverev hinterher bei Eurosport zu. "Ich hatte keinen Spin, dann habe ich auch keine Kontrolle."

Er habe mit einer Saite "kein richtiges Gefühl" gehabt, "es war alles ein bisschen steif. Nach dem 4:3 habe ich meinen Schläger gewechselt und dann wurde es auch besser."

Im Kampf um sein zweites Grand-Slam-Endspiel nach den US Open im Vorjahr muss Zverev, dessen beste Ergebnisse in Paris bislang zwei Viertelfinal-Teilnahmen (2018, 2019) waren, nun noch eine Hürde überspringen, die für ihn bislang stets zu hoch war. (die ATP-Weltrangliste)

Dennoch bleibt Zverev positiv: "Man kann bei einem Grand Slam nicht sieben Matches lang jeden Satz perfekt spielen, das geht nicht. Man muss sehen, wie man damit zurechtkommt."

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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