Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Kai Havertz ist nach Aussagen von Leverkusen-Coach Peter Bosz im Sommer nicht zu halten. Der Weg zum FC Bayern scheint geebnet - doch es gibt einen Haken.

Bislang war es nur eine Annahme - nun herrscht fast schon Gewissheit: Kai Havertz wird ab der kommenden Saison nicht mehr für Bayer Leverkusen spielen - und das, obwohl er beim Werksklub noch einen gültigen Vertrag bis 2022 besitzt.

"Havertz ist im kommenden Sommer nicht mehr zu halten", sagte Bayer-Trainer Peter Bosz in einem Interview mit dem niederländischen Algemeen Dagblad über seinen Star. "Das wird ein Transfer von 100 Millionen. Was sage ich, mehr als 100 Millionen."

Nach SPORT1-Informationen kalkuliert Leverkusen mit einer Einnahme von rund 130 Millionen Euro - inklusive Boni.

Anzeige

Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr mit Stefan Effenberg und Marcel Reif sowie u. a. einer Live-Schalte zu Bayer-Sportdirektor Rudi Völler LIVE im Free-TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de

Unklar scheint lediglich, wessen Trikot der 20-Jährige in der kommenden Spielzeit tragen wird. Im Rennen um den Mittelfeld-Allrounder sind der FC Bayern, der FC Liverpool, Paris Saint-Germain und der FC Barcelona, während Real Madrid und Juventus angesichts der astronomischen Ablösesumme laut Medienberichten aus dem Poker ausgestiegen sind.

130 Millionen? Zu viel für die Bayern

Bereits im Februar hatte SPORT1 erfahren, dass es in München auf der Entscheider-Ebene um FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und dessen designiertem Nachfolger Oliver Kahn unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, ob Havertz mit aller Macht geholt werden soll.

Zwar hat Havertz in den vergangenen Wochen wieder zu seiner früheren Glanzform gefunden, doch angesichts der dreistelligen Millionensumme, die für Havertz auf den Tisch gelegt werden müsste, gibt es vereinzelt Skepsis, ob er nach München passt.

Cheftrainer Hansi Flick indes gilt als großer Fan des Jungstars und soll einen Transfer befürworten. Auch der siebenmalige Nationalspieler Havertz kann sich eine Zusammenarbeit sehr wohl vorstellen.

Alle aktuellen Meldungen, Entwicklungen und Auswirkungen auf den Sport durch die Covid-19-Krise im Corona-Ticker!

Einig ist man sich seitens der Bayern-Bosse jedenfalls, dass die kolportierten 130 Millionen Euro zu viel sind. Bliebe es tatsächlich bei dieser Summe, würden sich die Bayern wohl ebenfalls aus dem Poker verabschieden.

Bei Havertz hat es klick gemacht

Der Youngster selbst hatte im Winter mit einem Leistungsabfall zu kämpfen und war nicht mehr der uneingeschränkte Chef im Bayer-Mittelfeld.

"Es ist sehr viel auf ihn eingeprasselt. Damit muss er erst mal umgehen", meinte Stefan Kießling, Leverkusens Assistent der Geschäftsführung, vor einem Monat im CHECK24 Doppelpass. "Irgendwann macht es wieder klick bei ihm. Er ist auf dem Sprung nach oben. Er ist auf einem sehr guten Weg. Er hat ein sehr gutes Umfeld. Er ist ein sehr bodenständiger Typ."

Meistgelesene Artikel

Tatsächlich machte es bei Havertz wieder klick: In den vergangenen vier Bundesligaspielen (Union Berlin, FC Augsburg, RB Leipzig, Eintracht Frankfurt) sammelte er insgesamt fünf Torbeteiligungen und führte Leverkusen jeweils zum Sieg. Überragend war auch sein Auftritt beim 3:1-Erfolg bei den Glasgow Rangers in der Europa League.

Gerade in der aktuellen Corona-Krise samt der ungewissen Wiederaufnahme des Fußballbetriebes hat Havertz nun genug Zeit, über seine Zukunft nachzudenken. Das wird auch sein (Noch-) Trainer tun. "Für die mindestens 100 Millionen werden wird versuchen, uns auf drei oder vier Positionen zu verstärken", kündigte Bosz an. 

Nächste Artikel
previous article imagenext article image