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Carina Witthöft hat sich aktuell eine Auszeit vom Tennis genommen
Carina Witthöft hat sich aktuell eine Auszeit vom Tennis genommen © instagram.com/carina_witthoeft
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Barbara Rittner übt in einem Interview Kritik an Carina Witthöft - nicht zum ersten Mal. Witthöft wehrt sich und spricht von "respektlosen Behauptungen".

Einst galt Carina Witthöft als große deutsche Tennis-Hoffnung, aktuell aber pausiert sie auf der WTA-Tour für unbestimmte Zeit. 

Nun hat tobt ein heftiger Streit um die 24-Jährige. Barbara Rittner, Head of Women's Tennis beim DTB, hat Witthöft scharf kritisiert - vor allem deren Außendarstellung missfällt der früheren Tennis-Spielerin. 

"Wenn wir bei Carina Witthöft anfangen: Da höre ich immer nur, dass sie nicht aufgehört, sondern viele Probleme gehabt habe und eine Auszeit nehme, sowohl körperlich als auch mental. Das ist genau dieses Durchhaltevermögen, das die Generation davor hatte: dranzubleiben, immer weiter zu arbeiten. Das fehlt mir hier", sagte Rittner dem Portal tennisnet.com.

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"Natürlich ist das reizvoll"

Sie ergänzte: "Natürlich ist es auch schön zu erleben, wie man feiern kann. Carinas Schwester führt dieses andere Leben als Studentin, natürlich ist das reizvoll."

Rittner führte weiter aus: "Es ist ihr Leben und ihre Entscheidung. Ich finde es unheimlich traurig, weil sie so viel Talent hat. Und wir sie gefördert haben, viel Hoffnung hatten. Da kam das sehr plötzlich. Sie sagt oder twittert immer, dass sie noch mal zurückkommen möchte, aber ich sehe keinen ernsten Ansatz. Auch ihr Trainingsangebot wirkt nicht sehr seriös, was ein eigenes Comeback angeht."

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Die langjährige Fed-Cup-Teamchefin bemängelt außerdem, dass Witthöft es nicht geschafft habe, ihre Komfortzone zu verlassen. "Carina hat immer gesagt: Nein, mein Hamburg möchte ich nicht verlassen. Was ich verstehe, Hamburg ist wunderschön. Aber mal zu sagen, dass ich auch mit 30 noch die Stadt Hamburg genießen kann, für mein Tennis jedoch woanders hingehe, wo eine Akademie existiert und ich bessere Voraussetzungen habe – das hat ihr gefehlt."

Witthöft kontert: "Respektlose Behauptungen"

Witthöft reagierte via Twitter auf Rittners Kritik. "Respektlose Behauptungen. Das letzte persönliche Gespräch ist über ein Jahr her. Wenn man solche Aussagen über Spielerinnen trifft, sollten sie wenigstens der Wahrheit entsprechen. Respekt und Unterstützung in schwierigen Zeiten? Fehlanzeige", schrieb die 24-Jährige.

Die beste Weltranglistenposition der Deutschen war Rang 48. Ende 2018, nach einer schwierigen Saison, war sie nur noch die Nummer 172. Seit ihrer Aufgabe in der ersten Quali-Runde bei den Australian Open in diesem Jahr pausiert sie und wird inzwischen auf Position 343 in der Weltrangliste geführt.

"Ich musste im vergangenen Jahr und in diesem Jahr bei den Australian Open mit Verletzungen kämpfen, ich war weit von meiner Bestform entfernt", hatte Witthöft im Februar mitgeteilt. Sie wolle erst auf den Court zurückkehren, "wenn ich mich körperlich und mental zu 100 Prozent bereit fühle, wieder anzutreten".

Rittner übte nicht zum ersten Mal öffentliche Kritik an Witthöft: Nach deren Erstrunden-Aus bei den French Open 2018 etwa stellte sie in Frage, ob Witthöft bei der Wahl ihrer Trainer das richtige Händchen hätte. Kurz zuvor hatte sich Witthöft nach nur zwei Monaten von Coach Bijan Wardjawand getrennt. Rittner monierte damals auch: "Wenn mal gefragt wurde, wurde selten auf meinen Rat gehört." Witthöft arbeite zwar hart, sei aber "völlig ohne Struktur".

Witthöft wurde auch oft wegen ihrer offensiven Selbstdarstellung bei Instagram und Co. angegriffen. In dieser Hinsicht wird Witthöft oft mit Genie Bouchard verglichen, was nicht nur als Kompliment gemeint ist - sie aber kalt lässt. "Die sozialen Medien haben zweifellos ihre Vor- und Nachteile, aber für mich überwiegen schon die Vorteile", sagte sie im März in einem Interview mit dem Blog Druck im Sport.

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